Textsorte: Gleichnis

Was ist ein Gleichnis?
Das Gleichnis hat denselben Anspruch wie die Parabel und die Fabel, nämlich das Belehren. Dennoch unterscheidet es sich geringfügig von der Parabel. Bei einem Gleichnis wird die Interpretation, also die Deutung der Geschichte, gleich mitgeliefert. Ebenfalls typisch ist, dass es sich bei der Belehrung nicht um einen Einzelfall handelt, sondern um eine allgemein gültige Tatsachen, die dann anhand des Gleichnis bildlich erklärt wird. 
Da die Unterschiede zwischen dem Gleichnis und der Parabel verschwindend gering sind, wird oftmals auf eine Unterscheidung verzichtet.
Wie schreibe ich ein Gleichnis?
Beim Verfassen eines Gleichnis, sollten folgende Punkte unbedingt berücksichtigt werden:
  • Die Lehre ist der zentrale Aspekt der Geschichte (Sachteil)
  • Die Geschichte darum herum (Bildteil) wird zu Illustrationszwecken erfunden
  • Bild- und Sachteil verlaufen stets parallel
  • Die Handlung wird in der Gegenwart geschildert
  • Für den Bildteil werden fast ausschliesslich Motive aus den traditionellen Bereichen gewählt
Beispiel eines Gleichnis
Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte, das zwar kleiner ist als alle Samenkörner, aber wenn es gewachsen ist, ist es größer als die Kräuter und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und sich niederlassen in seinen Zweigen. Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl vermengte, bis es ganz durchsäu- ert ward. Solches alles redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volk, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen, auf das erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten von Anfang der Welt. (Gleichnis Jesu, Mt. 13,31-35)

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