Textsorte: Fabel

Was ist eine Fabel?
Die Fabel ist die epische Kurzform einer Erzählung, die den Anspruch hat, lehrhaft zu sein, sprich eine Moral zu haben. Das Hauptmerkmal der Fabel ist, dass Tiere und teilweise auch Pflanzen die Eigenschaften von Menschen übernehmen und so beispielsweise sprechen können. Die Tiere in den Fabelerzählungen werden häufig stereotypisiert. Der Fuchs ist beispielsweise schlau, der Esel dumm oder der Löwe majestätisch. Mit der Pointe am Schluss der Erzählung beabsichtigt der Autor, dem Leser entweder explizit oder teilweise auch nur implizit eine Moral mit auf den Weg zu geben. 

Wie schreibe ich eine Fabel?
Um eine Fabel zu verfassen, muss man folgende Punkte berücksichtigen:
  • Die Pointe ist der Mittelpunkt der Erzählung und hat einen moralischen Aspekt
  • Wird in der Vergangenheit verfasst
  • Kurz und knapp erzählt, Überflüssiges wird weggelassen
  • Charakterisierungen werden oftmals weggelassen, da diese mit der Nennung des Tiernamens bereits impliziert werden (Beispiele oben)
  • Moral wird entweder ausgesprochen (explizit) oder mit dem Ausgang der Geschichte nur angedeutet (implizit)
Beispiel einer Fabel
Die Maus und der Frosch
Eine Maus schloss zu ihrem Verderben mit einem Frosche Freundschaft und lud ihn zum Mahle ein. Der Frosch band den Fuß der Maus an seinen eigenen an, und so gingen sie zuerst zu einem Orte, wo viele Speisen vorhanden waren. Der Frosch stillte hier seinen Hunger und beschloss, die Maus, da er ihr gutes Leben beneidete, zu verderben. Als sie bald darauf an den Rand eines Sees kamen, zog er sie in das tiefe Wasser. Die unglückliche Maus kam im Wasser um und schwamm in demselben, an den Fuß des Frosches angebunden, umher; doch ein Taubenfalke erblickte die Maus und fasste sie mit seinen Krallen.
Da sich der Frosch nicht losmachen konnte, entführte er ihn gleichfalls in die Luft, wo er zuerst die Maus und dann jenen selbst verspeiste.
Auch ein Toter ist imstande, das an ihm begangene Unrecht zu rächen, denn die Gottheit, die alles erblickt, teilt jedem sein gerechtes Schicksal zu. (Äsop)

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