Rezension: Der Storykiller von Philipp Probst


„Der Storykiller“ des Schweizer Autoren Philipp Probst ist zugleich ein spannender Krimi und eine soziologische Milieustudie über die Medienszene, ihre Protagonisten, ihre Arbeitsweisen und ihre Dilemmas während der täglichen Arbeit

Alexander Gaster arbeitet in der Redaktion der grössten Schweizer Tageszeitung „Aktuell“. Beim Gratisblatt hat er bereits als Praktikant gearbeitet und wurde danach als Report festangestellt. Auf seine erste grosse Story wartet er jedoch noch immer – und wird immer ungeduldiger. Als dann im Berner Oberland der berühmte Politker Alfred Jasper bei einer Wanderung zu Tode stürzt, bekommt Gaster die Chance, sich zu beweisen. Voller Elan stürzt er sich in die Geschichte. Gemeinsam mit Nachrichtenchef Peter Renner findet er immer mehr Hinweise darauf, dass Jasper in ein grosses, umstrittenes Projekt verstrickt war und sein Tod vielleicht kein Unfall war. Gaster und Renner recherchieren weiter, doch bald schon erkennen sie, dass sie selbst in der eigenen Redaktion auf Widerstand stossen.

Spannendes Insiderwissen
Philipp Probst hat selber viele Jahre als Journalist gearbeitet und tut dies noch heute. Das merkt man seiner Geschichte an. Einerseits hat er deswegen eine sehr saubere, leicht verständliche Schreibe, die aber trotzdem nicht plump, sondern stets süffig daherkommt. Und andererseits lässt er seine Kenntnis über die Art und Weise wie Medien arbeiten, welche Gedanken sich Journalisten und Fotografen machen und mit welchen Problem sie sich bei der täglichen Arbeit herumschlagen müssen, eindrücklich in die Geschichte einfliessen. Seine Beobachtungen sind messerscharf und treffen immer wieder ins Schwarze, auch wenn sich das eine oder andere Klischee einschleicht.
Doch genau diese beiden Komponenten – der Schreibstil und die profunden Kenntnisse des Journalisten-Milieus, in dem die Geschichte spielt, machen den „Storykiller“ zu einem besonders gelungenen Krimi – vor allem natürlich für Leserinnen und Leser, die Interesse an der Medienszene haben.

Spannung von Anfang bis Ende
Doch auch die vielschichtige Handlung mit vielen Nebenschauplätzen, die Probst gekonnt miteinander verknüpft, vermag zu überzeugen. Immer wieder kommen für den Leser unerwartete Wendungen, was die Lektüre noch unterhaltsamer macht. Und dann bleibt für mich noch ein kleine Bemerkung am Rande: Selten habe ich eine solch kuriose Einstiegsszene gelesen, wie jene in "Der Storykiller". Da war man gleich schon mitten in der Geschichte drin - gewagt, aber gelungen.
Für mich ist das Werk von Philipp Probst ganz klar eine Entdeckung, die ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann. (fba)


Bibliografische Angaben:

Titel: Der Storykiller
Autor: Philipp Probst
Seiten: 400
Erschienen: 2011
Verlag: Appenzeller
ISBN-10: 3858825654
ISBN-13: 978-3858825650
Bewertung:  

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