Inhaltsangabe: Nathan der Weise von Gottfried Ephraim Lessing


Inhalt

1. Aufzug
Nathan, ein reicher Jude, der von den Bewohnern seiner Heimatstadt Jerusalem Nathan der Weise genannt wird, kommt von einer ausgedehnten Geschäftsreise nach Hause. Er erfährt von Daja, der Gesellschafterin seiner Tochter Recha, dass diese in einem Feuer beinahe umgekommen wäre. Ein Tempelritter, der zufällig vorbei kam, hat Recha aus den Flammen gerettet. Der Tempelritter, der Franke Curd von Stauffen, war erst kurz davor vom Sultan  begnadigt worden. Daja und Recha hatten bisher vergeblich versucht, sich beim Tempelritter zu bedanken, doch der lehnt jede Form der Dankbarkeitsbezeugung der beiden Frauen ab und möchte auch nicht mit Nathan sprechen, da dieser Jude ist und nicht Christ wie er selbst.
Zum Sultan Saladin ist er jedoch loyal, denn als er von einem Klosterbruder im Namen des Patriarchen gebeten wird, dem König der Christen einen Brief zu überbringen, in dem die Truppenstärke des Sultans aufgeführt ist, weigert er sich dies zu tun.

2. Aufzug
Sultan Saladin ist pleite und daher bezahlte seine Schwester Sittah die letzten Rechnungen. Vergeblich warten die beiden auf das Geld, das die Ägypter ihnen seit Jahren schulden. Um die prekäre Situation zu verbessern, schickt Saladin den Derwisch Al Hafi los, um Nathan um Geld zu bitten, da Al Hafi vorgeschlagen hat, Nathan um Hilfe zu bitten. Saladin und Sittah hatten Nathan bisher nicht gekannt und halten wenig von ihm, da er Jude ist und nicht Muslim.
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Rezension: Nathan der Weise von Gottfried Ephraim Lessing


Das klassische Drama „Nathan der Weise“ von Gottfried Ephraim Lessing, das Ende des 18. Jahrhunderts erschienen ist, gilt als einer der Klassiker der deutschsprachigen Literatur und ist thematisch aber noch immer top aktuell.

Während des dritten Kreuzzungs (1189-1192) kommt der Jude Nathan von einer langen Geschäftsreise zurück. Der Händler bringt allerlei Waren nach Hause zu seiner Tochter Recha. In der Kriegspause hat der in jenem Gebiet herrschende Sultan Saladin einen Kriegsgefangenen – einen deutschen Tempelritter namens Curd von Stauffen – begnadigt, weil dieser ähnlich ausgesehen hat wie sein verstorbener Bruder Assad. Dieser hatte nach seiner Begnadigung und kurz vor Nathans Rückkehr dessen Tochter Recha aus einem brennenden Haus gerettet. Nathan bedankt sich beim Tempelritter und stellt ihn auch seiner Tochter Recha vor. Der Tempelritter verliebt sich sofort in Recha und möchte sie heiraten. Doch Nathan hat Vorbehalte gegen diese Ehe, da er aufgrund der Herkunft des Tempelritters ein Problem vermutet.

Parallelen zum aristotelischen Drama
Zuerst einige Bemerkungen zu den formalen Besonderheiten des Textes von Lessing. Das gesamte Werk besteht aus knapp 4000 Zeilen, die alle in Gedichtform verfasst sind. Lessing hat sein Drama zudem wie beim aristotelischen Drama in fünf Akte gegliedert, die dann wiederum in verschiedene Auftritte gegliedert sind. Auch sonst gibt es einige Parallelen zum aristotelischen Drama: Es gibt nur wenige Regieanweisungen und die Spannungspyramide ist über die fünf Akte sauber aufgebaut (Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt, retardierendes Moment, Katastrophe). Einzig die Katastrophe am Ende – so könnte man interpretieren – ist keine Katastrophe im engeren Sinn, jedoch auch kein wirkliches Happy End. Die Einheiten von Ort, Zeit und Handlung, die für das aristotelische Drama zentral sind, werden auch im Drama von Lessing eingehalten und am Ende erlebt das Publikum eine Katharsis. Auch sind die Charaktere individuell, die Sprache ist gehoben und weist viele rhetorische Figuren auf (das gesamte Werk ist im Blankvers verfasst).
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Rezension: Der Herr der Fliegen von William Golding


"Der Herr der Fliegen" ist der wohl bekannteste Roman des mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Engländers William Golding. Ein Werk, das nicht von seiner Spannung, dafür aber umso mehr von seiner Symbolik und den Denkanstössen, die es liefert, lebt.

Der Atomkrieg ist ausgebrochen und eine Gruppe Englischer Schüler im Alter von sechs bis zwölf Jahren, überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Pazifik. Sie finden sich auf einer einsamen Insel wieder und erkennen schnell, dass sie sich organisieren müssen, wenn sie überleben wollen. Die Kinder wählen Ralph zu ihrem Anführer. Sie beginnen zu jagen, Unterkünfte zu bauen und entfachen ein Feuer, mit dessen Rauch sie vorbeifahrende Schiffe auf sich aufmerksam machen wollen. Zuerst scheint alles wie am Schnürchen zu klappen. Doch je länger die Kinder auf der Insel sind, desto mehr Risse erhält die fragile soziale Struktur, die sich auf der Insel gebildet hat. Vor allem Jack versucht wiederholt, Ralphs Position als Anführer zu untergraben. Als der Streit zwischen den beiden eskaliert, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung. 

Teufel, Garten Eden und die Hölle
William Goldings Werk habe ich gern gelesen, auch wenn es für mich kein Pageturner war, der mich gefesselt hat. Unterhaltsam war es allemal, obwohl sich gewisse Episoden im Buch wiederholt haben. Doch ich glaube, dass genau in der Wiederholung der Reiz dieses Werks liegt, denn damit schafft es Golding, die vielen kleinen und feinen Veränderungen zu beschreiben, die schliesslich dazu führen, dass die Kinder sich in Tiere verwandeln, die nicht einmal mehr vor Mord zurückschrecken.
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Inhaltsangabe: Der Herr der Fliegen von William Golding

Inhalt

Der nachfolgende Text basiert auf dem englischen Originalwerk von William Golding, The Lord of the Flies.

Kapitel 1
Nach dem im Krieg vermehrt Atombombe abgeworfen wurden, wird eine Gruppe Englischer Kinder mit einem Flugzeug in Sicherheit gebracht. Sie werden auf einer Insel abgesetzt, doch weil der Pilot Probleme bekundete bei der Landung, mussten diese aus dem Flugzeug springen, ehe dieses abstürzte. Entsprechend sind die Kinder auf der Insel verstreut.
Ralph und Piggy, zwei dieser Kinder, treffen am Strand aufeinander. Sie freunden sich an und gehen gemeinsam im Meer schwimmen. Dabei finden sie eine grosse Schneckenmuschel, die, wie sie bald merken, als Horn verwendet werden kann. Ralph bläst in dieses Horn, um die anderen Kinder auf der Insel zusammen zu trommeln. Von verschiedensten Orten kommen Kinder unterschiedlichen Alters aus dem Wald. Auch ein Chor, der angeführt wird von Jack, befindet sich auf der Insel. Es kommt zur Wahl des Anführers und die Gruppe der Kinder entscheidet sich für Ralph. Jack ist enttäuscht, doch Ralph überlässt ihm die Führung seines Chors und gibt ihnen die Aufgabe, zu jagen.
In der Folge beginnen Ralph, Jack und Simon die Umgebung zu erkunden. Sie stellen schnell fest, dass sie sich auf einer Insel befinden und nicht alleine von dort wegkommen.

Kapitel 2
Ralph beruft eine zweite Versammlung ein, in der er die restlichen Kinder darüber informiert, dass sie sich auf einer Insel befinden und dass ihre einzige Chance gerettet zu werden, darin besteht, ein Feuer zu machen, damit ein vorbeifahrendes Schiff den aufsteigenden Rauch sieht. Alle Kinder Rennen wie sofort auf den naheliegenden Hügel, wo das Feuer entfacht werden soll. Sie bringen mit Piggy Brillengläsern und dem Sonnenlicht ein Feuer zu Stande. Dieses ist jedoch so gross, dass sie die Kontrolle darüber verlieren und der Wald Feuer fängt. Sofort rennen die Kinder wieder runter zum Strand, um sich in Sicherheit zu bringen.
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Inhaltsangabe: Flucht aus Lager 14 von Blaine Harden


Inhalt
Shin In Geun, der später den Namen Shin Dong-hyuk annimmt und diesen noch heute trägt, ist in einem der berüchtigten Arbeiterlager in Nordkorea geboren. Im Lager 14 geht es ihm verhältnismässig gut, denn seine Eltern wurden dank ihren guten Leistungen bei der täglichen Arbeit für eine sogenannte „Belohnungsehe“ auserkoren. Shin hat einen älteren Bruder. Doch diesen sieht er – wie auch seinen Vater – praktisch nie, denn sie wohnen getrennt von Shin und seiner Mutter. Die Bedingungen im Lager sind trotz der vermeintlich guten Bedingungen unmenschlich verglichen mit westlichen Standards. Täglich müssen die Gefangenen unter der Aufsicht der brutalen und willkürlich agierenden Aufpasser von morgens bis abends schwerste körperliche Arbeit verrichten. Zu essen bekommen sie nie genug.
Shin darf zwar – als Kind aus einer Belohnungsehe – in die Schule. Doch das ist nicht wirklich ein Privileg, denn auch in der Schule geht es äusserst brutal zu und her. Ein Mädchen wurde gar vom Lehrer zu Tode geprügelt, weil sie fünf Reiskörner dabei hatte. Shin lernt in der Schule lesen, schreiben und rechnen – zumindest grob. Die meiste Zeit verbringen die Schüler jedoch damit, die zehn Regeln des Lagers auswendig zu lernen und sich gegenseitig zu denunzieren.
Unter diesen Bedingungen Freunde zu finden, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch „Familie“ ist etwas, das Shin nicht kennt. Seine Mutter ist für ihn lediglich eine Konkurrentin im Kampf um das tägliche Überleben. Nicht selten isst er auch ihre Essensration und kassiert dafür Schläge. Eines Abends ertappt er seine Mutter und seinen Bruder dabei, wie sie gemeinsam Reis kochen und über einen Fluchtplan nachdenken. Dass die beiden fliehen könnten, ist Shin egal. Was ihm aber nicht egal ist, ist, dass seine Mutter Reis kocht für seinen Bruder und er entscheidet sich, die Beiden zu verraten. Er erhofft sich durch diese Tat eine Verbesserung seiner Situation. Doch genau das Gegenteil trifft sein. Der Wärter, dem er seinen Verrat anvertraut hat, verschweigt Shins Rolle in dieser Entdeckung und so wird Shin acht Monate lang brutalst gefoltert, weil die Wärter wissen wollen, ob er von der Flucht seiner Mutter und seines Bruders gewusst hat. Erst als Shin sie davon überzeugen konnte, dass er seine Mutter und seinen Bruder verraten hat, lassen sie von ihm ab. Überlebt hätte er trotzdem nicht, wenn sich sein Mitgefangener nicht um seine Wunden gekümmert hätte. Nach acht Monaten kommt er frei. Das Erste, was er mit ansehen muss, ist die Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders.
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Rezension: Flucht aus Lager 14 von Blaine Harden


"Flucht aus Lager 14" ist ein kein Buch für zart besaitete Gemüter. Brutal und ohne zu beschönigen werden die Lebensumstände von Shin Dong-hyuk im nordkoreanischen Arbeiterlager geschildert. Ein gelungenes Werk über eine Thematik, die von der Öffentlichkeit stiefmütterlich behandelt wird. 

Shin Dong-hyuk wurde in einem der berüchtigten Arbeiterlager in Nordkorea - dem Lager 14 - geboren. Abgeschnitten von der Aussenwelt, ohne Kenntnisse vom Weltgeschehen, aber auch ohne Idee davon, was Liebe, Familie und Freundschaft bedeutet, wächst Shin in einer Umgebung auf, die von Gewalt, Willkür und Hunger geprägt ist. Genug zu essen bekommt er nie, Liebe erfährt er nicht. Seine Mutter ist für ihn lediglich eine Konkurrentin im Kampf ums Überleben. Seinen Bruder und seinen Vater kennt er kaum. Zudem wird das Lager von den Wärtern mit harter Hand geführt und die Gefangenen werden stets angehalten, ihre Mitgefangenen zu denunzieren, sollten sie sich nicht an die Regeln halten. Genau das tut Shin, als er seine Mutter und seinen Bruder verrät, die eine Flucht geplant haben. Die beiden werden vor seinen Augen hingerichtet. Als Shin über 20 Jahre alt ist und noch immer nichts von der Welt ausserhalb des Lagers erfahren hat, kommt ein neuer Gefangener ins Lager. Dieser weckt mit seinen Erzählungen von der grossen, weiten Welt Shins Fluchtgelüste und die beiden beschliessen, gemeinsam die Flucht zu wagen.

Gelungene Dokumentation
Autor Blaine Harden, ein renommierter Journalist, legt mit "Flucht aus Lager 14" eine gelungene Mischung aus Biografie und Sachbuch vor. Die Verknüpfung zwischen der schier unglaublichen und für die Leser teils nur schwer zu ertragende Lebensgeschichte von Shin Dong-hyuk und den Hintergrundinformationen über Nordkorea, ein Land, über das im West kaum etwas bekannt ist, gelingt Blaine hervorragend. Ich muss zwar gestehen, dass mich das Schicksal von Shin deutlich mehr interessiert hat, als die Informationen über Nordkorea, doch das zusätzliche Wissen hilft zu verstehen, was in dieser Diktatur abgeht - vieles davon ist haarsträubend und für die westliche Welt nicht zu verstehen.
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