Rezension: Unter Haien von Nele Neuhaus


"Unter Haien" ist das erste Werk, das ich von Nele Neuhaus gelesen habe. Der Thriller erinnert stark an John Grishams "Die Firma", kann mit diesem jedoch nicht annähernd mithalten. 

Alex Sontheim gehört an der New Yorker Wallstreet zu den Besten im Bereich der Firmenfusionen. Sie nimmt bei Vincent Levys Investment Firma einen neuen Job an und hat auch dort auf Anhieb Erfolg. Dadurch steigt nicht nur ihr berufliches Renommee sondern sie erklimmt auch in der sozialen Hierarchie der Weltmetropole New York neue Höhen. Durch ihre Bekanntschaft mit dem Geschäftsmann Sergio Vitali, der zu den angesehensten und wohlhabendsten Männern New Yorks gehört, kommt sie ihrem Ziel, zur High Society der Stadt zu gehören, sehr nahe. Vitali macht ihr den Hof, begehrt sie. Sie fühlt sich geschmeichelt und lässt sich auf eine Affäre ein. Die Warnungen mehrere Bekannter - darunter auch Bürgermeister Nikolas Kostidis - dass Vitali Verbindungen zur Mafia hat, schlägt Alex in den Wind. Sie ist zu beschäftigt, ihr neues Leben zu geniessen. Doch auf einer Party bei Sergio erkennt sie das wahre Gesicht ihres Liebhabers.

"Action und Spannung like Grisham zu seinen besten Zeiten", steht im Klappentext. Das schürt doch ziemlich hohe Erwartungen, wenn man Werke wie "Die Firma" von Grisham gelesen hat. Der Plot weist dann auch viele Ähnlichkeiten mit Grishams erfolgreichstem Werk auf. Die Mafia besitzt eine Firma, die ohne das Wissen der meisten Mitarbeiter Geld wäscht und in alle möglichen kriminellen Machenschaften verstrickt ist. Eine junge, aufstrebende Mitarbeiterin gerät unwissentlich in die Sache hinein, erkennt den Schlamassel und will bei der Aufklärung helfen. So weit so gut. Das Problem ist jedoch, dass Neuhaus weder beim Plot, noch bei den Charakteren und schon gar nicht beim Schreibstil mit einem Kaliber wie Grisham mithalten kann.
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Inhaltsangabe: Tschick von Wolfgang Herrndorf

Inhalt
Maik Klingenberg wächst scheinbar in einem perfekten Umfeld auf. Der Vater verdient gut, die Familie lebt in einem schönen Haus mit Pool und der 14-jährige Maik hat alles, was er braucht. Hinter der Fassade bröckelt es aber gewaltig. Die Mutter ist Alkoholikern und die regelmässigen Entzugskuren bringen nicht den gewünschten Erfolg. Der Vater streitet sich oft mir ihr und Maik ist in der Schule ein langweiliger Aussenseiter, für den sich niemand interessiert. 
Eines Tages taucht ein neuer Schüler auf und wird in Maiks Klasse eingeteilt. Man weiss nicht viel über ihn, ausser das er Andrej Tschichatschow heisst und mit seinem Bruder aus Russland nach Deutschland gekommen ist. Schnell ranken sich viele Gerüchte um den Unbekannten, der sich in den ersten Wochen einiges zu Schulden kommen lässt. Tschick schwänzt den Unterricht, erscheint betrunken und gibt kaum Antworten. 
Zu Beginn der Sommerferien steigt bei Tatjana, Maiks heimlicher Liebe, eine grosse Party. Doch sowohl Maik als auch Andrej sind nicht eingeladen. Maik bleibt allein zu Hause, seine Mutter ist in der Entzugsklinik und der Vater verbringt einige Tage mit seiner Affäre. Maik langweilt sich, als plötzlich Tschick in einem blauen Lada bei Maik vorfährt und ihn überredet, mit ihm zu Tatjanas Party zu fahren. Maik willigt nach einiger Zeit ein und so fahren die beiden 14-jährigen Jungs in einem gestohlenen Lada durch Berlin. Bei Tatjana angekommen, übergibt Maik ihr sein Geschenk - ein selbstgemaltes Portrait von Beyoncé, Tatjanas Lieblingskünstlerin - und die beiden fahren wieder davon. Sie wollen noch nicht zurück, sondern entscheiden sich in die Walachei zu reisen, wo Tschick angeblich einige Verwandte hat. So beginnt der Roadtrip der beiden. 
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Rezension: Tschick von Wolfgang Herrndorf


"Tschick" so der etwas ungewöhnliche Titel des von der Mehrheit der Rezensenten hochgelobten Romans von Wolfgang Herrendorf. Die Geschichte der beiden jungen Aussenseitern Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow liest sich leicht und vermag zu unterhalten, mehr jedoch nicht. 

Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow haben praktisch nichts gemeinsam. Maik stammt aus einer wohlhabenden Deutschen Familie; der Vater ist erfolgreicher Immobilienmakler, die Mutter verbringt viel Zeit beim Tennisspielen und die Klingenbergs leben in einem Haus mit Pool. Andrej "Tschick" Tschichatschow hingegen ist mit seinem älteren Bruder von Russland nach Deutschland gezogen und hat grosse Mühe, sich anzupassen. Er ist durchaus intelligent, trinkt jedoch für seine 14 Jahre bereits viel zu viel Alkohol und ist mehrfach vorbestraft. Die beiden Jungs haben jedoch eines gemeinsam: Sie sind die Aussenseiter in ihrer Klasse und werden als langweilig abgestempelt.
Der Zufall will es, dass Tschick in den Sommerferien mit einem geklauten Lada bei Maik zu Hause vorbeifährt. An diesem Tag findet bei Tatjana - Maiks heimlicher Liebe - ein grosses Fest statt, zu dem jedoch beide nicht eingeladen sind. Tschick kann Maik jedoch davon überzeugen, gemeinsam im Lada zu Tatjana zu fahren. Die beiden bleiben jedoch nicht lange, sondern brechen zu einer abenteuerlichen Reise quer durch Deutschland auf.

Handlung zu konstruiert
Wolfgang Herrndorf schafft es in seiner Erzählung die Sprache und Gefühlswert der beiden 14-jährigen Jungs bis auf wenige Passagen authentisch zu erzählen. Die Erzählung beginnt mit dem Ende und rollt danach chronologisch die Geschehnisse auf. Gerade der Anfang ist es, den ich sehr gelungen finde und der dazu führt, dass man stets weiter lesen will. Neben den Charakteren und der Sprache vermag Herrndorfs Erzählung auch mit der Ironie und der Komik zu überzeugen. Man muss beim Lesen immer wieder schmunzeln, so beispielsweise bei der Szene, als die beiden Jungs versuchen, mit dem Lada ihre Namen in ein Feld zu fahren oder als sie probieren herauszufinden, wie Tschick am ältesten aussieht, damit es nicht auffällt, dass ein 14-Jähriger am Steuer sitzt - ihre Lösung: Sie kleben ihm schwarzes Klebeband über die Lippe, um einen Schnauz zu imitieren.
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