Inhaltsangabe: Die Chemie des Todes von Simon Beckett

Inhalt
Nach dem Tod seiner Frau und seiner Tochter - die beiden wurde unschuldige Opfer eines betrunkenen Autofahrers - zieht Dr. David Hunter von London ins kleine Dörfchen Manham. Dort tritt er die Stelle des Dorfarztes an und führt gemeinsam mit seinem Vorgänger Henry Maitland die Praxis. Dieser ist seit einem Autounfall, bei dem er seine Frau verlor, im Rollstuhl und kann seine Patienten nicht mehr allein betreuen.
Drei Jahre nach der Ankunft von Hunter wird eine Leiche in einem Sumpf in der Nähe des Dorfes gefunden. Die Polizei beginnt zu ermitteln, kommt jedoch nicht weiter. Sie bittet daher Hunter, der vor seiner Flucht in London als forensischer Anthropologe gearbeitet und der Polizei öfters bei Mordermittlungen unter die Arme gegriffen hatte, um Hilfe. Hunter möchte eigentlich mit seiner Vergangenheit abschliessen, doch irgendwie reizt es ihn seine frühere Arbeit noch immer. Zudem möchte er unbedingt herausfinden, ob die Tote die seit zwei Wochen nicht mehr gesehene Schriftstellerin Sally Palmer ist, die ebenfalls in Manham wohnt und die er einmal flüchtig kennen gelernt hatte.
Hunter untersucht also sowohl die Leiche, die mit weissen Schwanenflügeln präpariert wurde und daher aussah wie ein Engel, als auch den enthaupteten Hund, den man auf dem Grundstück von Palmer gefunden hatte. Nach den Untersuchungen kommt er zum Ergebnis, dass es sich bei der Toten tatsächlich um Sally Palmer handelt und dass sie etwa seit zehn Tagen tot ist, ihr Hund jedoch bereits rund 14 Tage.
Kaum sind diese Ergebnisse bekannt, verschwindet mit Lyn Metcalf erneut eine junge Frau aus dem Dorf. Die 31-jährige Steuerberaterin ist passionierte Joggerin und wurde auf ihrer alltäglichen Joggingrunde entführt, nachdem auch sie vorher von einem toten Tier "markiert" worden war. Das gesamte Dorf beginnt zu suchen, wobei zwei Polizisten und ein Mitglied der Familie Brenner sich an gut versteckten Tierfallen verletzten. Die Polizei vermutet, dass der Täter diese aufgestellt hat, um die Suche nach Metcalf zu erschweren.

Mittlerweile hat auch die Presse Wind von der Sache bekommen und belagert das Dorf, aber niemand will Stellung nehmen. Im einzigen Pub des Dorfes wird jedoch wild spekuliert, unter anderem werden die Brenners verdächtigt, da es allgemeint bekannt ist, dass sie mit Fallen im Wald wildern. In diesem Pub lernt Hunter die junge Lehrerin Jenny Hammond kennen und freundet sich mit ihr an. Die beiden verstehen sich gut und unternehmen in den folgenden Tagen und Wochen viel miteinander.
Dann wird eine zweite Leiche gefunden, jedoch nicht die von Lyn Metcalf, sondern eine, die bereits wesentlich länger im Wald vergraben war. Hunters Untersuchungen ergeben, dass es sich dabei um einen 22-jähriger Ökologe namens Radcliff handelte, der vor ein paar Jahren in den Sümpfen von Manham geforscht hat. Doch die Erleichterung im Dorf, dass es sich bei der Leiche nicht um Metcalf handelte, war nur von kurzer Dauer, denn auch ihre Leiche wird kurze Zeit später in der Nähe des Sumpfs gefunden. Da der Rhythmus wieder der gleiche ist - rund 4 Tage nach der Entführung folgt der tot - und weil auch bei Metcalfs Leiche mit toten Tieren präpariert war, geht die Polizei vom gleichen Täter aus. Eine Spur haben sie jedoch noch nicht.
Im Dorf beginnen nun aber die gegenseitigen Verdächtigungen, denn es ist klar, dass jemand aus ihrem Kreis der Täter sein muss. Auch der Pfarrer ruft die Bevölkerung auf, den Mörder auf eigene Faust zu suchen, da die Polizei bisher erfolglos war. Hunter und Jenny sind sich in der Zwischenzeit sehr nahe gekommen und nach einem weiteren Date übernachtet sie bei ihm. So findet nicht Jenny sondern ihre Mitbewohnerin Tanja den toten Fuchs im Garten von Jennys Haus. Da ausser Hunter und der Polizei niemand weiss, dass der Täter sein Opfer im Voraus mit toten Tieren markiert, meldet Tanja den Vorfall niemandem.

Hunter entscheidet sich spontan, abends bei Maitland vorbei zu schauen, da in dessen Haus ungewöhnlicherweise nirgends Licht brennt. Als er im dunklen Haus nach Maitland ruft, bekommt er keine Antwort, dafür stürzt eine dunkle Gestalt aus dem Untersuchungszimmer der Praxis und schlitzt bei der Flucht die Hand von Hunter auf. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich beim Einbrecher auch um den Mörder handelt, denn beiden bisherigen Opfer wurde mit einem Messer die Kehle aufgeschlitzt. Maitland und Hunter stellen fest, dass in der Praxis das Chloroform entwendet wurde und sie melden es der Polizei.
Am darauffolgenden Tag telefonieren Jenny und Hunter miteinander, als das Gespräch plötzlich unterbrochen wird. Hunter ahnt Schlimmes und erhält die Bestätigung, als er Jennys Haus aufsucht. Sie ist weg und es riecht nach Chloroform - Jenny wurde entführt. Im Dorf ist man weiterhin ahnungslos, wird dann aber überrascht von der Meldung, dass Ben Anders verhaftet wurde. Hunter glaubt nicht, dass sein Freund Anders wirklich der Täter sein soll und behielt Recht, denn es stellt sich heraus, dass Anders aufgrund einer Fehlinformation verhaftet wurde. Hunter und Anders verdächtigen die Brenners, die Fehlinformation an die Polizei weiter gegeben zu haben, denn es ist gemeinhin bekannt das Wildhüter Anders und die Wilderer der Familie Brenner nicht gut aufeinander zu sprechen sind.
Hunter ist wütend auf die Brenners, da die Polizei durch deren Fehlinformation von der Suche nach seiner Freundin Jenny abgelenkt waren. So fährt er zu der Familie und will die Söhne zur Rede stellen. Jedoch ist nur der jüngste Sohn Scott zu Hause, da er noch immer mit der Verletzung der versteckten Falle zu kämpfen hatte. Als sich Hunter seine Wunde am Fuss ansieht, erkennt er schnell, dass diese nicht von einem Arzt genäht wurde und stellt den jungen Mann zur Rede. Scott erzählt ihm, dass sein Bruder Carl nicht wollte, dass ein Arzt ihn behandelt, weil dieser sonst gefragt hätte, woher die Verletzung stammt, und dann wäre aufgeflogen, dass die Familie Brenner im Wald wilderte. So versorgte sein Cousin Dale ihn notdürftig, da dieser sich aus seiner Armeezeit auf diesem Gebiet ein wenig auskannte. Scott erzählt auch, dass es Carl und Dale sind, die im Wald wildern und die toten Tiere in der alten Windmühle, nahe dem Fundort der ersten Leiche aufbewahrten. Hunter hat genug gehört, informiert die Polizei und äussert den Verdacht, dass Carl Brenner und sein Cousin Dale die Mörder sein könnten. Die Polizei schlägt zeitgleich in der Windmühle und bei den Brenners zu Hause zu, doch Jenny wurde nicht gefunden.
Um sich während dem Polizeieinsatz abzulenken, besuchte Hunter den alten Friedhofsgärtner Mason, der seit Langem an Rückenschmerzen leidet. Sofort fällt ihm der Leichengeruch auf, der aus Wohnung dringt und er findet den alten Mann, bereits stark verwest, in seinem Zimmer. Hunter fragt sich, wo wohl sein Enkel Tom sein mag und weshalb er den Tod seines Grossvaters nicht publik gemacht hatte. Als Hunter das Haus verlässt, fällt ihm ein Weg auf, der vom Haus der Masons in den Wald hineinführt. Hunter folgt diesem und kommt zu einem alten Bunker aus der Kriegszeit. Auf dem Gelände um den Bunker herum hängen überall tote Tiere. Hunter betritt den Bunker und trifft auf Tom Mason. Im hintern Teil des Raums erkennt Hunter Jenny, die von Mason gefangen gehalten und gefoltert wurde. Es kommt zum Kampf und schliesslich schaffen es Jenny und Hunter gemeinsam, Mason zu überwältigen.
Hunter bringt Jenny, die aufgrund der Folter und den daraus resultierenden Verletzungen bewusstlos geworden ist, auf schnellstem Weg in die Praxis, um sich dort um sie zu kümmern und ihr das Insulin zu verabreichen, das sie als Diabetikerin dringend brauchte. Als er Maitland um Hilfe bittet, betäubt ihn dieser mit Diamorphin. Als Hunter wieder aufwacht, erfährt er warum: Tom Mason ist bereits seit seiner Kindheit bei Maitland wegen seinem Hang zur Tierquälerei in Behandlung. Maitland, der eigentlich Psychologe werden wollte, war sofort fasziniert von dem Jungen und hält ihn quasi als Versuchsobjekt. Als der Grossvater von Tom starb, bekam der Junge seine Medikamente nicht mehr und so wurde er vom Tierquäler zum Mörder. Als er Palmer entführt hatte, kam er zu Maitland und erzählte im davon. Dieser sah endlich eine Gelegenheit, wie er es seiner Frau, die ihn mehrfach betrogen und um eine Karriere als Psychologe gebracht hatte, und dem Dorf, das er hasste, heimzahlen konnte. Er liess Mason weiter morden und gab ihm das Hochzeitskleid seiner Frau und ihre Spieluhr, damit die Opfer im Kleid zur Musik tanzen mussten. Dieses grässliche Schauspiel betrachtete Maitland jeweils vor Ort.
Maitland, der dank hartem Training wieder ein wenig gehen konnte, brachte sowohl Jenny als auch Hunter in den Kofferraum seines Wagens und lässt die Abgase ins Auto strömen, damit es wie ein Selbstmord aussieht und den Verdacht auf Hunter lenkt. Dieser, immer noch geschwächt vom Betäubungsmitteln, schafft es, die Handbremse des Wagens zu lösen und der Wagen gerät ins Rollen. So reisst der Schlauch ab und Maitland wird vom Auto überrollt. Dieser stirbt bei diesem Unfall, während Jenny und Hunter von der Polizei und dem Notfalldienst gerettet werden.
Hunter und Jenny ziehen danach nach London, wo sie eine gemeinsame Wohnung gefunden haben.

Charakteranalyse
Dr. David Hunter: Gilt als einer der angesehensten forensischen Anthropologen Englands und hat schon viele Einsätze für die Polizei absolviert und bei Mordaufklärungen mitgeholfen. Als jedoch seine Frau und seine Tochter starben, will er seine Vergangenheit hinter sich lassen und übernimmt die Stelle des Dorfarztes in Manham. Ganz verdrängen konnte er seine Vergangenheit jedoch nicht, denn er träumt regelmässig von seiner Frau und seiner Tochter. Auch hat er grosse Schwierigkeiten, sich auf Jenny einzulassen, weil er glaubt, dadurch seine Frau zu betrügen. Am Ende der Geschichte, als er dem Tod nahe ist, gibt ihn seine Frau im Traum frei und sagt ihm, er solle auf Jenny aufpassen. Das gibt ihm schliesslich die nötige Kraft, um Maitland zu überwältigen und Jenny zu retten.

Henry Maitland: Lernte bereits in jungen Jahren seine spätere Frau Diana kennen. Ihretwegen verzichtete er auf eine Ausbildung zum Psychologen und versuchte, so schnell wie möglich Arzt zu werden, damit er genügend Geld verdiente, um Diana etwas bieten zu können. Maitland nahm daher, bevor er die Zulassung als Arzt erhielt, die Stelle in Manham an. Diana war ihm dafür jedoch nicht dankbar, sondern betrog ihn mehrmals. Das ganze Dorf wusste es und niemand versuchte, es vor Maitland zu verheimlichen. Dessen Wut war gross, zumal er, weil er keine Zulassung hatte, nicht mehr aus Manham, das er so hasste, wegkam. Diese Wut war es, die Maitland dazu trieb, den jungen Ökonomen Ratcliff zu ermorden. Dieser war einer der vielen Liebhaber seiner Frau, konnte im Unterscheid zu den anderen jedoch nicht akzeptieren, dass es nur eine Affäre war und wollte Diana für sich haben.
Nach dem Mord wollte Maitland auch sein Leben und das von Diana beenden. Er fuhr mit dem Auto auf eine Brücke zu, um sich und seine Frau umzubringen. Doch im entscheidenden Moment verliess ihn der Mut und er versuchte noch auszuweichen. Für Diana war es bereits zu spät, sie starb noch an der Unfallstelle. Er selbst war fortan gelähmt und lebte im Rollstuhl. An den fahrbaren Untersatz gefesselt, lebte Maitland fortan in Manham. Als dann der junge Mason zu ihm kam und erzählte, dass er Sally Palmer entführt habe, sieht er die Möglichkeit, sich am verhassten Dorf und an seiner undankbaren und untreuen Ehefrau zu rächen. (fba)

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