"Die Einsamkeit der Primzahlen" ist das mehrfach ausgezeichnete und in 26 Ländern verkaufte Werk des Italieners Paolo Giordano. Es ist eine aussergewöhnliche Geschichte, von zwei aussergewöhnlichen Menschen. Obwohl mich dieses Genre sonst nicht anspricht, hat mich das Werk überzeugt.
Alice Della Rocca und Mattia Balossino sind Aussenseiter. Alice, weil sie seit einem Skiunfall ein steifes Bein hat und sich seit jenem Tag hässlich und fett fühlt. Sie leidet an Essstörungen und hat keine Freundinnen in der Schule. Mattia, weil er als Kind seine Zwillingsschwester Michela alleine zurück gelassen hat, um an einen Kindergeburtstag zu gehen. Seine Schwester hat man danach nie wieder gesehen. Die Schuldgefühle nagen an ihm und seine Lehrer stufen ihn als selbstmordgefährdet ein. Die beiden lernen sich auf einer Party kennen und freunden sich an. Es ist eine ganz spezielle Freundschaft, geprägt von gegenseitig Verständnis und funktioniert ohne grosse Worte. Doch obwohl die beiden für einander bestimmt zu sein scheinen, tun sie sich äusserst schwer.
Alles aus einem Guss
"Zum Teufel noch mal, was für ein phantastischer Schrifsteller!", steht auf der Rückseite des Werks geschrieben. Dies machte mich als lese- und schreibbegeisterten Zeitgenossen natürlich neugierig. Bereits auf den ersten Seiten schafft es Giordano, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Es ist nicht die Handlung, die einen mitreisst, denn viel passiert in diesem Werk nicht. Sondern es ist die Art und Weise, wie der Autor die Geschehnisse, die Orte und die Personen in Einklang bringt. Es wirkt alles rund, nichts eckt an, alles passt ins Gefüge. Er schafft es auch, ein sehr authentisches Bild der beiden Protagonisten zu zeichnen und ihre Leiden, ihre Gedanken und Gefühle realistisch und für den Leser verständlich zu Papier zu bringen. So macht lesen wirklich Spass.