Rezension: Brooklyn Brothers von Jason Starr


"Brooklyn Brothers" ist der Kriminalroman des US-Amerikanischen Schriftstellers Jason Starr. Ein Werk, das mich dank der direkten Art und seinem kontinuierlichen Sprachfluss von der ersten Seite an zu überzeugen vermochte und Lust auf mehr macht. 


Ryan Rossetti und Jake Thomas sind gemeinsam im New Yorker Viertel Brooklyn aufgewachsen, gingen in dieselbe Schule und spielten im selben Baseballteam. Beide hatten grosses Talent und standen vor einer erfolgreichen Karriere. Dann aber verletzte sich Rossetti und musste seine Karrierenpläne begraben, während Thomas zum gefeierten Star der Szene wurde. Die beiden ehemaligen Teamkameraden waren stets Rivalen gewesen und mochten dem jeweils anderen den Erfolg nicht gönnen. Auch jetzt fühlt sich Rossetti noch immer um seine Sportkarriere betrogen. 
Wie es das Schicksal will, kommt es nach Jahren zu einem Treffen zwischen den beiden, als Thomas seine Eltern in Brooklyn besucht. Rossetti freut sich auf die Ankunft von Thomas, denn er sieht eine Möglichkeit, sich endlich an ihm zu rächen. Thomas hatte seine Freundin Christina Mercado in den letzten Jahren vernachlässigt und so konnte Rossetti, der schon lange in Christina verliebt war, bei ihr Punkten. Die beiden sind zusammen gekommen und an diesem Abend will Christina sich von Thomas trennen. Dieser hat jedoch ganz andere Pläne und als sich auch zwei streitende New Yorker Gangs in den Konflikt einmischen, ist das Chaos perfekt. 

Verschiedene Blickwinkel
Jason Starr erzählt die Geschichte in Parallelhandlungen. Jedes Kapitel beschreibt die Handlung aus der Perspektive einer anderen Person. Entweder aus Rossettis und Thomas Sicht oder aus dem Blinkwinkel des ehemaligen Gangmitglieds Saiquan. So werden die Berührungspunkte der verschiedenen Protagonisten stets aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt, was die Geschichte für den Leser sehr spannend macht. Auch der Schreibstil von Starr vermag zu überzeugen. Nie wird es langweilig und mit seiner direkten und ehrlichen Sprache, die stets der Situation und dem agierenden Charakter angepasst ist, zieht er den Leser von Beginn weg in seinen Bann. Auch die Story vermag zu überzeugen, auch wenn der Schluss für meinen Geschmack zu viele Fragen offen lässt. 
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Inhaltsangabe: Brooklyn Brothers von Jason Starr


Inhalt

Ryan Rossetti und Jake Thomas lebten in ihrer Kindheit im selben Quartier von Brooklyn, besuchten dieselbe Schule und spielten gemeinsam Baseball. Beide waren sehr erfolgreich, auch wenn Ryan für den Erfolg hart arbeiten musste, während Jake das Leben mehr als Spiel sah. Die beiden verstanden sich nie gut und waren in allen Bereichen des Lebens Konkurrenten. 
Eine Verletzung zwang Rossetti zur Aufgabe seiner Profikarriere. Er arbeitet nun als Anstreicher in einem Malergeschäft und lebt noch immer in Brooklyn. Thomas hingegen hat sich zum gefeierten Star der Baseballszene hoch gearbeitet und scheffelt Millionen. Die beiden treffen sich wieder, als Thomas für einen Besuch zu seinen Eltern nach Brooklyn zurückkehrt. Das ganze Viertel ist im Ausnahmezustand und feiern ihren Star. Was viele nicht wissen, das ganze ist nur Fassade. Thomas ist ein selbstverliebter Egoist, der alles tun würde, damit er auf sämtlichen Titelseiten erscheint und so viel Geld wie möglich verdient. Auch seine Verlobte Christina, mit der er seit der Highschool liiert ist, interessiert ihn nur am Rande. Er betrügt sie in regelmässigen Abständen und pflegt kaum Kontakt zu ihr. 
Rossetti ist ebenfalls in Christina verliebt und die beiden haben in den Monaten vor Thomas Ankunft eine Affäre gehabt. Christina Mercado, die als Zahnarztassistentin arbeitet ist bereit, Thomas zu verlassen und offiziell mit Rossetti zusammen zu kommen. Am Abend von Thomas Party will sie mit ihm Schluss machen. 
Thomas hat aber ganz andere Pläne. Er hatte in der jüngsten Vergangenheit unwissentlich mit einer 14-Jährigen geschlafen, deren Familie nun damit drohte, an die Öffentlichkeit zu gehen. Thomas ist also dringend auf positive PR angewiesen und was passt da besser, als die Bekanntgabe des Hochzeitstermins von Jake Thomas und seiner Jugendliebe Christina Mercado? Er schafft es, Christina, die bereits Schluss gemacht hat, davon zu überzeugen, bei ihm zu bleiben. Er verspricht ihr ein schönes Leben als reiche Gattin des prominenten Baseballstars und zeigt ihr die Vorzüge auf. Christina lässt sich erweichen und lässt Rossetti stehen.
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Rezension: Die Gründung von Facebook von Ben Mezrich


"Die Gründung von Facebook" lieferte die Vorlage für den weltberühmten Film "The Social Network" mit Jesse Eisenberg und Justin Timbelake. Die leicht zu lesende Lektüre von Ben Mezrich beleuchtet Mark Zuckerberg und Facebook von einer bisher für viele unbekannten Seite.


Eduardo Saverin und Mark Zuckerberg haben einiges gemeinsam. Sie sind Nerds, interessieren sich für Computer und versuchen erfolglos bei Frauen an der Harvard Universität zu punkten. Aus ihrem Problem versuchen sie mit der Entwicklung eines sozialen Netzwerks Profit zu schlagen - die Idee von Facebook ist entstanden. Ihre Website schlägt ein wie eine Bombe und die Mitgliederzahlen explodieren innert kürzester Zeit. Der Erfolg hat jedoch auch negative Seiten und die Freundschaft zwischen Zuckerberg und Saverin droht zu zerbrechen. 

Aufwändige Recherche
Ben Mezrich hat mit grossem Aufwand versucht, die Ereignisse rund um die Gründung und Entwicklung des weltweit grössten sozialen online Netzwerks aufzuarbeiten und in eine für den Leser angenehme Form zu bringen. In vielen Gesprächen mit Beteiligten hat er sich viel Insiderwissen angeeignet, das er in diesem Werk zum Besten gibt. Für Unterhaltung ist gesorgt und der Schreibstil von Mezrich vermag zu gefallen. Das Buch liest sich leicht und man erfährt viel Neues über die involvierten Personen. Vor allem Mark Zuckerberg wird in einem zweifelhaften Licht dargestellt. Schade ist aber, dass sich ausgerechnet Zuckerberg nicht dazu bereit erklärt hat, mit Mezrich zu reden. Daher sind gerade die Erzählungen aus seiner Perspektive mit Vorsicht zu geniessen, wobei Mezrich auch immer klar angibt, was er belegen kann und was nicht. 

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Inhaltsangabe: Die Gründung von Facebook von Ben Mezrich



Inhalt

Eduardo Saverin versucht sich an der Harvard Universität einen Namen zu machen. Die 300 000 Dollar, die er mit einer Ölspekulation verdient hatte, ermöglichen ihm die Aufnahme ins Auswahlverfahren des Phoenix Club, einer angesehenen Studentenverbindung in Harvard.
Saverin lernt Mark Zuckerberg kennen, nachdem er ihn anfänglich als Nerd und Computerfreak abgestempelt hatte. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut, denn beide verbindet die Tatsache, dass sie von ihren Kommilitonen kaum beachtet werden und vor allem bei den Frauen keinen Erfolg haben. Als der eigensinnige Zuckerberg einmal mehr von einer Frau abserviert wurde, beginnt er leicht angetrunken die Bilder aller Harvard Studentinnen von den Universitätsrechnern herunter zu laden. In der Folge kreiert er eine Website, auf der jeweils zwei zufällig ausgewählte Schülerinnen nebeneinander angezeigt und vom User bewertet werden konnten. Er schickt den Link an ein paar Studienkollegen und lässt in der Folge seinen PC für einige Stunden ausser Acht. Als er zurück kommt, ist sein Laptop, den er als Server benutzt hatte, gecrasht: 22 000 Aufrufe verzeichnete die Website!
Zuckerberg steht nun vor einem grossen Problem, denn er hat sich die Bilder illegal besorgt und muss nun vor dem Schulausschuss antraben. Dieser lässt ihn mit einer Ermahnung davon kommen. 
Durch die Aktion hat Zuckerberg aber ein gewisses Mass an Ruhm erlangt in Harvard, denn sogar die Universitätszeitung Crimson hat über ihn und seine Website geschrieben. So wurden auch die Gebrüder Winklevoss auf Zuckerberg aufmerksam. Die beiden Zwillinge hatten gemeinsam mit einem Studienkollegen bereits an einem sozialen Netzwerk gearbeitet, doch der Programmierer hatte die Gruppe verlassen. Die drei wollten nun, dass Zuckerberg die Programmierung der Seite übernimmt und sie arrangieren ein Treffen mit ihm. Dieser hört sich den Vorschlag an und sagt, er überlege sich, wie er die Programmierung am besten vornehmen könne. 
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Rezension: Das siebte Kreuz von Anna Seghers



"Das siebte Kreuz" ist der 1942 erstmals erschienene Roman der Deutschen Schriftstellerin Anna Seghers. Seit der ersten Veröffentlichung hält der Erfolg des im französischen Exil entstandenen Werks an und wurde in der DDR als Musterbeispiel des Sozialistischen Realismus zur Pflichtlektüre. 

Georg Heisler gelingt gemeinsam mit sechs weiteren Inhaftierten des Konzentrationslagers Westhofen die Flucht. SS-Scharführer und Lagerkommandant Fahrenberg lässt für die sieben Flüchtlinge sieben Platanenkreuze anfertigen und kündigt an, innerhalb von sieben Tagen seien die Flüchtenden wieder gefasst. Fahrenberg erreicht sein Ziel beinahe, doch Georg Heisler ist auch nach sieben Tagen noch frei und es fehlt jede Spur von ihm.

Schreibstil nimmt den Schwung
"Das siebte Kreuz" wurde sowohl als Comic als auch als Film veröffentlicht und der Roman wird auch noch heute gut verkauft. Vom thematischen Standpunkt aus betrachtet ist das sicherlich nicht überraschend (mehr dazu später), doch der Schreibstil von Seghers ist nicht für jedermann zugänglich. Normalerweise brauche ich für die Lektüre eines 400-seitigen Buchs nicht sehr lange, doch für dieses Werk brauchte ich mehrere Woche. Das lag nicht etwa daran, dass es ein schlechtes oder langweiliges Buch wäre - im Gegenteil. Aber man kann nicht einfach Mal kurz am Abend ein paar Seiten lesen, für "Das siebte Kreuz" muss man sich Zeit nehmen, damit man in die Geschichte hinein findet. Seghers schreibt in langatmigen und verschachtelten Sätzen und benutzt Parallelhandlungen und Montagen, was es teilweise schwierig macht, der Handlung zu folgen. Es ist daher ein gewisses Mass an Ausdauer gefragt und der teils komplizierte und aus heutiger Sicht nicht mehr ganz zeitgemässe Schreibstil (Wortschatz und Satzbau) nimmt zeitweise den Schwung aus der Erzählung.
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Inhaltsangabe: Das siebte Kreuz von Anna Seghers


Inhalt

Georg Heisler kann gemeinsam mit sechs Kameraden aus dem Konzentrationslager Westhofen bei Worms fliehen. Sofort wird nach den Flüchtigen gefahndet und Lagerkommandant SA-Scharführer Fahrenberg lässt verlauten, dass diese innerhalb von sieben Tagen wieder zurück gebracht werden sollen. Als Zeichen dafür lässt er auf dem Gelände von Westhofen sieben Platanen kappen und auf Schulterhöhe eine Querverstrebung anbringen - ein Kreuz für jeden der sieben Flüchtlinge. 
Georg flüchtet bis zu einer nahegelegenen Fabrik, wo er sich eine Jacke klaut. Sein Ziel ist es, bis nach Frankfurt zu kommen, wo seine Freundin Leni auf ihn wartet. Per Anhalter, mit der Strassenbahn und zu Fuss schafft er es bis in die Stadt, doch als er Leni überraschen will, erfährt er, dass diese mit einem Nazi zusammen ist und sie gibt erst noch vor, ihn nicht zu kennen. Auf seiner Flucht hat er sich seine Hand verletzt und muss sich daher von einem Arzt pflegen lassen. Während seiner Flucht bricht die Verletzung mehrmals wieder auf, was ihn jedoch nicht davon abhält, weiter zu kämpfen. 
In der Stadt trifft er auf Füllgrabe, einer der gemeinsam mit ihm geflohen war. Dieser will Georg dazu überreden, sich mit ihm zu stellen, da ihre Flucht sowieso hoffnungslos sei und sie bald gefunden würden. Georg denkt jedoch noch lange nicht ans Aufgeben und sucht nach einem weiteren Ausweg. Er weiss, dass seine Familie und seine ehemaligen Freunde wie beispielsweise Franz Marnett oder seine Ehefrau Elli Mettenheimer, von der er sich jedoch getrennt hat, von der Gestapo überwacht werden.
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Rezension: Allmen und der rosa Diamant von Martin Suter


"Allmen und der rosa Diamant" ist der zweite Fall des Ermittlerduos Johann Friedrich von Allmen und Carlos de Léon. Dem Schweizer Erfolgsautoren Martin Suter ist mit dem zweiten Teil eine klare Steigerung zum Debüt gelungen, die Lust auf mehr macht.


Allmen und seit Guatelmaltekischer Butler Carlos, der illegal in der Schweiz lebt, haben die "Allmen International Inquiries" gegründet, eine Frima, die sich darauf spezialisiert hat, verschwundene Kunstobjekte wieder zu finden. Vom Engländer Montgomery erhalten sie den Auftrag, den Russen Sokolov aufzuspüren und ihn zu beschatten. Mit viel Geschick und der Fähigkeit, sich jeder Situation anzupassen, ermittelt das ungleiche Duo mit Erfolg. Sie spüren den vermeintlichen Diamantendieb Sokolov in einem deutschen Luxushotel auf und beschatten ihn. Als Sokolov von zwei Engländern umgebracht wird und der rosa Diamant plötzlich in den Händen eines Asiatischen Grossindustriellen auftaucht, realisieren Allmen und Carlos, dass da etwas nicht ganz stimmen kann und ihr Auftraggeber sie nicht über alles informiert hat.

Suter wie immer stark
Über die Qualitäten von Martin Suters Schreiben muss man nicht viele Worte verlieren: Die sind schlicht Extraklasse. Wie in beinahe allen Werken besticht er durch seine kurzen, aber dennoch treffenden Beschreibungen von Personen, Orten und Handlungen, die oftmals an Regieanweisungen in einem Drehbuch erinnern. Im zweiten Allmen-Band, kann sich der Leser auch schon viel besser mit den beiden Ermittlern identifizieren und im Vergleich zum Debüt haben sich die Figuren auch entwickelt. Carlos ist zwar noch immer der Butler, doch vermehrt kommen die guten Ideen und Vorschläge von ihm und auch finanziell sind die beiden mindestens gleichberechtigte Teilhaber der Firma. Allmen lebt noch immer auf grossem Fusse und ist ein Meister darin, sich als jemanden auszugeben, der er nicht ist und gelangt so an Informationen. 
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Inhaltsangabe: Allmen und der rosa Diamant von Martin Suter


Inhalt

Seit ihrem letzten Fall haben Allmen und Carlos ihr eigenes Unternehmen gegründet: die Allmen International Inquiries. Zu Beginn waren sie hauptsächlich in der Schweiz mit wenig lukrativen Aufträgen beschäftigt, doch nun erhalten sie von Herrn Montgomery, einem Engländer, den Auftrag, Artjom Sokolov ausfindig zu machen. Der Russe habe einen rosa Diamanten im Wert von 45 Mio. Franken gestohlen.
Allmen und Carlos beginnen am zuletzt bekannten Aufenthaltsort von Sokolov zu suchen, doch sie finden keine Spur von ihm. Weder in den Nachtclubs, noch in seiner alten Wohnung weiss man, wo er ist. Jedoch kriegen sie von allen, die sie befragen, dieselbe Auskunft: Sie seien bereits die dritten, die sich nach Sokolov erkundigen - nach zwei Engländern und zwei Amerikanern.
Über Sokolovs Putzfrau Maria Morena kommt Allmen an die neue Adresse des Russen, doch auch dort ist er nicht mehr. Die teure Villa steht leer, Sokolov war überstürzt aufgebrochen. Da jedoch sein Briefkasten noch immer voll ist, durchsuchen Allmen und Carlos die Post ihres Verdächtigen. Darin finden sie eine wichtige Information: Die Buchungsbestätigung eines Reisebüros für einen unbefristeten Aufenthalt in einem Luxushotel in Rostock. Allmen, der sich im luxuriösen Ambiente hervorragend auskennt, nimmt sich der Aufgabe an, Sokolov in diesem Hotel ausfindig zu machen. Wie mit ihrem Auftraggeber Montgomery abgemacht, meldet Allmen, dass er Sokolv gefunden habe. Da er und Carlos vom Auftauchen der beiden Engländer etwas irritiert waren, beschlossen sie, Montgomery nicht zu sagen, wo sie Sokolov gefunden hatten.
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