Inhaltsangabe: Atemschaukel von Herta Müller


Inhalt
Auf den gut 300 Seiten im Werk "Atemschaukel" von Herta Müller geht es im Wesentlichen um den 17-jährigen Leopold Auberg aus Siebenbürgen. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde er von einer Patrouille aufgegriffen und nach Russland in ein Arbeiterlager deportiert. Nach einer langen und ungemütlichen Zugfahrt in einem Viehwagon, erreichten die Deportierten ihr Ziel. 
Auf verschiedenen Baustellen mussten sie nun im Schichtbetrieb arbeiten. Erschwerend kam hinzu, dass sie kaum zu Essen bekamen und auch sonst unter unmenschlichen Bedingungen zu leben hatten. Sie wurden von der Lagerleitung schikaniert, sie mussten sich von einem Stück Brot den ganzen Tag ernähren, erhielten auch im kalten Winter keine brauchbare Kleidung und hausten gemeinsam mit 68 anderen im selben Zimmer. In der Folge beschreibt Herta Müller den Hunger und alle weiteren Probleme, mit denen die Internierten im Lager zu kämpfen hatten auf eindrückliche Art und Weise in verschiedenen nicht immer zusammenhängenden Episoden. 
Auch als der Frieden einkehrte, durften die Gefangenen noch nicht zurück in ihre Heimat - sie mussten weiter schuften. Im fünften Lagerjahr erhielten sie dann zumindest Geld für ihre Arbeit und konnten sich so immerhin wieder anständig ernähren und gute Kleidung kaufen. Im Jahre 1950 wurden die Insassen dann nach Hause geschickt. Für Leopold war dies eine komische Situation, denn er hatte während den gesamten fünf Jahren nur ein einziges Mal Kontakt gehabt mit seiner Familie. In jenem Brief hatte ihm seine Mutter kurz und knapp mitgeteilt, dass er einen Bruder erhalten hatte. Als er nun nach Hause kam, freute sich niemand so richtig, denn alle hatten sich damit abgefunden, dass er gestorben war. Leopold begann in einer Fabrik zu arbeiten, da er aber keine Ausbildung hatte, arbeitete er wie im Lager wieder als Handlanger. Auch sonst liessen ihn die Erlebnisse aus dem Arbeiterlager nicht los und nach einer 11-jährigen Ehe mit Emma zog er ohne sie davon in Kenntnis zu setzen nach Österreich. 
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Rezension: Atemschaukel von Herta Müller


"Atemschaukel" ist der Roman der Deutschen Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der im Jahre 2009 erschienen war. Darin verarbeitet Müller die Erlebnisse Deutscher Deportierter in einem Russischen Arbeitslager, welche vor allem von den Erzählungen des Lyrikers Oskar Pastior basieren, der selbst in einem solchen Lager interniert war. 

Der 17-jährige Leopold Auberg aus Siebenbürgen wurde nach Russland in ein Arbeitslager deportiert. Dort lebt er mit vielen Mitgefangenen und schuftet unter unmenschlichen Bedingungen. Er leidet unter der Kälte, der schlechten Kleidung und vor allem unter dem steten Hunger. Nach fünf Jahren Gefangenschaft wird er im Jahre 1950 entlassen und kehrt in seine Heimat zurück. Dort muss er dann aber feststellen, dass seine Familie gar nicht mehr mit seiner Rückkehr gerechnet hat und dass er noch immer unter den Eindrücken und den Erlebnissen der letzten fünf Jahren leidet. Deswegen scheitert auch seine Ehe mit Emma nach mehr als 11 Jahren und er lebte den Rest seines Lebens alleine in Österreich. 

Poetische Annäherung an das Grauen
So könnte man die Erzählung von Herta Müller wohl am ehesten Umschreiben. In vielen einzelnen Episoden, die nicht direkt zusammenhängen, sich jedoch in eine grössere Chronologie einordnen lassen, erzählt sie von den Leiden der Gefangenen im Arbeiterlager. Sie behilft sich dabei sehr oft der rhetorischen Stilmittel Metapher und Repetition. Wichtig ist dabei sicherlich auch die Verwendung der Personifikation des Hungers als Engel. Das zentrale Element des Werks ist der Hunger, den die Gefangenen erleiden müssen. Mit vielen Umschreibungen und Vergleichen schafft es Müller, das Gefühl, dass man eigentlich gar nicht mit Worten beschreiben kann, etwas greifbarer zu machen.
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Rezension: Corpus Delicti von Juli Zeh

"Corpus Delicit" ist ein Werk der Deutschen Schriftstellerin Juli Zeh, in dem sie eine beängstigende Zunkunftsvision aufzeigt, in der die Gesundheit und der gesunde Körper das oberste Gut sind. Wie weit darf eine Regierung gehen und wie hoch soll der Stellenwert der Gesundheit sein? Diese und viele Fragen mehr wirft das Buch auf.

Mia Holl ist eine angesehene Biologin und arbeitet für die Regierung, hier Methode genannt. Obwohl die Methode über jeden Mensch anhand der Daten, die es von einem im Oberarm implantierten Chip sammelt, Buch führt, ist sie eine Anhängerin der Methode. Als dann aber ihr Bruder Moritz wegen Vergewaltigung veruteilt wird, obwohl er stets seine Unschuld beteurt hatte, wachsen in ihr Zweifel. Mia beginnt ihre Pflichten zu vernachlässigen und zieht so den Unmut der Methode auf sich. Zusammen mit ihrem Antwalt Rosentreter schafft sie es zu beweisen, dass Moritz unschuldig war. Die Tatsache, dass die Methode fehlbar ist, lässt einige hohe Tiere nervös werden und diese beginnen eine Hexenjagd auf Mia.

Erschreckend nahe an der Wirklichkeit
Juli Zehs Geschichte spielt in der Mitte des 21. Jahrhunderts, also gerade mal etwa 50 Jahre in der Zukunft. Auf den ersten Blick scheint es völlig utopisch, dass sich bei uns ein solches System etablieren kann, welches seine Bürger komplett überwacht und kontrolliert und vor allem auch in Fragen der Gesundheit und der Umwelt so resolut durchgreift. Doch denkt man ein bisschen weiter, sind die Überlegungen von Zeh gar nicht so weit weg von der Wirklichkeit. Der Staat bekommt immer mehr Macht, es gibt auch heute viele Diktaturen und die Fragen der Gesundheit werden immer wichtiger und der Staat versucht auch in diesem Bereich immer mehr Einfluss zu nehmen. Hinzu kommt, dass in den Medien vermehrt mit dem Wunschdes Kunden nach einem perfekten Körper gearbeitet wird, was den Drang der Bürger hin zur Gesundheit und zum perfekten Körper verstärkt. Das Szenario von Zeh ist zwar etwas übertrieben, aber trotzdem beängstigend nahe an der Wirklichkeit.
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Inhaltsangabe: Corpus Delicti von Juli Zeh

Inhalt
Die 30-jährige Mia Holl arbeitet als Biologin und lebt in einer Welt, in der die Gesundheit und der gesunde Körper das oberste Gut ist. Dies wird von der Regierung, in diesem Werk die Methode genannt, in Form einer Gesundheitsdiktatur durchgesetzt. Über einen Chip im Oberarm werden Daten aller Bürger gesammelt. So gibt es von jedem Bewohner Statistiken über dessen Urin-, Blut- und Schlafwerte. Der Partner wird von einer Agentur ausgesucht und darf nur ein Immunsystem haben, das zu einem passt. So wird verhindert, dass wieder Krankheiten ausbrechen. Jeder Bürger muss auch ein Sportpensum absolvieren und darf weder Rauchen noch Alkohol trinken.
Doch nicht nur die Bürger werden kontrolliert, sondern es wird auch sonst peinlich genau auf Sauberkeit und Ordnung geschaut. Es gibt keine Autos und Züge, sondern nur noch magnetisch betriebene ÖV und auch die umweltbelastenden Kraftwerke existieren nicht mehr.
In dieser Welt lebt Mia Holl und sie ist von diesem System absolut überzeugt, bis ihr Bruder wegen der Vergewaltigung an Sybille verurteilt wird. Ihr Bruder Moritz beteuert jedoch bis zum Schluss seine Unschuld - ohne Erfolg. Er wird verurteilt und Mia hilft ihm in der Folge, sich das Leben zu nehmen, in dem sie ihm einen Faden ins Gefängnis bringt, mit dem er sich erhängt. Dieser Schicksalsschlag bringt Mia ins Grübeln und sie vernachlässigt ihre Pflichten. Sie gibt ihre Resultate nicht mehr zeitgerecht ab und auch ihr Sportpensum absolviert sie nicht mehr.
Dadurch kommt sie in Konflikt mit der Methode und muss mehrmals vor Gericht vorsprechen. Da ihre Arbeit als Biologin sehr geschätzt wird, lässt man sie die ersten Male noch mit einer Verwarnung davon kommen. Als sie dann aber beim Rauchen erwischt wird, ist es vorbei mit den Zimperlichkeiten und sie wird erneut vorgeladen. Ihr wird vorgeworfen sie arbeite gegen die Methode, doch Mia versucht zu erklären, dass sie nur Ruhe braucht, um sich von ihrem Schicksalsschlag zu erholen. Ihr Pflichtverteidiger Rosentreter kann erreichen, dass sie nur für zwei Jahre auf Bewährung gesetzt wird.
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Rezension: Der Steppenwolf von Hermann Hesse


"Der Steppenwolf" von Hermann Hesse ist eines der wohl bekanntesten Werke überhaupt und hat Hesse unter anderem zum Nobelpreis der Literatur verholfen. Zum Lesen ist es anspruchsvoll und teilweise verwirrend, dennoch sind sehr interessante Erkenntnisse daraus zu ziehen.

"Der Steppenwolf" handelt vom Einzelgänger Harry Haller, der sein Leben der Literatur und der Musik verschrieben hat. Allerdings nicht derjenigen seiner Zeit, sondern derjenigen von früher. Goethe und Mozart waren seine Lieblingskünstler. Neben dem Studium der Kunst und dem Schreiben von Büchern war Haller stets auf Konfrontationskurs mit der Gesellschaft. Er war gegen den Krieg, verstand ihre Vorlieben nicht und mied verbindliche oder enge Kontakte zu Menschen. Er war, genauso wie auch seine zweite Persönlichkeit, ein Steppenwolf. Dieser Steppenwolf war es, der in ihm diese asozialen Neigungen entwickelte und der von animalischen Trieben geleitet wurde. Haller hatte in sich also immer den Kampf zwischen seinen beiden Persönlichkeiten auszutragen, worunter er sehr litt und sich sogar das Leben nehmen wollte. Erst mit dem Auftauchen von Hermine nimmt sein Leben eine positive, aber auch dramatische Wende. 

Kein Pageturner
Das Werk von Hermann Hesse ist das genaue Gegenteil eines Schmöckers, oder neudeutsch ausgedrückt, eines Pageturners. Man muss sich Zeit nehmen für die Lektüre und man darf sich nicht ablenken lassen, ansonsten hat man keine Chance, die teils sehr komplexen und schwierigen Gedankengänge von Hesse zu verstehen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Hesse sich sehr eloquent ausdrückt, viele Fachbegriffe verwendet und hypotaktische Satzgefüge von teilweise bis zu einer halben Seite niederschreibt. Dennoch ist es interessant zu lesen und der Schreibstil von Hesse ist beeindruckend.
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Inhaltsangabe: Der Steppenwolf von Hermann Hesse


Inhalt
Harry Haller stand kurz vor seinem fünfzigsten Geburtstag und zog durchs Land. Zur Zeit der Erzählung lebte er gerade für zehn Monate in einer Stadt, die er zum letzten Mal vor fünfundzwanzig Jahren besucht hatte.
Haller hatte eine schwierige Vergangenheit, in der ihn unter anderem seine Frau verlassen hatte, weil sie verrückt geworden war. Seit diesem Ereignis zog Haller von einem Ort zum nächsten und war bekannt für seine Antikriegshaltung, für seine Gesellschaftskritik und für seine Bewundern für Mozart und Goethe. Er verstand die Gesellschaft und ihr Verhalten nicht, denn für ihn waren Theater, Kinos und Restaurants etwas schreckliches. Haller war ein Einzelgänger und mied engen Kontakte zu Menschen. Er hatte eine Geliebte, die er aber nur sporadisch traf. Zu seiner Person passt auch, dass er mit dem Steppenwolf einen zweiten Charakter besass, einen der sich von der Gesellschaft abwandte, der von animalischen Trieben gesteuert war und der jeglichen Spass verabscheute. Haller stand stets im Klinsch zwischen diesen beiden Persönlichkeiten, worunter er sehr litt. Diese Leiden gingen soweit, dass er sich an seinem fünfzigsten Geburtstag das Leben nehmen wollte.
Kurz davor lernte er allerdings Hermine kennen, für die er sofort Sympathien hegte. Bereits bei ihrem zweiten Treffen in einem Restaurant eröffnete sie ihm, dass er sich einmal in sie verlieben werde, seine Aufgabe jedoch sein würde, sie zu töten. Haller war von Hermine fasziniert und erfüllte ihr alle Wünsche. So begann er trotz seiner Skepsis zu tanzen, ging mit ihr aus und fand so den Gefallen am Leben, der Liebe und dem Gefühl von Glück. Hermine vermittelte ihm auch eine Gespielin in der Person von Maria, mit der sich Haller sexuell austoben konnte.
Das Ziel von Hermine war der bald anstehende Maskenball. Sie verabredete sich mit Haller, liess ihn jedoch lange zappeln. Dieser wollte bereits gehen, als sie ihm eine Nachricht zukommen liess, wo sie sich befand. Als Haller sie fand begann für ihn ein unvergesslicher Abend in Ekstase. Er tanzte mit allen Frauen, vergass völlig die Zeit und liess sich einfach treiben.
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