Inhaltsangabe: Flattermann von Hansjörg Schneider

Inhalt
Der Basler Kriminalkomissär Hunkeler geniesst seinen Urlaub und verbringt viel Zeit mit Schwimmen im Rhein. Dabei wird er Zeuge, wie ein alter Mann von der Johanniterbrücke ins Wasser stürzt. Hunkeler, der ein guter Schwimmer ist, ist wie gelähmt und eilt ihm nicht zu Hilfe. Erst ein holländischer Bootsfahrer zieht denn über 80-jährigen Mann an Land. Dieser lebt noch und wird von den Sanitätern ins Spital gebracht. 
Hunkeler plagt das schlechte Gewissen, weil er nicht geholfen hat, und so beschliesst er, den Mann im Spital zu besuchen. Dort erfährt er, dass Freddy Lerch seinen Verletzungen erlegen ist. Hunkeler, der in Lerch seinen verstorbenen Vater sieht, von dem er sich nie verabschieden konnte, besteht darauf, dass er die Leiche von Lerch anschauen kann. 
Auch nach dem Abschied lässt ihn der Tote nicht mehr los. Zu stark sind die Erinnerungen an seinen Vater. Hunkeler beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, obwohl er im Urlaub ist. Er stattet der Wohnung von Lerch unerlaubt einen Besuch ab und entwendet dabei ein blaues Heft, in dem der alte Mann seine Lebensgeschichte niedergeschrieben hatte. Zudem findet er einen Check über 50 000 Franken, der Lerch für seinen Grossneffen Silvan ausgestellt hat. Bei seinem Besuch wird er von der Nachbarin Denise überrascht, kann sich jedoch geschickt heraus reden. 
Am Rhein trifft er auf seinen Arbeitskollegen Madörin, der den Fall von Lerch bearbeitet. Die Polizei habt Silvan Lerch mit einem Koffer voller Heroin am Flughafen verhaftet. Dieser hatte sich mit den 50 000 Franken ein Luxusauto gekauft, wollte damit nach Kuwait fahren und es dort gewinnbringend verkaufen. Doch bereits in Istanbul wurde es ihm, gemeinsam mit all seinen restlichen Habseligkeiten gestohlen. Lerch sah keinen anderen Ausweg, als den Koffer voller Drogen in die Schweiz zu schmuggeln. 


Für Hunkeler ist jetzt schnell klar, dass sich Freddy Lerch das Leben genommen hat, weil er sich mitschuldig fühlt an dem, was seinem Grossneffen widerfahren war. Trotzdem lässt Hunkeler die Sache nicht los und er beginnt, die Lebensgeschichte von Freddy Lerch zu lesen. Diese fasziniert ihn und er erkennt zunehmend mehr Parallelen zwischen seinem Leben und dem von Lerch. 
In regelmässigen Abständen trifft Hunkeler auf Madörin, der ihn jeweils über die neuesten Ermittlungen in Kenntnis setzt. Silvan Lerch ist während eines Arztbesuchs aus dem Polizeigewahrsam ausgebrochen und steht nun auf der Fahndungsliste von Interpol. Hunkeler ist wütend, denn für ihn ist klar, dass Silvan freigekommen wäre, wenn er dem Staatsanwalt erzählt hätte, was genau passierte. Also versucht Hunkeler Denise, die Freundin von Silvan, davon zu überzeugen, dass dieser sich stellt (Hunkeler weiss aus Lerchs Geschichte von der Beziehung der beiden). Denise ist überrascht und verängstigt zugleich, dass Hunkeler sie aufsucht. Sie sagt, dass Silvan bereits eine neue Identität habe und dass ihn niemand finden würde. 
Hunkeler besucht die Beerdigung von Lerch und ist enttäuscht über den geringen Besucheraufmarsch und die schlechte Predigt des Pfarrers. Der alte Mann ist ihm mittlerweile ans Herz gewachsen, auch wenn er ihn nur aus den Erzählungen im blauen Heft kennt. Hunkeler erkennt, dass er für sich etwas verändern muss, wenn er sein Leben wieder auf die Reihe kriegen will. Spontan entscheidet er sich, nach Paris zu gehen. In die Stadt, in der er früher einmal gelebt hatte und die auch Freddy Lerch jedes Jahr bereiste. Im Afrikanischen Viertel von Paris entdeckt er die Lebensfreude, die Energie, die Liebe und die Vielfältigkeit des Lebens von Neuem. Er geniesst die Zeit in vollen Zügen und realisiert, dass sein altes Leben gar nicht so schlecht ist und dass ihm die Beziehung zu seiner Partnerin Hedwig viel bedeutet. Per Zufall läuft er in Paris auch Silvan über den Weg, doch er beschliesst, diesen nicht anzuzeigen und ihm die Chance zu geben, ein neues Leben zu beginnen. 

Charakteranalyse
Hunkeler: Ist in seinen 50ern und arbeitet als Kriminalkomissär in Basel. Er ist seit Längerem mit seiner Partnerin Hedwig zusammen. Hunkeler, ein kauziger Kerl, geht gerne im Rhein schwimmen und geniesst das Leben in Basel. Die Stadt gefällt ihm. 
Als er den Selbstmord von Lerch mit anschauen muss, rüttelt ihn das auf. Es bricht eine alte Wunde in ihm auf, denn Lerch erinnert ihn an seinen Vater, von dem er sich nie richtig verabschieden konnte. Also beginnt er auf eigene Faust mehr über Lerch in Erfahrung zu bringen. Durch die Lektüre von dessen Memoiren realisiert er, dass sein Leben nicht so verläuft, wie es sollte. Dank der Reise nach Paris findet er wieder zu sich selbst und erkennt, dass er mit dem was er hat, durchaus zufrieden sein kann. 

Freddy Lerch: Kam 1916 zur Welt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen im kleinen Dorf Barzwil auf. Sein Vater war Posthalter und die Mutter führte einen kleinen Bauernhof. Er hatte einen Bruder, der schon früh an Tuberkulose starb, und zwei Schwestern. Sein Vater verstarb ebenfalls bereits früh an einem Herzschlag und Lerch begann daraufhin in Laufen eine Lehre als Konditor. In der Schule hatte er öfters Probleme mit den Lehrern, weil er nicht auf den Kopf gefallen war und sagte, wenn im etwas nicht passte. 
Lerch hatte immer viele Frauengeschichten am Laufen, doch eine Frau zum Heiraten fand er nie. Zudem verliebte er sich unglücklich in eine namentlich nicht erwähnte Katholikin, die ihre Familie für ihn nicht verlassen wollte. Um Abstand zu gewinnen, heuerte Lerch auf einem Schiff an, mit dem er in  die Karibik fuhr. Das Leben auf dem Schiff und in der Karibik gefiel ihm gut und er verbrachte dort beinahe zwei Jahrzehnte. Da er die Karriereleiter hochkletterte und es bis zum Chef Steward brachte, häufte er sich ein kleines Vermögen an. 
Als er in die Schweiz zurückkehrte, hatte er zuerst Probleme, sich wieder an seine alte Heimat und an die griesgrämige, verlogene und ignorante Gesellschaft anzupassen. Er lebte in einer kleinen Wohnung und arbeitete bis zu seiner Pensionierung 25 Jahre lang bei der Tommy AG und produzierte Mayonnaise. 
Auch nach seiner Rückkehr hatte Lerch immer mal wieder etwas mit einer Frau, doch erst sein Grossneffe Silvan, brachte wieder neuen Schwung in sein Leben. Er nahm den Jungen bei sich auf und half ihm, im Leben Fuss zu fassen. Silvan, der eine Lehre als Koch absolvierte, war unternehmungslustig genau wie Freddy selbst. Aus diesem Grund vermachte er ihm auch 50 000 Franken, um ein Auto zu kaufen, dieses nach Kuwait zu fahren und es dort gewinnbringend zu verkaufen. Die Sache ging schief und Silvan wurde verhaftet. Nach dessen Flucht aus dem Polizeigewahrsam, nahm sich Freddy Lerch das Leben. (fba)

1 Kommentare :

Anonym hat gesagt…

schlechtes buch!

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