Rezension: Allmen und der rosa Diamant von Martin Suter


"Allmen und der rosa Diamant" ist der zweite Fall des Ermittlerduos Johann Friedrich von Allmen und Carlos de Léon. Dem Schweizer Erfolgsautoren Martin Suter ist mit dem zweiten Teil eine klare Steigerung zum Debüt gelungen, die Lust auf mehr macht.


Allmen und seit Guatelmaltekischer Butler Carlos, der illegal in der Schweiz lebt, haben die "Allmen International Inquiries" gegründet, eine Frima, die sich darauf spezialisiert hat, verschwundene Kunstobjekte wieder zu finden. Vom Engländer Montgomery erhalten sie den Auftrag, den Russen Sokolov aufzuspüren und ihn zu beschatten. Mit viel Geschick und der Fähigkeit, sich jeder Situation anzupassen, ermittelt das ungleiche Duo mit Erfolg. Sie spüren den vermeintlichen Diamantendieb Sokolov in einem deutschen Luxushotel auf und beschatten ihn. Als Sokolov von zwei Engländern umgebracht wird und der rosa Diamant plötzlich in den Händen eines Asiatischen Grossindustriellen auftaucht, realisieren Allmen und Carlos, dass da etwas nicht ganz stimmen kann und ihr Auftraggeber sie nicht über alles informiert hat.

Suter wie immer stark
Über die Qualitäten von Martin Suters Schreiben muss man nicht viele Worte verlieren: Die sind schlicht Extraklasse. Wie in beinahe allen Werken besticht er durch seine kurzen, aber dennoch treffenden Beschreibungen von Personen, Orten und Handlungen, die oftmals an Regieanweisungen in einem Drehbuch erinnern. Im zweiten Allmen-Band, kann sich der Leser auch schon viel besser mit den beiden Ermittlern identifizieren und im Vergleich zum Debüt haben sich die Figuren auch entwickelt. Carlos ist zwar noch immer der Butler, doch vermehrt kommen die guten Ideen und Vorschläge von ihm und auch finanziell sind die beiden mindestens gleichberechtigte Teilhaber der Firma. Allmen lebt noch immer auf grossem Fusse und ist ein Meister darin, sich als jemanden auszugeben, der er nicht ist und gelangt so an Informationen. 


Der etwas andere Krimi
Das Duo Allmen/Carlos ist kein normales Ermittlerduo, wie man es aus viele Kriminalromanen oder Filmen kennt. Genau darin liegt meiner Meinung nach das Erfolgspotential der Krimiserie. Allmen ist hochverschuldet und gibt dennoch immer viel zu viel Trinkgeld, geht in die Oper, lässt sich von einem Chaffeur herumfahren und isst gerne in guten Restaurants. Eigentlich eine Charaktereigenschaft, die einen Menschen nicht gerade sympathisch erscheinen lässt, aber Suter schafft es, dass Allmen mit seiner speziellen Art dem Leser ans Herz wächst. Er ist stilvoll, zollt seinem Gegenüber Respekt und ist stets hochanständig. Dass ein Ermittler bei seiner Beschattung sich in einem deutschen Luxushotel verwöhnen lässt, während sein Partner in der Schweiz für Haus und Garten schaut, ist genauso ungewöhnlich wie die Tatsache, dass es in einem Krimi zu keinen Schiessereien, Verfolgungsjagden, Verhaftungen und Verhöre durch die Ermittler kommt. In Suters Krimiserie läuft alles ein wenig anders, alles ein wenig stilvoller ab, genauso wie Allmen auch durch sein Leben geht: Mit viel Würde und Eleganz - ein wahrer Gentleman eben. 
(fba)

Bibliografische Angaben:

Titel: Allmen und der rosa Diamant
Autor: Martin Suter
Seiten: 219
Erschienen: 2011
Verlag: Diogenes
ISBN-10: 3257067992
ISBN-13: 978-3257067996
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