Textsorte: Märchen

Was ist ein Märchen?
Ein Märchen ist eine Prosaerzählung, die nicht sehr lang ist. Dabei handelt es sich fast ausschliesslich um Geschichten, in der Gut gegen Böse kämpft, wobei am Ende wird immer das Gute gewinnen, während das Böse bestraft wird. Die Charaktere, die in den Märchen vorkommen sind stets typisiert und weisen keine komplexen Charaktereigenschaften auf. So ist beispielsweise die Prinzessin immer hübsch und die Stiefmutter böse. In jedem Märchen wirken auch übernatürliche und phantastische Kräfte wie beispielsweise Hexen, Feen, Zauberer oder Zwerge mit. Ebenfalls ein wichtiger Teil eines Märchens ist die Moral, wobei diese nicht immer besonders tiefgründig sein muss, Hauptsache das Gute gewinnt. 

Wie schreibe ich ein Märchen?
Wenn Sie ein Märchen schreiben wollen, sollten Sie folgende Punkte unbedingt berücksichtigen:
  • Es wird in der Vergangenheit erzählt
  • Es war einmal ist der Standard-Eröffnungssatz
  • Die Handlung verläuft chronologisch (ohne Vorausdeutungen und Rückblenden)
  • Einfache Sprache, oftmals parataktische Satzgefüge
  • Figuren sind typisiert und nicht komplex
  • Am Ende wird das Gute das Böse besiegen

Beispiel eines Märchens
Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floss ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor, und deswegen musste sich der alte Großvater endlich hinter den Ofen in die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal satt; da sah er betrübt nach dem Tisch und die Augen wurden ihm nass. Einmal auch konnten seine zittrigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte nichts und seufzte nur. Da kaufte sie ihm ein hölzernes Schüsselchen für ein paar Heller, daraus musste er nun essen. Wie sie da so sitzen, so trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein zusammen. »Was machst du da?«, fragte der Vater. »Ich mache ein Tröglein«, antwortete das Kind, »daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin.« Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an Fingen endlich an zu weinen, holten alsofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete. (Jacob und Wilhelm Grimm)
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1 Kommentare :

Unknown hat gesagt…

Danke, hat mir sehr für meinem Vortrag geholfen. :)

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