Rezension: Ruhm von Daniel Kehlmann


„Ruhm“ ist das Werk des deutschen Erfolgsautoren Daniel Kehlmann, der dank seines Romans „Die Vermessung der Welt“ weltweite Bekanntheit erlangt hatte. Das Nachfolgewerk handelt von den Auswirkungen der modernen Technologien auf das Leben des Einzelnen, sowie auch von der Suche nach Identität und Anerkennung.

Der Roman besteht aus neun Geschichten, die alle miteinander verbunden sind. Da gibt es beispielsweise den Techniker Ebling, der sich erstmals ein Mobiltelefon gekauft hat. Doch Ebling erhielt eine Nummer, die eigentlich zum Handy des berühmten Schauspielers Rolf Tanner gehörte. Er machte sich einen Spass daraus, diese Telefonate zu führen, was zur Folge hatte, dass Tanners Leben einige unterwartete Wendungen nahm. Der Fehler in bei der Telefonfirma war in einer Abteilung verursacht worden, in der zwei weitere Protagonisten aus Kehlmanns Werk arbeiteten. Der Computernerd Mollwitz, der die Realität kaum noch von seinen Internetforen unterscheiden konnte, und der verheiratete Leiter der Abteilung, der mehr mit dem Vertuschen seiner ausserehelichen Affäre beschäftigt war, als mit dem Lösen des Problems. Und dann gibt es da noch den überängstlichen Schriftsteller Leo Richter, der alle ihm nahestehenden Personen gegen deren Willen in seine Geschichten einbindet.

Neun Geschichten auf 200 Seiten
Diese neun Geschichten wurden von Kehlmann sehr geschickt miteinander verflochten. Dazu dienten ihm kleine Hilfsmittel, wie beispielsweise das Youtubevideo, auf dem Tanner zu sehen war, wie er von einer Frau geschlagen wurde, oder auch die Werke des Autoren Miguel Auristos Blancos, die in vielen Geschichten Platz fanden. Ebenso spielten Entscheidungen, die von den Protagonisten ohne langes Nachdenken gefällt wurden, wichtige Rolle in den Geschichten anderer. Dennoch sind neun Geschichten auf nur gerade 200 Seiten etwas viel, um sich ein detailliertes Bild von den jeweiligen Protagonisten zu machen. So betrachtet, wäre weniger mehr gewesen.

Abhängigkeit der modernen Technologien
Ein weiteres Thema, welches von Kehlmann aus einem sehr kritischen Blickwinkel betrachtet wird, sind die modernen Technologien. Der Fehler in der Telekommunikationsfirma teilte Ebling eine bereits vergebene Nummer zu, was dazu führte, dass das Leben von Rolf Tanner, dem die Nummer eigentlich gehörte, aus den Fugen geriet. Das Youtubevideo, das seinen Ursprung ebenfalls in dieser Verwechslung fand, gab Tanner den Gnadenstoss.

Auch der Schriftstellerin Maria Rubinstein, die für Leo Richter auf eine Lesereise ging, wurde das drahtlose Telefon zum Verhängnis. Da sie kein Akku mehr hatte, konnte sie mit niemandem mehr Kontakt aufnehmen und sass in einem fernen Land fest. Ein weiteres Beispiel für die Gefahren, welchen die neuen Entwicklungen bergen, ist der Computernerd Mollwitz. Er ist in vielen verschiedenen Internetforen aktiv, er schreibt Blogs und beginnt dabei, die Realität mit der Internetwelt zu vermischen.

Die Geschichte in der Geschichte
Kehlmann hat in seinem Werk dem Schriftsteller Leo Richter eine wichtige Rolle zugesprochen. Richter ist einerseits Protagonist, andererseits aber auch Erfinder der Figuren Rosalie und Lea Gaspard, die in Richters Geschichten auftaucht. Zwei Kapitel in Kehlmanns Werk werden als Geschichten von Richter ausgegeben. Speziell daran ist vor allem, dass Rosalie mit ihren Schöpfer zu sprechen beginnt und ihn dabei bittet, den Verlauf ihres Lebens zu verändern.
Richter nimmt oftmals Charaktere aus der realen Welt und bindet sie in seine Geschichten ein – fertigt also in seinen Geschichten Kopien der Realität. Dieses Phänomen ist typisch für die Postmoderne, in der die Idee, dass alles eine Kopie ist und bereits einmal behandelt wurde, vorherrscht. Auch das Spiel mit Symmetrie und Asymmetrie sowie den tradierten Werten und Normen ist ebenfalls typisch.

Das Werk von Kehlmann ist extrem vielschichtig und man könnte noch viel darüber schreiben. Doch am besten sollte sich jeder selbst ein Bild von diesem gelungenen, wenn auch etwas überladenen und überkonstruierten Werk machen.
(fba)

Bibliografische Angaben:

Titel: Ruhm
Autor: Daniel Kehlmann
Seiten: 202
Erschienen: 2009
Verlag: Rowohlt
ISBN-10:9783498035433
ISBN-13:978-3498035433
Bewertung: 

5 Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Zeile 3-4
Ralf Tanner nicht Rolf

Anonym hat gesagt…

völlig überbewertet

Anonym hat gesagt…

Sander hat keine Ohren

Anonym hat gesagt…

Hi

Anonym hat gesagt…

´moni+ shawn

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