Inhaltsangabe: Auf den Inseln des letzten Lichts von Rolf Lappert

Inhalt
Tobey wuchs in Irland auf einem Bauernhof gemeinsam mit seiner älteren Schwester Megan auf. Ihre Mutter hatte sie bereits früh aus ungeklärten Gründen verlassen. Als er nachdem Tod seines Vaters herausfand, dass dieser gar nicht sein Vater war, verliess er die Stadt, kurz nachdem bereits Megan aufgebrochen war. Er verbrachte einige Zeit in Dublin, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch und verdiente immer mal wieder etwas Geld mit seiner Band. Dabei geriet er auch in die Drogenszene und stürzte ab. Erst sein Onkel konnte ihn aus dem Schlamassel befreien. Über die ganzen Jahre hinweg hatte er nie mehr etwas von seiner Halbschwester Megan gehört, ausser den Briefen, die er von ihr erhalten hatte.
Megan war überzeugte Vegetarierin und zog mit einer Gruppe Gleichgesinnter durchs Land nachdem sie die Familie verlassen hatte. Mit ihren neuen Freunden nahm sie an Demonstrationen teil und an weiteren Aktionen. Diese steigerten sich immer mehr, bis schliesslich bei einem Unfall ein Mann verstarb. In diesem Moment realisierte Megan, dass es so nicht weiter gehen konnte und sie entschied sich, unter zu tauchen. Sie hatte ein Veterinärstudium begonnen, das sie dann aber nicht beendete, sondern mit ihrem Ehemann nach Borneo ging, um dort mit Primaten zu arbeiten. Sie war sofort fasziniert von diesen Tieren, musste aber schnell erkennen, dass ihr Mann sie bereits nach wenigen Wochen betrogen hatte. Sie floh nach Manila, wo sie für einen Australischen Ethnologen zu arbeiten begann. Dieser befasst sich unter anderem auch mit Primatenforschung und erklärte Megan, wo sie eventuell eine Anstellung als Primatenforscherin bekommen konnte. Da Megan nichts zu verlieren hatte, machte sie sich auf die Suche nach dieser Insel und wurde dort auch tatsächlich aufgenommen.
Sie arbeitete in einem Team der Forschungsgruppe IPREC als Veterinärin mit. Die Infrastruktur auf der Insel war heruntergekommen, da die Forschungsgelder jedes Jahr gekürzt wurden und schon lange nicht mehr ausreichten. Das Leben auf der Insel gefiel ihr trotzdem und auch die Zusammenarbeit mit den Primaten machte ihr grossen Spass. Sie freundete sich auch mit dem Pakistani Tanvir an, mit dem sie oft lange Gespräche führte. Mit fortlaufender Dauer ihres Aufenthalts stellte sie jedoch fest, dass auf dieser Insel nicht alles so lief wie es sollte. Torben Raske, der Leiter der Forschungsabteilung, Tanvir und einige weitere Angestellte waren zu später Stunde noch unterwegs und transportierten Waren auf einem Schiff. Angesprochen darauf erklärte Tanvir, die Forschungen würden von einer Gruppe radikaler Islamisten bedroht, die sie weg von der Insel haben wollten und sie müsse sofort verschwinden, wenn sie in Sicherheit bleiben wolle. Verängstigt schlich sich Megan ungesehen auf das nächste Boot, welches jedoch nur bis zur zweiten Insel fuhr. Was Megan dort fand, übertraf ihre kühnsten Befürchtungen: Die Forscher betrieben unter dem Deckmantel von IPREC Tierversuche mit den Affen im Auftrag von Pharmafirmen und testeten dabei neue Viren aus. Als Megan dann auch noch erkennt, das Esther, mit der sie ein Verhältnis hatte, in das Ganze involviert war, brach ihre Welt vollends zusammen. Alleine auf der Insel sah sie keinen anderen Ausweg als einfach ins offene Meer hinaus zu schwimmen.

Während ihrer Ziet auf der Insel hatte Megan immer Briefe an Tobey geschrieben und auch ihre Memoiren. Nach überwundener Drogensucht machte Tobey sich auf den Weg Megan zu suchen, basierend auf den Informationen in den Briefen, und landete ebenfalls auf der Insel mit den vermeintlichen Primatenforschern. Wie zuvor Megan freundete er sich mit Tanvir an und erkannte mit der Zeit auch, dass nicht alles so lief wie es sollte. Wieder war es Tanvir, der Tobey riet, die Insel so schnell wie möglich zu verlassen. Tobey hatte auf der Insel immer wieder Aufzeichnungen und Notizen von Megan gefunden, war sich jedoch sicher, dass sie gestorben war, denn Tanvir konnte ihm eine Leiche mit dem Fingerring von Megan zeigen. Diese Leiche war in Wirklichkeit Esther, die mit Megan als Zeichen ihrer Freundschaft die Ringe getauscht hatte. Aus Angst ihm könnte etwas Vergleichbares zustossen, beschloss er die Insel zu verlassen, doch auf der Flucht wird er von den Islamisten gefangen genommen. Sein zweiter Fluchversuch gelingt, doch als er mit dem Motorboot fliehen wollte, versagte der Motor auf offener See und er trieb einfach weiter.


Bis zum Ende bleibt unklar was mit den beiden Geschwistern passierte, sicher ist jedoch, dass Tanvir nach Amerika flüchtete und die Memoiren von Megan veröffentlichte.

Charakteranalyse
Megan O’Flynn: War von ihrer jüngsten Kindheit an ein spezielles Kind. Die ältere Schwester von Tobey übernahm einige erzieherische Aufgaben und erzählte Tobey immer wieder selbsterfundene Geschichten. Sie hatte ein sehr spezielles Verhältnis zu Tieren und Pflanzen, die sie über alles liebte. Daher wurde sie auch Vegetarierin und begann für die Rechte der Tiere zu kämpfen. Ihre Familie verstand sie nicht und so riss sie schon früh von zu Hause aus und brach jegliche Kontakte mit ihr ab. Mit Tobey blieb sie per Brief in Kontakt und schrieb ihm immer wieder, wo sie war und was sie machte. Das Leben auf der Insel gefiel ihr gut, auch wenn sie teilweise ein schlechtes Gewissen hatte, so viel Geld zu verdienen ohne etwas zu tun. Nach der Scheidung von ihrem Ehemann und ihrer auch sonst sehr bewegten Vergangenheit findet sie auf der Insel die nötige Ruhe und kann ihre Erlebnisse in einem Buch verarbeiten.

Tobey O’Flynn: Tobey hatte stets ein kompliziertes Verhältnis zu seinem Vater und als er nach dessen Tod erfuhr, dass dieser gar nicht sein Vater war, beschloss er abzuhauen. Er lebte in Dublin mehr schlecht als recht, probierte alle möglichen Formen von Drogen aus und machte Musik. Der Erfolg war jedoch mässig und seine Situation wurde immer aussichtsloser. Sein Onkel holte ihn aus seinem Loch heraus und sorgte dafür, dass er sich auf die Suche nach Megan machte. Tobey hatte stets ein gutes Verhältnis zu seiner Halbschwester gehabt und sie für ihre festen Prinzipien und Vorstellungen bewundert. Überzeugt von ihrem Tod will er so schnell wie möglich von der Insel weg, findet dabei jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach selbst den Tod.

Tanvir Raihan: Tanvir war Pakistani und bereits in fortgeschrittenem Alter. Er war der undurchsichtigste Charakter im gesamten Werk, da er jedem, der mit ihm sprach eine andere abstruse Lebensgeschichte auftischte. So wusste man bis zum Ende nicht wie und warum er auf der Insel war, was er dort machte und wie er es schlussendlich schaffte, von der Insel zu fliehen und Megans Memoiren zu veröffentlichen. Trotz allem machte er stets einen freundlichen und sympathischen Eindruck. Zudem schien er auch der Einzige zu sein, der ein wirkliches Interesse an den Primaten hatte.
(fba)

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