Textsorte: These/Hypothese

Was ist eine These/Hypothese?
Bei einer These/Hypothese geht es darum, eine Behauptung aufzustellen, die man in der Folge wissenschaftlich untersuchen will. Dabei zeigt sich, ob sich die Hypothese aufgrund der Forschung bestätigt oder ob sie fallengelassen werden muss. Wichtig ist dabei, dass die These nicht zu evident ist und auf der anderen Seite auch nicht zu spekulativ. Man sollte wenn möglich die goldene Mitte zwischen den beiden Polen finden. Zudem muss man darauf bedacht sein, die Hypothese einzugrenzen, damit nicht zu viele Aspekte des Themas mit einbezogen werden müssen. 

Wie schreibe ich eine These/Hypothese?
Beim Entwerfen einer Hypothese sollten folgende Punkte beachtet werden:
  • Mit Midmap oder Clustering einen Überblick über die Bandbreite des Themas verschaffen
  • Eine Rohfassung der Hypothese entwickeln
  • Die Rohfassung eingrenzen und nicht relevante Aspekte des Themas ausschliessen
  • Die Behauptung darf weder zu offensichtlich noch unbeweisbar sein
  • Die Formulierung muss verständlich sein
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Textsorte: Erörterung

Was ist eine Erörterung?
Bei einer Erörterung geht es darum, sich mit einer bestimmten Frage auseinander zu setzten und diese zu beantworten. Diese Textsorte hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Kommentar und dem Essay, denn auch bei der Erörterung geht es darum, zu einem bestimmten Thema Stellung zu nehmen.
Dabei werden drei Formen unterschieden: die freie Erörterung, die textgebundene Erörterung und die literarische Erörterung. Bei der ersten Variante widmet man sich entweder einer Entscheidungsfrage (dialektisch, abwägend) oder einer W-Frage (offen, linear-entwickelnd). Für die Beantwortung dieser Fragen in einer freien Erörterung, ist man nicht an einen Text gebunden bei den anderen beiden Varianten hingegen schon. Bei der textgebundenen Erörterung werden Probleme und Fragestellungen zu einem vorgegebenen Sachtext bearbeitet und bei der literarischen Erörterung geschieht dasselbe mit einem literarischen Text.

Wie schreibe ich eine Erörterung?
Beim Verfassen einer Erörterung sollte man folgende Punkte beachten:
  • Vor dem Schreiben mit Mindmap oder Clustering Ideen sammeln
  • Einen Entwurf anfertigen, bei dem die Argumente gegliedert werden
  • Bei allen Varianten die Grundstruktur Einleitung - Hauptteil - Schluss verwenden
  • In der Einleitung in einfachen und klaren Worten darlegen, was das Problem ist und weshalb es wichtig und aktuell ist
  • Argumente im Hauptteil strategisch geschickt anordnen
  • Argumente immer mit Beispielen untermalen
  • Wird im Präsens geschrieben
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Rezension: Vergebung von Stieg Larsson


"Vergebung", so der Titel des dritten und letzten Teils der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson, in dem die faszinierende und verworrene Geschichte rund um Lisbeth Salander in einem an Spannung kaum zu überbietenden Schlussfeuerwerk endlich aufgelöst wird. Absolut empfehlenswert!


Lisbeth Salander, die zu Unrecht wegen dreifachen Mordes gesucht wird, wird mit schweren Schussverletzungen ins Spital eingeliefert und operiert. Ihr Leben hängt an einem seidenen Faden, doch sie kämpft sich durch. Die Ereignisse rund um Salander und ihren Vater Alexander Zalatschenko, ein ehemaliger Russischer Spion, schlagen hohe Wellen in Schweden. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck, Journalist Mikael Blomkvist will Licht ins Dunkle bringen und Salanders Unschuld beweisen und die Sektion, eine kaum bekannte Abteilung der Schwedischen Sicherheitspolizei, will das Problem Salander endlich aus der Welt schaffen, da die junge Frau ihr mit ihrem Wissen gefährlich werden kann. Mit einem gefälschten psychiatrischen Gutachten wollen die Mitglieder der Sektion Salander erneut in die Obhut des Psychiaters Dr. Peter Teleborian übergeben, wo sie bereits im Alter von 12 Jahren war und stark misshandelt wurde. 
Mikael Blomkvist will das verhindern und macht sich daran, gemeinsam mit den restlichen Mitarbeiter der Zeitschrift "Millenium", der Sicherheitsfirma Milton Security und einer kleinen Gruppe von Polizisten und Mitarbeitern der Sicherheitspolizei, Salanders Unschuld zu beweisen. Dabei bringt er nicht nur sich selbst, sondern auch sein Umfeld in grosse Gefahr.

Parallelhandlung in Perfektion
Stieg Larsson ist mit "Vergebung" ein würdiges Finale für die weltweit äusserst erfolgreiche Millenium-Trilogie rund um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander gelungen. Alle Puzzleteile, die bisher noch gefehlt haben, werden im letzten Teil einfach und plausibel zusammengefügt. Was mich an diesem Werk jedoch besonders beeindruckt hat, sind die Parallelhandlungen.
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Inhaltsangabe: Vergebung von Stieg Larsson

Inhalt
Die Handlung knüpft nahtlos an die Geschehnisse des zweiten Bandes "Verdammnis" von Stieg Larsson an.

Mikael Blomkvist alarmiert die Polizei und den Notarzt, der sowohl Lisbeth Salander als auch deren Vater Alexander Zalatschenko per Helikopter ins Spital von Götheborg bringt. Roland Niedermann, der für die Morde an Dag Svensson, Mia Bergmann und Nils Bjurmann verantwortlich ist, entkommt jedoch aufgrund eines folgenschweren Entscheids des leitenden Polizisten vor Ort. Trotz eindringlicher Warnung seitens von Blomkvist betraute dieser nur zwei Polizisten mit der Verhaftung von Niedermann. Die beiden waren für Niedermann leichte Beute: Dem Einen brach er das Genick und den Anderen verletzte er schwer. Niedermann konnte in der Folge fliehen. 
Im Spital wird Salander in einer komplizierten und langen Operation die Kugel aus dem Kopf entfernt und sie wird danach mehrere Wochen auf der Intensivstation betreut. Auch Zalatschenko überlebt. Die Polizei beginnt nach der detaillierten Aussage von Blomkvist mit den Ermittlungen. Neben der Suche nach Niedermann wollen sie auch die Wahrheit über Zalatschenkos illegale Machenschaften aufdecken und die Unschuld von Lisbeth Salander, der fälschlicherweise die drei oben genannten Morde zur Last gelegt werden, beweisen. Dafür arbeiten die Polizisten aus Göteborg und Stockholm unter der Leitung von Staatsanwalt Ekström zusammen. 

In der Folge wird erklärt, wie Zalatschenko, ein ehemaliger Russischer Spion, nach Schweden gekommen ist und wie die Sektion, eine Spezialabteilung der Schwedischen Sicherheitspolizei, sich um ihn kümmerte. Die Sektion benutzte die Informationen von Zalatschenko und schützte diesen im Gegenzug obwohl viele kriminelle Dinger drehte, unter anderem misshandelte er Salanders Mutter auf brutalste Art und Weise.
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Inhaltsangabe: Silberkiesel von Hansjörg Schneider

Inhalt
Der Libanese Guy Kayat schmuggelt Diamanten von Frankfurt nach Basel. Schon während der Zugfahrt hat er ein ungutes Gefühl und führt sich deshalb die Diamanten, die er in ein Kondom verpackt, in den After ein. Am Bahnhof Basel ist es dann auch prompt so, dass die Polizei ihm abpasst, gerade als er sich mit seinem Mittelsmann treffen will. Kayat kann auf die Toilette flüchten, wo er die Diamanten die Toilette runter spült. Kurz darauf wird er von Peter Hunkeler, Kommissär der Basler Polizei, verhaftet. Die Polizei muss ihn und seinen Mittelsmann aber bald wieder laufen lassen, denn sie haben nichts gegen die beiden in der Hand. 
Erdogan Civil ist Türke und arbeitet als Saisonnier in Basel, um seine Familie in der Heimat zu ernähren. Als er gerade von seiner Arbeit als Kanalarbeiter nach Hause will, beordert ihn sein Chef zum Basler Bahnhof, wo die Toiletten verstopft sind. Widerwillig macht er sich auf den Weg, doch während der Reinigungsarbeit macht er einen überraschenden Fund: 42 Diamanten! Er nimmt die Steine an sich und erhofft sich, dass er damit seinen Traum vom eigenen Hotel in der Türkei verwirklichen kann. Seine Freundin Erika Waldis weiht er sofort ein und berät mit ihr, wie er weiter vorgehen soll. Diese ist allerdings nicht so begeistert von den Diamanten und Civils Plan. Zum Einen weil sie die Gefahr der Diamanten erkennt und zum Anderen weil sie Angst hat, dass Civil sie dann verlassen und in die Türkei zurück kehren könnte. 

Die Polizei kommt bei ihren Ermittlungen nicht weiter. Sie beobachten zwar Kayat, aber dieser ist ihnen in der Nacht entwischt. Dieser hat ein Kuvert von seinem Auftraggeber erhalten. Darin war ein neuer Pass, der Schlüssel für ein Mietauto und die Pläne des Kanalisationssystems am Bahnhof Basel. Dort soll Kayat runter steigen, um die Diamanten zu holen. Kayat ist sich jedoch zu schade, um selber in die Kanalisation zu steigen und beschliesst daher, in die Garderobe der Kanalarbeiter einzubrechen und sich dort umzusehen. Er notiert sich deren Namen und ruft am nächsten Morgen alle an, die er erreichen kann - auch Civil. Dieser wimmelt Kayat ab, doch der merkt, dass er bei Civil wahrscheinlich auf der richtigen Spur ist.
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Rezension: Silberkiesel von Hansjörg Schneider


"Silberkiesel" ist der Titel des ersten Falls des kauzigen Basler Kommissärs Peter Hunkeler in der Krimireihe von Hansjörg Schneider. Hunkeler ist auf der Suche nach den Diamanten eines Schmugglers, doch dieser sucht seinerseits ebenfalls nach den Diamanten, die er auf der Flucht in die Toilette spülen musste.


Der Libanese Guy Kayat ist Diamantenschmuggler und auf der Reise von Frankfurt nach Basel. Doch bereits auf der Fahrt hat er das ungute Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist. Damit sollte er Recht behalten, denn am Bahnhof wird er von der Polizei aufgegriffen, als er sich gerade mit seinem Mittelsmann treffen wollte. Kayat kann auf die Toilette flüchten, wo ihm jedoch nichts anderes übrig bleibt, als die Diamanten die Toilette runter zu spülen. Kurz darauf wird er von Hunkeler und seinen Kollegen verhaftet, doch diese müssen ihn bald wieder laufen lassen, da sie nichts gegen ihn in der Hand haben.
Erdogan Civil, ein türkischer Gastarbeiter, lebt mit seiner Freundin Erika Waldis in einer kleinen Wohnung und arbeitet in der Schweiz, um seine Familie in der Heimat zu ernähren. Gerade als er von seiner Arbeit als Kanalarbeiter nach Hause will, wird er für einen Notfall an den Bahnhof Basel gerufen: Die Toiletten sind verstopft. Während der Reinigung macht er einen ungewöhnlichen Fund: 42 Diamanten. Civil nimmt sie an sich, denn er glaubt, dass er sich damit seinen Traum von einem eigenen Hotel in der Türkei verwirklichen kann. Doch sowohl Hunkeler wie auch Kayat kommen ihm und Erika Waldis bald auf die Spur und die Jagd nach den Diamanten beginnt.

Peter Hunkeler - die vielleicht authentischste Ermittlerfigur der Schweizer Krimiliteratur
Hansjörg Schneider ist mit "Silberkiesel" ein Krimi gelungen, der oftmals auch ein Gefühl von Hilflosigkeit und Melancholie vermittelt. Dabei ist  Kommissärs Peter Hunkeler wahrscheinlich eine der authentischsten Ermittlerfiguren der Schweizer Krimiliteratur.
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Inhaltsangabe: Flattermann von Hansjörg Schneider

Inhalt
Der Basler Kriminalkomissär Hunkeler geniesst seinen Urlaub und verbringt viel Zeit mit Schwimmen im Rhein. Dabei wird er Zeuge, wie ein alter Mann von der Johanniterbrücke ins Wasser stürzt. Hunkeler, der ein guter Schwimmer ist, ist wie gelähmt und eilt ihm nicht zu Hilfe. Erst ein holländischer Bootsfahrer zieht denn über 80-jährigen Mann an Land. Dieser lebt noch und wird von den Sanitätern ins Spital gebracht. 
Hunkeler plagt das schlechte Gewissen, weil er nicht geholfen hat, und so beschliesst er, den Mann im Spital zu besuchen. Dort erfährt er, dass Freddy Lerch seinen Verletzungen erlegen ist. Hunkeler, der in Lerch seinen verstorbenen Vater sieht, von dem er sich nie verabschieden konnte, besteht darauf, dass er die Leiche von Lerch anschauen kann. 
Auch nach dem Abschied lässt ihn der Tote nicht mehr los. Zu stark sind die Erinnerungen an seinen Vater. Hunkeler beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, obwohl er im Urlaub ist. Er stattet der Wohnung von Lerch unerlaubt einen Besuch ab und entwendet dabei ein blaues Heft, in dem der alte Mann seine Lebensgeschichte niedergeschrieben hatte. Zudem findet er einen Check über 50 000 Franken, der Lerch für seinen Grossneffen Silvan ausgestellt hat. Bei seinem Besuch wird er von der Nachbarin Denise überrascht, kann sich jedoch geschickt heraus reden. 
Am Rhein trifft er auf seinen Arbeitskollegen Madörin, der den Fall von Lerch bearbeitet. Die Polizei habt Silvan Lerch mit einem Koffer voller Heroin am Flughafen verhaftet. Dieser hatte sich mit den 50 000 Franken ein Luxusauto gekauft, wollte damit nach Kuwait fahren und es dort gewinnbringend verkaufen. Doch bereits in Istanbul wurde es ihm, gemeinsam mit all seinen restlichen Habseligkeiten gestohlen. Lerch sah keinen anderen Ausweg, als den Koffer voller Drogen in die Schweiz zu schmuggeln. 
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Rezension: Flattermann von Hansjörg Schneider


"Flattermann", so der Titel des zweiten Falls des Basler Kriminalkomissärs Hunkeler. Autor Hansjörg Schneider lässt den Leser sehr stark am Leben und den Probleme seines kauzigen Hauptcharakters teilhaben, der Kriminalfall gerät verkommt dabei eher zur Randnotiz - was jedoch überhaupt nicht stört.


Kriminalkomissär Hunkeler hat Urlaub und verbringt viel Zeit am Rhein, wo er regelmässig schwimmen geht. An einem schönen Sommertag hört er plötzlich einen Schrei und sieht, wie ein älterer Mann von der Brücke in den Rhein stürzt. Hunkeler reagiert nicht, er ist wie gelähmt. Ein Holländischer Bootsfahrer zieht den alten Mann aus dem Wasser und dieser wird ins Spital gebracht. Hunkeler, der sich grosse Vorwürfe macht, dass er den Mann nicht gerettet hatte, bringt bald in Erfahrung, dass Freddy Lerch seinen Verletzungen im Spital erlegen ist. 
Hunkelers Kollegen von der Basler Polizei beginnen zu ermitteln und stossen bald auf den Grossneffen Silvan Lerch, der mit einer grossen Menge Kokain am Flughafen erwischt wurde. Dieser gibt an, er hätte ein Luxusauto nach Kuwait bringen und es dort gewinnbringend verkaufen wollen. In Istanbul sei ihm jedoch alles geklaut worden und sein einziger Ausweg sei gewesen, den Koffer an sich zu nehmen. Das Geld, um das Auto zu kaufen, hatte er von Freddy Lerch erhalten. 
Hunkeler kann sich trotz seinem Urlaub nicht von dem Fall lösen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Er bricht sogar in Lerchs Wohnung ein, wo er dessen Memoiren findet. Diese beginnt er zu lesen und findet dabei immer mehr Hinweise auf sich und sein eigenes Leben. 

Krimi wird zum Selbstfindungsroman
Hansjörg Schneiders Serie mit Kriminalkomissär Hunkeler in der Hauptrolle befasst sich normalerweise mit Aufklärungen von Verbrechen, doch das ist in diesem Werk anders. Für den Leser ist schnell klar, dass sich Freddy Lerch willentlich von der Brücke gestürzt hat, um sein Leben zu beenden. Die Frage nach der Lösung des Kriminalfalls, der in diesem Fall gar kein Verbrechen beinhaltet, ist also schnell geklärt. Die Spannung geht deswegen aber trotzdem nicht verloren, was an der Erzählung von Freddy Lerchs Leben liegt. Seine Geschichte ist der rote Faden in diesem Werk. Episodenweise liest Hunkeler darin und dabei werden ihm die Augen geöffnet, was bei ihm und rund um ihn herum alles falsch läuft.
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Inhaltsangabe: Eiger, Mord und Jungfrau von Paul Wittwer

Inhalt
Max Knecht arbeitet als Arzt auf einem Schiff namens "La Vergine", das auf dem Mittelmeer umherfährt und Flüchtlingen aus aller Welt medizinische Betreuung anbietet. Eines Morgens wird in Nizza die Leiche eines Inders ans Ufer gespült, der erst vor Kurzem operiert wurde und dem mehrere Organe fehlen. Die Polizei findet keine Spur, doch Max ist sich sicher, dass dieser Inder als Patient bei ihnen auf dem Schiff war. Er erkundigt sich bei Bruno Hartmann, seinem Vorgesetzten. Dieser lädt ihn zu einem Gespräch auf einem Segelschiff ein, doch zum Reden kommen die beiden nicht, den Hartmann schlägt Knecht nieder. 
Der junge und bereits sehr erfolgreiche Arzt Franco Weber ist ein Studienfreund von Max Knecht. Die beiden hatten jedoch schon länger nichts mehr miteinander zu tun und Weber hat sich nach seiner Scheidung voll und ganz in seine Arbeit gestürzt. Als er jedoch die schreckliche Nachricht vom tödlichen Segelunfall von Max Knecht erhält, wird er aufgerüttelt und beginnt, über seinen Lebensstil nachzudenken. Nach der Beerdigung von Knecht spricht dessen Mutter Weber an und erzählt ihm, dass sie vermute, dass ihr Sohn nicht bei einem Segelunfall gestorben sei sondern umgebracht wurde. 
Weber will nicht recht dran glauben, beginnt sich dann aber aus Mitleid mit Frau Knecht ein wenig umzuhören. Viel findet er jedoch nicht heraus. Dafür bemerkt Frau Knecht dass sie beobachtet wird und zeigt Weber den Verdächtigen. Die beiden wissen nicht, dass es sich dabei um Karl Franzen handelt, der auf der "La Vergine" arbeitet und die beiden beobachten soll. Weber wird erst misstrauisch, als er in der Parkklinik Eiger eine Operation durchführt und im Helikopter, der das Spenderorgan brachte, wieder diesen Franzen sah. 
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Rezension: Eiger, Mord und Jungfrau von Paul Wittwer


"Eiger, Mord und Jungfrau" ist der im Jahr 2004 erschienene Debütroman des Schweizers Paul Wittwer. 26 Wochen figurierte sein Werk in der Bestsellerliste, was für mich nicht ganz nachvollziehbar ist, denn ich finde den Krimi höchstens durchschnittlich. 

Der talentierte Chirurg Franco Weber arbeitet im Berner Inselspital. Obwohl er noch jung ist, hat er bereits eine beachtliche Karriere hingelegt und könnte bald schon Leiter einer eigenen Abteilung werden. Seit Weber geschieden ist, stürzt er sich in die Arbeit und findet kaum mehr Zeit für seine Freunde und Kollegen. Die Nachricht vom tödlichen Segelunfall seines Studienkollegen Max Knecht in Nizza rüttelt ihn auf und lässt ihn über sein Leben nachdenken. Als dann Maxens Mutter ihm von ihrem Verdacht erzählt, dass Max nicht bei einem Unfall gestorben sondern ermordet wurde, ist Webers Neugierde geweckt. 
Auf eigene Faust beginnt er zu ermitteln und stösst dabei schnell auf Ungereimtheiten. Kurz bevor Max in Nizza starb, wurde die Leiche eines Inders gefunden, der erst vor Kurzem operiert wurde und dessen Organe nicht mehr zu finden waren. Schnell findet Weber die Verbindung zwischen dem Toten und Max Arbeitsort, einem Segelschiff mit dem Namen "la Vergine", das auf dem Mittelmeer umherfährt und mittellosen Drittweltflüchtlingen hilft. Das Projekt "la Vergine" steht unter dem Patronat der renommierten Parkklinik "Eiger" in Bern. Bald wird Weber klar, dass Max kurz vor seinem Tod in Nizza auf eine heisse Spur gestossen sein muss und dass er nicht bei einem Segelunfall ums Leben gekommen ist. 

Süffiger Lesestoff 
Wittwers Schreibstil ist sehr angenehm zum Lesen, sein Werk ein richtiger "Pageturner". Leicht verständlich, in einfachen und kurzen Sätzen führt Wittwer seine Leser durch die Geschichte und lässt sie durch detaillierte Beschreibungen in die Geschehnissen eintauchen. Sein Fachwissen (er ist selber Art) kommt gut zum Ausdruck, ohne dass es aber zu technisch und damit für den Normalleser uninteressant wird. Auch die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet und vor allem mit Franco Weber kann man sich als Leser schnell identifizieren, obwohl seine Figur teilweise etwas gar vielen Klischees entspricht. Auch die Charaktere des typisch-italienischen Ehepaars Girardi sind Wittwer gut gelungen.
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Rezension: Julian Assange - Der Mann, der die Welt verändert von Carsten Görig und Kathrin Nord


"Julian Assange - Der Mann, der die Welt verändert" so lautet der Titel dieses Werks. Den Namen Julian Assange kennen die meisten, doch wissen Sie auch, was es mit dem geheimnisvollen Australier auf sich hat und wie die Enthüllungsplattform Wikileaks entstanden ist? Die Antworten sind in diesem Werk zu finden.

Julian Assange ist seit seiner Kindheit stets auf der Flucht. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Stiefbruder durchquert er ganz Australien und verpasst so auch viel seiner regulären Schulzeit. Er bringt sich deshalb vieles selber bei, liest viel und erkennt schnell, dass er ein grosses Talent im Umgang mit Computern besitzt. Bereits in jungen Jahren macht sich Assange einen Namen in der Australischen Hackerszene und bereits damals ist sein Hass auf die Autoritäten und Supermächte zu erkennen. 2006 gründet er die Enthüllungsplattform Wikileaks, die ihm aber nicht den gewünschten Erfolg einbringt. Als sie beinahe von der Bildfläche verschwunden wäre, entschliesst sich Assange mit Wikileaks neue Wege zu gehen. Er gibt die Objektivität und die Neutralität Preis. Eine Entscheidung, die vielleicht der Anfang vom Ende von Wikileaks ist. 

Hoher Informationsgehalt
Ich wollte dieses Buch lesen, weil ich den Anfang der ganzen Geschichte rund um Assange und Wikileaks verpasst habe und nachher nie mehr so richtig rein fand. Ich erhoffte mir, dass ich etwas über den Australier erfahre, über seine Person, seine Absichten und Ideen hinter Wikileaks und was an den Vergewaltigungsvorwürfen und Verschwörungstheorien dran ist. Auf alle meine Fragen fand ich in diesem Werk eine Antwort. Görig und Nord haben es geschafft, die viele Fakten und Daten rund um das Thema Wikileaks zu sortieren und zu einer leicht zu lesenden Lektüre für jedermann zu machen. Objektiv, neutral und informativ - genau so wie es sein sollte.
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Inhaltsangabe: Julian Assange - Der Mann, der die Welt verändert von Carsten Görig und Kathrin Nord


Inhalt

Julian Assange wird am 3. Juli 1971 in Townsville geboren. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Halbbruder ist er in der Folge stets auf der Flucht vor seinem Stiefvater. Dieser will unbedingt seinen Sohn, Assanges Halbbruder, zurück haben. Doch die Mutter kann mit ihren beiden Söhnen fliehen. Bedingt durch die lange Flucht und die damit verbundenen Ortswechsel kann Assange die Schule nicht regelmässig besuchen. Teilweise fehlt er auch längere Zeit, da er fernab der Zivilisation lebt. Trotzdem ist Assange keineswegs hochintelligent und bringt sich viele Dinge selber bei, in dem er enorme Mengen an Bücher verschlingt.
Die einzige Konstante in Assanges Leben ist aber sein Computer. Seine Mutter kauft ihm von ihrem wenigen Ersparten den ersten PC, Assange sich das dazugehörige Modem, um ins Internet zu kommen. Von diesem Moment an verändert sich das Leben von Assange. Schnell merkt er, dass er sehr begabt ist im Umgang mit Computern. Er findet Aufnahme in der damals boomenden Hackerszene Australiens und schafft es sogar, sich ins Pentagon zu hacken. Schon damals sind die Autoritäten sein liebstes Ziel, denn er fühlt sich von ihnen im Stich gelassen.
Assange heiratet früh und bekommt gemeinsam mit seiner Frau einen Sohn. 1989 ziehen die beiden zusammen, doch nur gerade zwei Jahre später folgt bereits die Scheidung, die einen langen Sorgerechtsstreit mit sich zieht. Dieser zehrt an Assanges Kräften, so dass sein Haupt bereits früh ergraut und er sich in die Einsamkeit eines Nationalparks zurückzieht, wo er eine Weile lebt. 1995 wird Assange für seine Taten als Hacker zu einer symbolischen Busse verurteilt.
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Rezension: Wer die Nachtigall stört von Lee Harper


"Wer die Nachtigall stört" ist das ins Deutsche übersetzte Werk "To kill a Mockingbird" der Amerikanischen Autorin Lee Harper, die nach ihrem Welterfolg kein Buch mehr verfasst hat. Die Geschichte beinhaltet viele Motive und Themen, die nach dem Lesen viel Spielraum für Interpretationen lassen.


Jean Louise und Jem Finch wachsen in der Amerikanischen Kleinstadt Maycomb County auf. Ihr Vater, der Anwalt und Abgeordnete Atticus Finch, erzieht die beiden nach bestem Wissen und Gewissen. Das Weltbild der Kinder gerät allerdings aus den Fugen, als Atticus in den 1930er Jahren zum Pflichtverteidiger des Schwarzen Tom Robinson ernannt wird. Dieser wird verdächtigt, ein weisses Mädchen vergewaltigt zu haben. Obwohl es Atticus gelingt, dem Gericht zu beweisen, dass Robinson unmöglich der Täter gewesen sein kann, befinden die Geschworenen Robinson für schuldig. Jem und Jean Louise kommen erstmals mit dem "Bösen" in Kontakt und müssen lernen, damit umzugehen. Es kommt sogar noch schlimmer, als Herr Ewell, der Kläger im Fall Robinson, Atticus Rache schwört, jedoch zu feige ist, sich Atticus selbst entgegen zu stellen und daher auf Jem und Jean Louise ausweicht. 

Die Unschuld trifft das Böse
Der erste Teil der Geschichte, die aus der Sicht der jungen Jean Louise Finch erzählt wird, ist die Welt im verschlafenen Amerikanischen Städtchen Maycomb Couty noch in Ordnung. Niemand ist gestresst, alle haben Zeit für einander und die Kinder wachsen behütet von ihrem Vater Atticus auf. Sie gehen zur Schule, spielen im Sommer Theater, bauen Baumhäuser und rätseln, wer wohl ihr Nachbar sein mag, der nie aus seinem Haus kommt. Die Kinder sind der festen Überzeugung, dass alle Menschen "gut" sind. 
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Inhaltsangabe: Wer die Nachtigall stört von Lee Harper


Die Inhaltsangabe und die Charakteranalyse basieren auf dem englischen Orginaltext "To kill a Mockingbird" von Lee Harper.

Inhalt
Jean Louis Finch, genannt Scout, wächst gemeinsam mit ihrem vier Jahre älteren Bruder Jem in den 1930er Jahre in der Amerikanischen Kleinstadt Maycomb County auf. Sie werden von ihrem Vater, dem Abgeordneten und Anwalt Atticus Finch, nach bestem Wissen und Gewissen erzogen. Die Kinder verbringen jeden Sommer mit ihrem Freund Dill, der jeweils aus einer anderen Stadt anreist. Gemeinsam spielen sie Theater und vertreiben sich die Zeit anderweitig. Ein sehr beliebtes Gesprächsthema der drei Kinder ist jedes Jahr der Nachbar Arthur Boo Radley. Dieser wohnt im Nachbarhaus der Finchs, kommt jedoch nur äusserst selten nach draussen. Die drei haben ihn noch nie gesehen und deshalb ranken sich viele Gerüchte um Boo, darunter beispielsweise dass er sich von Eichhörnchen ernähren soll. Jem und Dill wollen Boo unbedingt einmal sehen und versuchen immer wieder, ihn aus dem Haus zu locken. Einmal kommen sie fast bis zu seiner Haustür, doch dann machen sie zu viel Lärm und flüchten. Danach hiess es, dass Boo in Zukunft auf alles schiessen werde, was sich bewegt. Von diesem Moment an, lassen die drei die Finger von ihrem Vorhaben. 
Scout und Jem werden älter, gehen in die Schule und werden langsam aber sicher erwachsen. Atticus, ein aufrechter und ehrlicher Mann voller Prinzipien, versucht, ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wegen eines Falls von Atticus werden die Kinder erstmals mit dem Thema Rassismus konfrontiert. Atticus wird als Pflichtverteidiger für den Schwarzen Arbeiter Tom Robinson auserkoren. Robinson wird vorgeworfen, er habe ein weisses Mädchen, Mayella Ewell, vergewaltigt. Atticus setzt sich für Robinson ein, kann vor Gericht dann auch beweisen, dass sein Klient, dessen linker Arm aufgrund eines Unfalls verkrüppelt ist, unmöglich der Täter sein kann. Der Entscheid fällt trotzdem negativ aus. Die Geschworenen sehen in Robinson einfach einen aus der schwarzen Minderheit, der unmöglich unschuldig sein kann und verurteilen ihn einstimmig. Daraufhin wird dieser in das nächst grössere Gefängnis verlegt, wo er bei einem Fluchtversuch erschossen wird. 
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Rezension: Verdammnis von Stieg Larsson


"Verdammnis" ist der zweite Teil der weltweit äusserst erfolgreichen Millenium-Trilogie des mittlerweile verstorbenen Schwedischen Erfolgsautoren Stieg Larsson. Wie bereits der erste Band ist auch dieses Werk äusserst spannend von der ersten bis zur letzten Seite und vermag zu überzeugen.


Der Journalist Dag Svensson plant eine grosse Enthüllungsstory über Frauenhandel zwischen Russland und Schweden. Seine Geschichte will er bei Millenium und damit bei Mikael Blomkvist veröffentlichen. Als er bei seinen Recherchen auf den Namen Zala stösst, den Drahtzieher des Ganzen, werden er und seine Freundin Mia ermordet. Kurze Zeit später findet man auch Anwalt Bjurman, Lisbeth Salanders Betreuer, tot in seiner Wohnung. Da man auf der Tatwaffe Salanders Fingerabdrücke findet, beginnt die Polizei mit einer landesweiten Fahndung nach Salander, doch diese ist wie vom Erdboden verschluckt. Blomkvist glaubt nicht an die Schuld von Salander, sondern vermutet, dass der Mord etwas mit Dags Arbeit zu tun hat. Er macht sich daran, den geheimnisvollen Zala zu finden. Was er nicht weiss, ist, dass auch Salander nach Zala sucht, allerdings aus einem ganz anderen Grund.

Salander und Blomkvist - ein starkes Duo
Wie bereits im ersten Teil der Trilogie lebt die Geschichte auch von den beiden Hauptcharakteren Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Im ersten Teil erfuhr man nur sehr wenig über Salanders Vergangenheit, was sie zu einer etwas unfassbaren Figur machte. Jetzt entdeckt man ihre ganze Leidensgeschichte und diese macht sie noch einmal viel interessanter. Immer wieder bekommt der Leser eine neue Seite, einen neuen Aspekt aus ihrem Leben zu Gesicht, der einem begreifen lässt, warum Salander ist, wie sie ist. Dafür kommt Blomkvist im zweiten Teil etwas zu kurz. Die Erzählungen über ihn beschränken sich fast ausschliesslich auf die Ermittlungen und ab und zu auch auf seine Affären mit Erika Berger und Hariette Vanger. Ansonsten bleibt Blomkvists Charakter im zweiten Teil eher uninteressant und der Leser erfährt nicht viel Neues.
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Inhaltsangabe: Verdammnis von Stieg Larsson

Inhalt
Lisbeth Salander gönnt sich mit dem Geld, dass sie sich mit der Wennerström Affäre angeeignet hat, einen einjährigen Luxusurlaub an verschiedenen Orten in der ganzen Welt. Als sie wieder in Schweden ankommt, kauft sie sich ein Luxusappartment und kontrolliert, ob ihr Vormund Bjurman sich an ihre Vorgaben gehalten hat. Sie stellt fest, dass es einige Ungereimtheiten gibt. Sie stattet Bjurman einen Besuch ab und bedroht ihn dabei mit seiner Waffe. In der Folge beschattet sie ihn und beobachtet ein Treffen des Anwalts mit einem blonden Riesen. Bei diesem Treffen übergibt Bjurman die Akte von Lisbeth Salander an den Riesen und bittet ihn, sie für ihn unschädlich zu machen. Der Riese gibt Salanders Koordinaten an seine "Angestellten" weiter und diese versuchen Salander zu kidnappen. Dabei unterschätzen sie allerdings die kämpferischen Fähigkeiten der zierlichen jungen Frau und Salander entkommt den beiden. Journalist Mikael Blomkvist, der während der Wennerström Affäre mit Salander gearbeitet hatte, jetzt aber seit über einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihr hatte, beobachtet den Überfall und will helfen. Er nimmt ihre Tasche an sich, die sie auf der Flucht verloren hat und wartet auf sie, doch sie kommt an diesem Abend nicht mehr zurück. 
Der Journalist Dag Svensson plant eine grosse Enthüllungsstory über Mädchenhandel zwischen Russland und Schweden, in den ranghohe Mitarbeiter der Schwedischen Regierung und Polizei involviert sind. Diese Story will er, verknüpft mit einem Buch, bei Millenium und damit bei Mikael Blomkvist veröffentlichen. Dieser ist sofort einverstanden und es wird mit Hochdruck an der Publikation gearbeitet. Bei seinen Recherchen ist Svensson immer wieder auf den Namen Zala gestossen, der der  Anführer zu sein scheint. Alle fürchten sich jedoch vor Zala, wollen nichts sagen und nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden. Eines Abends ruft Svensson Blomkvist an, weil er in der Sache mit Zala scheinbar einen Durchbruch erzielt hat. Als Blomkvist ein paar Stunden später bei ihm in der Wohnung vorbei schaut, findet er Dag und seine Freundin Mia, die eine Doktorarbeit zum Thema Mädchenhandel geschrieben hat, erschossen in ihrer Wohnung. Die Polizei stellt ohne grossen Aufwand die Tatwaffe sicher und kann sie Anwalt Bjurman zuordnen, auf den sie zugelassen ist. Darauf sind, wegen ihres Besuch bei Bjurman, auch Lisbeth Salanders Fingerabdrücke und da man kurze Zeit später auch Bjurman erschossen in seiner Wohnung auffindet, wird Salander des dreifachen Mordes verdächtigt. Die Polizei beginnt eine landesweite Fahndung nach Salander und glaubt, denn Fall schon bald gelöst zu haben. Die Medien stürzen sich auf die Geschichte der mordenden psychisch gestörten jungen Frau und erfinden immer mehr Details zu ihrem Lebenslauf. Mikael Blomkvist glaubt jedoch nicht an die Schuld von Salander. Er ist viel mehr überzeugt, dass die Morde etwas mit Dags Arbeit zu tun haben und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
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Rezension: Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano


"Die Einsamkeit der Primzahlen" ist das mehrfach ausgezeichnete und in 26 Ländern verkaufte Werk des Italieners Paolo Giordano. Es ist eine aussergewöhnliche Geschichte, von zwei aussergewöhnlichen Menschen. Obwohl mich dieses Genre sonst nicht anspricht, hat mich das Werk überzeugt. 

Alice Della Rocca und Mattia Balossino sind Aussenseiter. Alice, weil sie seit einem Skiunfall ein steifes Bein hat und sich seit jenem Tag hässlich und fett fühlt. Sie leidet an Essstörungen und hat keine Freundinnen in der Schule. Mattia, weil er als Kind seine Zwillingsschwester Michela alleine zurück gelassen hat, um an einen Kindergeburtstag zu gehen. Seine Schwester hat man danach nie wieder gesehen. Die Schuldgefühle nagen an ihm und seine Lehrer stufen ihn als selbstmordgefährdet ein. Die beiden lernen sich auf einer Party kennen und freunden sich an. Es ist eine ganz spezielle Freundschaft, geprägt von gegenseitig Verständnis und funktioniert ohne grosse Worte. Doch obwohl die beiden für einander bestimmt zu sein scheinen, tun sie sich äusserst schwer. 

Alles aus einem Guss
"Zum Teufel noch mal, was für ein phantastischer Schrifsteller!", steht auf der Rückseite des Werks geschrieben. Dies machte mich als lese- und schreibbegeisterten Zeitgenossen natürlich neugierig. Bereits auf den ersten Seiten schafft es Giordano, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Es ist nicht die Handlung, die einen mitreisst, denn viel passiert in diesem Werk nicht. Sondern es ist die Art und Weise, wie der Autor die Geschehnisse, die Orte und die Personen in Einklang bringt. Es wirkt alles rund, nichts eckt an, alles passt ins Gefüge. Er schafft es auch, ein sehr authentisches Bild der beiden Protagonisten zu zeichnen und ihre Leiden, ihre Gedanken und Gefühle realistisch und für den Leser verständlich zu Papier zu bringen. So macht lesen wirklich Spass.
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Inhaltsangabe: Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano

Inhalt
Alice Della Rocca hasst Ski fahren und ihren Vater. Trotzdem geht sie ihrem Vater zu Liebe auf die Piste und verletzt sich bei einem Unfall. Bei schlechter Sicht fährt sie alleine den Hang hinunter und stürzt im Tiefschnee. Von diesem Tag an hat sie ein steifes Bein und macht ihren Vater dafür verantwortlich. Das Verhältnis zwischen den beiden ist äusserst angespannt. In der Schule ist Alice eine Aussenseiterin und macht auch keine Anstalten, sich zu integrieren. Sie findet sich selber hässlich und fett und beginnt daher zu hungern. Die Essprobleme verstärken sich noch, als Viola, die Anführerin der angesagtesten Mädchengang der Schule, sich plötzlich für Alice zu interessieren beginnt. In der Umkleidekabine kommt es dann zum traurigen Höhepunkt. Die Mädchen zwingen Alice ein Bonbon zu essen, an dem der Staub und Dreck der Garderobe klebt. Alice tut es, den Geschmack vergisst sie aber nie mehr. Von diesem Tag an ist Viola jedoch wie ein umgekehrter Handschuh und kümmert sich um Alice. Sie gehen gemeinsam shoppen und Viola will Alice auch helfen, endlich einen Jungen zu küssen. Alice spielt mit, aus Dankbarkeit, dass sich endlich jemand für sie interessiert. Gemeinsam wählen sie Mattia als Jungen aus, den Alice küssen soll.
Mattia Balossino ist ein äusserst intelligenter Junge. Seine Zwillingsschwester Michela hingegen, hatte seit ihrer Geburt enorme Probleme. Sie konnte die einfachsten Dinge nicht, konnte kaum sprechen und im Alter von fünf Jahren war sie nicht in der Lage ein Quadrat von einem Kreis zu unterscheiden. Mattia, der immer alles mit Michela machen musste, wurde so auch immer mehr zum Aussenseiter. In der Schule waren sie unbeliebt, weil Michela immer wieder peinliche Auftritte hinlegte. Als die beiden dann doch einmal zu einer Geburstagsparty eingeladen werden, entschliesst sich Mattia, Michela im Park alleine warten zu lassen. Nach der Party will er sie abholen, doch sie ist spurlos verschwunden. Niemand hat je wieder etwas von ihr gehört. Von diesem Tag an wird Mattia von den Schuldgefühlen geplagt und zieht sich zurück. Er hat keine Freunde und seine Lehrer befürchten, dass er sich das Leben nehmen könnte. Dies deshalb, weil er sich selbst zu verletzen beginnt. Einmal schneidet er sich gar in der Schule, vor den Augen aller, mit einem Skalpell quer über die Handfläche. Von diesem Tag an gilt er als Freak. Als ihn Viola und Alice zur Party einladen ist er völlig überrascht und will zuerst nicht gehen. Schliesslich willigt er aber doch ein.
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Rezension: In Sachen Joseph von Husch Josten


"In Sachen Joseph" ist der ersten Roman von Husch Josten, den ich mir zu Gemüte geführt habe. Nachdem ich zwischenzeitlich sogar überlegt habe, das Buch wegzulegen, belohnte mich die überraschende Wendung am Ende doch noch für mein Durchhaltevermögen.

Bibliothekarin Helen Nienhaus lebt seit Jahren allein. Nun aber muss sie sich um ihren Vater kümmern, da ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Als sie nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder in ihrem alten Kinderzimmer schläft, träumt sie zwei Mal, dass ihr bester Freund Joseph stirbt. Sie ist überzeugt, dass dies kein Zufall sein kann, sondern ähnlich wie die Geschichte mit den sieben fetten und sieben dürren Kühen im Alten Ägypten eine Prophezeihung für ein bevorstehendes Ereignis ist. Sie will daher, dass Joseph sein Leben ordnet und einiges klärt. Doch dieser scheint ganz andere Pläne zu haben.

Charaktere, Orte und Schreibstil überzeugen
Der Schreibstil von Husch Josten, die auch als freischaffende Journalistin arbeitet, war für mich zu Beginn der Lektüre sehr gewöhnungsbedürftig. Josten schreibt in kurzen, teilweise fast schon abgehackt wirkenden Sätzen. Doch je länger ich las, desto mehr konnte ich mich für diese präzise Schreibweise begeistern. Auch die Orte und die Charaktere beschreibt sie sehr genau und lässt diese durch kleine Details zu etwas Besonderem werden. So ist beispielsweise die Idee, dass Helens Vater wildfremden Menschen, die in Zeitungen Todesanzeigen aufgeben, Kondolenzkarten schreibt, jedoch gleichzeitig kaum mit seiner Tochter zu kommunizieren weiss, sehr originell und ironisch. Auch sonst spielen Ironie, Sarkasmus und stellenweise auch Schwarzer Humor eine Rolle in Jostens Roman.
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Inhaltsangabe: In Sachen Joseph von Husch Josten


Inhalt
Helen Nienhaus ist Bibliothekarin und lebt alleine in einer schönen Wohnung. Da ihre Mutter wegen einer Operation an den Eierstöcken im Krankenhaus liegt, muss sie sich um ihren Vater kümmern. Zu ihm hat sie jedoch eher ein distanziertes Verhältnis, nennt sie ihn doch stets Herr Nienhaus. Wieder am Ort ihrer Kindheit trifft sie auf ihre ehemalige Schulkameradin Klio und deren Sohn Paco. Dieser ist ein selbstgefälliger und bekannter Fernsehkoch mit eigener Kochsendung, der versucht Helen zu beeindrucken und sie für sich zu gewinnen. Helen ist jedoch gar nicht angetan von diesem jungen Mann und trifft sich nur mit ihm, um ihm klar zu machen, dass sie nicht an ihm interessiert ist. Dennoch kann sie ein gewisses Interesse an Paco nicht leugnen, denn dieser hat enorme Ähnlichkeiten mit ihrem besten Freund Joseph, von dem sie plötzlich glaubt, er sei Pacos Vater. Joseph kennt sie seit ihren Kindertagen, als er ihr bei einem Unfall im Sandkasten geholfen hatte. Von diesem Moment an wusste Helen, dass sie immer mit Joseph verbunden sein würde.
Während sie ihren Vater pflegt träumt sie bereits zum zweiten Mal, dass Joseph stirbt. Er liegt in einem Sarg, schliesst den Deckel und stirbt. Da sie es zwei Mal träumt, hält sie den Traum für eine Prophezeihung, ähnlich derjenigen mit den sieben fetten und sieben mageren Kühen im Alten Ägypten. Sie geht daher zu einem Traumdeuter, der ihr helfen soll, den Traum richtig einzuordnen. Doch der Erfolg bleibt aus. Noch immer überzeugt, dass Joseph bald sterben wird, will sie erreichen, dass dieser sein chaotisches Leben in Ordnung bringt. Da Helen jedoch fest davon überzeugt ist, dass Josephs sie nur auslachen würde, wenn sie ihm die ganze Geschichte erzählte, entschliesst sie sich, selbst Hand an zu legen. Die Ignoranz von Joseph, der sich über Helen und ihre Sorgen lustig macht, lassen in Helen einen Entschluss heranreifen: Sie will, das Joseph aus ihrem Leben verschwindet.
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Rezension: Brooklyn Brothers von Jason Starr


"Brooklyn Brothers" ist der Kriminalroman des US-Amerikanischen Schriftstellers Jason Starr. Ein Werk, das mich dank der direkten Art und seinem kontinuierlichen Sprachfluss von der ersten Seite an zu überzeugen vermochte und Lust auf mehr macht. 


Ryan Rossetti und Jake Thomas sind gemeinsam im New Yorker Viertel Brooklyn aufgewachsen, gingen in dieselbe Schule und spielten im selben Baseballteam. Beide hatten grosses Talent und standen vor einer erfolgreichen Karriere. Dann aber verletzte sich Rossetti und musste seine Karrierenpläne begraben, während Thomas zum gefeierten Star der Szene wurde. Die beiden ehemaligen Teamkameraden waren stets Rivalen gewesen und mochten dem jeweils anderen den Erfolg nicht gönnen. Auch jetzt fühlt sich Rossetti noch immer um seine Sportkarriere betrogen. 
Wie es das Schicksal will, kommt es nach Jahren zu einem Treffen zwischen den beiden, als Thomas seine Eltern in Brooklyn besucht. Rossetti freut sich auf die Ankunft von Thomas, denn er sieht eine Möglichkeit, sich endlich an ihm zu rächen. Thomas hatte seine Freundin Christina Mercado in den letzten Jahren vernachlässigt und so konnte Rossetti, der schon lange in Christina verliebt war, bei ihr Punkten. Die beiden sind zusammen gekommen und an diesem Abend will Christina sich von Thomas trennen. Dieser hat jedoch ganz andere Pläne und als sich auch zwei streitende New Yorker Gangs in den Konflikt einmischen, ist das Chaos perfekt. 

Verschiedene Blickwinkel
Jason Starr erzählt die Geschichte in Parallelhandlungen. Jedes Kapitel beschreibt die Handlung aus der Perspektive einer anderen Person. Entweder aus Rossettis und Thomas Sicht oder aus dem Blinkwinkel des ehemaligen Gangmitglieds Saiquan. So werden die Berührungspunkte der verschiedenen Protagonisten stets aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt, was die Geschichte für den Leser sehr spannend macht. Auch der Schreibstil von Starr vermag zu überzeugen. Nie wird es langweilig und mit seiner direkten und ehrlichen Sprache, die stets der Situation und dem agierenden Charakter angepasst ist, zieht er den Leser von Beginn weg in seinen Bann. Auch die Story vermag zu überzeugen, auch wenn der Schluss für meinen Geschmack zu viele Fragen offen lässt. 
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Inhaltsangabe: Brooklyn Brothers von Jason Starr


Inhalt

Ryan Rossetti und Jake Thomas lebten in ihrer Kindheit im selben Quartier von Brooklyn, besuchten dieselbe Schule und spielten gemeinsam Baseball. Beide waren sehr erfolgreich, auch wenn Ryan für den Erfolg hart arbeiten musste, während Jake das Leben mehr als Spiel sah. Die beiden verstanden sich nie gut und waren in allen Bereichen des Lebens Konkurrenten. 
Eine Verletzung zwang Rossetti zur Aufgabe seiner Profikarriere. Er arbeitet nun als Anstreicher in einem Malergeschäft und lebt noch immer in Brooklyn. Thomas hingegen hat sich zum gefeierten Star der Baseballszene hoch gearbeitet und scheffelt Millionen. Die beiden treffen sich wieder, als Thomas für einen Besuch zu seinen Eltern nach Brooklyn zurückkehrt. Das ganze Viertel ist im Ausnahmezustand und feiern ihren Star. Was viele nicht wissen, das ganze ist nur Fassade. Thomas ist ein selbstverliebter Egoist, der alles tun würde, damit er auf sämtlichen Titelseiten erscheint und so viel Geld wie möglich verdient. Auch seine Verlobte Christina, mit der er seit der Highschool liiert ist, interessiert ihn nur am Rande. Er betrügt sie in regelmässigen Abständen und pflegt kaum Kontakt zu ihr. 
Rossetti ist ebenfalls in Christina verliebt und die beiden haben in den Monaten vor Thomas Ankunft eine Affäre gehabt. Christina Mercado, die als Zahnarztassistentin arbeitet ist bereit, Thomas zu verlassen und offiziell mit Rossetti zusammen zu kommen. Am Abend von Thomas Party will sie mit ihm Schluss machen. 
Thomas hat aber ganz andere Pläne. Er hatte in der jüngsten Vergangenheit unwissentlich mit einer 14-Jährigen geschlafen, deren Familie nun damit drohte, an die Öffentlichkeit zu gehen. Thomas ist also dringend auf positive PR angewiesen und was passt da besser, als die Bekanntgabe des Hochzeitstermins von Jake Thomas und seiner Jugendliebe Christina Mercado? Er schafft es, Christina, die bereits Schluss gemacht hat, davon zu überzeugen, bei ihm zu bleiben. Er verspricht ihr ein schönes Leben als reiche Gattin des prominenten Baseballstars und zeigt ihr die Vorzüge auf. Christina lässt sich erweichen und lässt Rossetti stehen.
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Rezension: Die Gründung von Facebook von Ben Mezrich


"Die Gründung von Facebook" lieferte die Vorlage für den weltberühmten Film "The Social Network" mit Jesse Eisenberg und Justin Timbelake. Die leicht zu lesende Lektüre von Ben Mezrich beleuchtet Mark Zuckerberg und Facebook von einer bisher für viele unbekannten Seite.


Eduardo Saverin und Mark Zuckerberg haben einiges gemeinsam. Sie sind Nerds, interessieren sich für Computer und versuchen erfolglos bei Frauen an der Harvard Universität zu punkten. Aus ihrem Problem versuchen sie mit der Entwicklung eines sozialen Netzwerks Profit zu schlagen - die Idee von Facebook ist entstanden. Ihre Website schlägt ein wie eine Bombe und die Mitgliederzahlen explodieren innert kürzester Zeit. Der Erfolg hat jedoch auch negative Seiten und die Freundschaft zwischen Zuckerberg und Saverin droht zu zerbrechen. 

Aufwändige Recherche
Ben Mezrich hat mit grossem Aufwand versucht, die Ereignisse rund um die Gründung und Entwicklung des weltweit grössten sozialen online Netzwerks aufzuarbeiten und in eine für den Leser angenehme Form zu bringen. In vielen Gesprächen mit Beteiligten hat er sich viel Insiderwissen angeeignet, das er in diesem Werk zum Besten gibt. Für Unterhaltung ist gesorgt und der Schreibstil von Mezrich vermag zu gefallen. Das Buch liest sich leicht und man erfährt viel Neues über die involvierten Personen. Vor allem Mark Zuckerberg wird in einem zweifelhaften Licht dargestellt. Schade ist aber, dass sich ausgerechnet Zuckerberg nicht dazu bereit erklärt hat, mit Mezrich zu reden. Daher sind gerade die Erzählungen aus seiner Perspektive mit Vorsicht zu geniessen, wobei Mezrich auch immer klar angibt, was er belegen kann und was nicht. 

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Inhaltsangabe: Die Gründung von Facebook von Ben Mezrich



Inhalt

Eduardo Saverin versucht sich an der Harvard Universität einen Namen zu machen. Die 300 000 Dollar, die er mit einer Ölspekulation verdient hatte, ermöglichen ihm die Aufnahme ins Auswahlverfahren des Phoenix Club, einer angesehenen Studentenverbindung in Harvard.
Saverin lernt Mark Zuckerberg kennen, nachdem er ihn anfänglich als Nerd und Computerfreak abgestempelt hatte. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut, denn beide verbindet die Tatsache, dass sie von ihren Kommilitonen kaum beachtet werden und vor allem bei den Frauen keinen Erfolg haben. Als der eigensinnige Zuckerberg einmal mehr von einer Frau abserviert wurde, beginnt er leicht angetrunken die Bilder aller Harvard Studentinnen von den Universitätsrechnern herunter zu laden. In der Folge kreiert er eine Website, auf der jeweils zwei zufällig ausgewählte Schülerinnen nebeneinander angezeigt und vom User bewertet werden konnten. Er schickt den Link an ein paar Studienkollegen und lässt in der Folge seinen PC für einige Stunden ausser Acht. Als er zurück kommt, ist sein Laptop, den er als Server benutzt hatte, gecrasht: 22 000 Aufrufe verzeichnete die Website!
Zuckerberg steht nun vor einem grossen Problem, denn er hat sich die Bilder illegal besorgt und muss nun vor dem Schulausschuss antraben. Dieser lässt ihn mit einer Ermahnung davon kommen. 
Durch die Aktion hat Zuckerberg aber ein gewisses Mass an Ruhm erlangt in Harvard, denn sogar die Universitätszeitung Crimson hat über ihn und seine Website geschrieben. So wurden auch die Gebrüder Winklevoss auf Zuckerberg aufmerksam. Die beiden Zwillinge hatten gemeinsam mit einem Studienkollegen bereits an einem sozialen Netzwerk gearbeitet, doch der Programmierer hatte die Gruppe verlassen. Die drei wollten nun, dass Zuckerberg die Programmierung der Seite übernimmt und sie arrangieren ein Treffen mit ihm. Dieser hört sich den Vorschlag an und sagt, er überlege sich, wie er die Programmierung am besten vornehmen könne. 
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Rezension: Das siebte Kreuz von Anna Seghers



"Das siebte Kreuz" ist der 1942 erstmals erschienene Roman der Deutschen Schriftstellerin Anna Seghers. Seit der ersten Veröffentlichung hält der Erfolg des im französischen Exil entstandenen Werks an und wurde in der DDR als Musterbeispiel des Sozialistischen Realismus zur Pflichtlektüre. 

Georg Heisler gelingt gemeinsam mit sechs weiteren Inhaftierten des Konzentrationslagers Westhofen die Flucht. SS-Scharführer und Lagerkommandant Fahrenberg lässt für die sieben Flüchtlinge sieben Platanenkreuze anfertigen und kündigt an, innerhalb von sieben Tagen seien die Flüchtenden wieder gefasst. Fahrenberg erreicht sein Ziel beinahe, doch Georg Heisler ist auch nach sieben Tagen noch frei und es fehlt jede Spur von ihm.

Schreibstil nimmt den Schwung
"Das siebte Kreuz" wurde sowohl als Comic als auch als Film veröffentlicht und der Roman wird auch noch heute gut verkauft. Vom thematischen Standpunkt aus betrachtet ist das sicherlich nicht überraschend (mehr dazu später), doch der Schreibstil von Seghers ist nicht für jedermann zugänglich. Normalerweise brauche ich für die Lektüre eines 400-seitigen Buchs nicht sehr lange, doch für dieses Werk brauchte ich mehrere Woche. Das lag nicht etwa daran, dass es ein schlechtes oder langweiliges Buch wäre - im Gegenteil. Aber man kann nicht einfach Mal kurz am Abend ein paar Seiten lesen, für "Das siebte Kreuz" muss man sich Zeit nehmen, damit man in die Geschichte hinein findet. Seghers schreibt in langatmigen und verschachtelten Sätzen und benutzt Parallelhandlungen und Montagen, was es teilweise schwierig macht, der Handlung zu folgen. Es ist daher ein gewisses Mass an Ausdauer gefragt und der teils komplizierte und aus heutiger Sicht nicht mehr ganz zeitgemässe Schreibstil (Wortschatz und Satzbau) nimmt zeitweise den Schwung aus der Erzählung.
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Inhaltsangabe: Das siebte Kreuz von Anna Seghers


Inhalt

Georg Heisler kann gemeinsam mit sechs Kameraden aus dem Konzentrationslager Westhofen bei Worms fliehen. Sofort wird nach den Flüchtigen gefahndet und Lagerkommandant SA-Scharführer Fahrenberg lässt verlauten, dass diese innerhalb von sieben Tagen wieder zurück gebracht werden sollen. Als Zeichen dafür lässt er auf dem Gelände von Westhofen sieben Platanen kappen und auf Schulterhöhe eine Querverstrebung anbringen - ein Kreuz für jeden der sieben Flüchtlinge. 
Georg flüchtet bis zu einer nahegelegenen Fabrik, wo er sich eine Jacke klaut. Sein Ziel ist es, bis nach Frankfurt zu kommen, wo seine Freundin Leni auf ihn wartet. Per Anhalter, mit der Strassenbahn und zu Fuss schafft er es bis in die Stadt, doch als er Leni überraschen will, erfährt er, dass diese mit einem Nazi zusammen ist und sie gibt erst noch vor, ihn nicht zu kennen. Auf seiner Flucht hat er sich seine Hand verletzt und muss sich daher von einem Arzt pflegen lassen. Während seiner Flucht bricht die Verletzung mehrmals wieder auf, was ihn jedoch nicht davon abhält, weiter zu kämpfen. 
In der Stadt trifft er auf Füllgrabe, einer der gemeinsam mit ihm geflohen war. Dieser will Georg dazu überreden, sich mit ihm zu stellen, da ihre Flucht sowieso hoffnungslos sei und sie bald gefunden würden. Georg denkt jedoch noch lange nicht ans Aufgeben und sucht nach einem weiteren Ausweg. Er weiss, dass seine Familie und seine ehemaligen Freunde wie beispielsweise Franz Marnett oder seine Ehefrau Elli Mettenheimer, von der er sich jedoch getrennt hat, von der Gestapo überwacht werden.
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Rezension: Allmen und der rosa Diamant von Martin Suter


"Allmen und der rosa Diamant" ist der zweite Fall des Ermittlerduos Johann Friedrich von Allmen und Carlos de Léon. Dem Schweizer Erfolgsautoren Martin Suter ist mit dem zweiten Teil eine klare Steigerung zum Debüt gelungen, die Lust auf mehr macht.


Allmen und seit Guatelmaltekischer Butler Carlos, der illegal in der Schweiz lebt, haben die "Allmen International Inquiries" gegründet, eine Frima, die sich darauf spezialisiert hat, verschwundene Kunstobjekte wieder zu finden. Vom Engländer Montgomery erhalten sie den Auftrag, den Russen Sokolov aufzuspüren und ihn zu beschatten. Mit viel Geschick und der Fähigkeit, sich jeder Situation anzupassen, ermittelt das ungleiche Duo mit Erfolg. Sie spüren den vermeintlichen Diamantendieb Sokolov in einem deutschen Luxushotel auf und beschatten ihn. Als Sokolov von zwei Engländern umgebracht wird und der rosa Diamant plötzlich in den Händen eines Asiatischen Grossindustriellen auftaucht, realisieren Allmen und Carlos, dass da etwas nicht ganz stimmen kann und ihr Auftraggeber sie nicht über alles informiert hat.

Suter wie immer stark
Über die Qualitäten von Martin Suters Schreiben muss man nicht viele Worte verlieren: Die sind schlicht Extraklasse. Wie in beinahe allen Werken besticht er durch seine kurzen, aber dennoch treffenden Beschreibungen von Personen, Orten und Handlungen, die oftmals an Regieanweisungen in einem Drehbuch erinnern. Im zweiten Allmen-Band, kann sich der Leser auch schon viel besser mit den beiden Ermittlern identifizieren und im Vergleich zum Debüt haben sich die Figuren auch entwickelt. Carlos ist zwar noch immer der Butler, doch vermehrt kommen die guten Ideen und Vorschläge von ihm und auch finanziell sind die beiden mindestens gleichberechtigte Teilhaber der Firma. Allmen lebt noch immer auf grossem Fusse und ist ein Meister darin, sich als jemanden auszugeben, der er nicht ist und gelangt so an Informationen. 
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Inhaltsangabe: Allmen und der rosa Diamant von Martin Suter


Inhalt

Seit ihrem letzten Fall haben Allmen und Carlos ihr eigenes Unternehmen gegründet: die Allmen International Inquiries. Zu Beginn waren sie hauptsächlich in der Schweiz mit wenig lukrativen Aufträgen beschäftigt, doch nun erhalten sie von Herrn Montgomery, einem Engländer, den Auftrag, Artjom Sokolov ausfindig zu machen. Der Russe habe einen rosa Diamanten im Wert von 45 Mio. Franken gestohlen.
Allmen und Carlos beginnen am zuletzt bekannten Aufenthaltsort von Sokolov zu suchen, doch sie finden keine Spur von ihm. Weder in den Nachtclubs, noch in seiner alten Wohnung weiss man, wo er ist. Jedoch kriegen sie von allen, die sie befragen, dieselbe Auskunft: Sie seien bereits die dritten, die sich nach Sokolov erkundigen - nach zwei Engländern und zwei Amerikanern.
Über Sokolovs Putzfrau Maria Morena kommt Allmen an die neue Adresse des Russen, doch auch dort ist er nicht mehr. Die teure Villa steht leer, Sokolov war überstürzt aufgebrochen. Da jedoch sein Briefkasten noch immer voll ist, durchsuchen Allmen und Carlos die Post ihres Verdächtigen. Darin finden sie eine wichtige Information: Die Buchungsbestätigung eines Reisebüros für einen unbefristeten Aufenthalt in einem Luxushotel in Rostock. Allmen, der sich im luxuriösen Ambiente hervorragend auskennt, nimmt sich der Aufgabe an, Sokolov in diesem Hotel ausfindig zu machen. Wie mit ihrem Auftraggeber Montgomery abgemacht, meldet Allmen, dass er Sokolv gefunden habe. Da er und Carlos vom Auftauchen der beiden Engländer etwas irritiert waren, beschlossen sie, Montgomery nicht zu sagen, wo sie Sokolov gefunden hatten.
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Textsorte: Interview

Was ist ein Interview?
Ein Interview ist ein Gespräch mit einer Person, in welchem der Journalist versucht, der Person mit geschickt gestellt Fragen Antworten zu entlocken. In der Folge werden die Antworten gekürzt und sprachlich aufbereitet, ehe sie publiziert werden. Es ist auch möglich, ein Interview als Basis für eine Reportage, einen Bericht oder ein Portrait zu benutzen. 

Wie schreibe ich ein Interview?
Wenn Sie ein Interview führen und schreiben wollen, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
  • Immer genau recherchieren vor dem Interview, damit man gut vorbereitet ist
  • Einige Fragen vorbereiten, jedoch eher offene Fragen, damit die Person viel spricht
  • Vor dem eigentlichen Interview in einem Vorgespräch die Rahmenbedingungen klären und den Kontakt zur Person herstellen
  • Aufnahmegerät testen!
  • Systematisch vorgehen bei der Befragung (allgemein zu spezifisch oder umgekehrt), wenn sich die Chance bietet, kann auch vom Kurs abgewichen werden
  • Sollte etwas unklar sein, sofort nachhaken
  • Namen und Daten immer nochmals nachprüfen (auch ob sie korrekt geschrieben sind), bevor sie veröffentlicht werden
  • Interview mit einem Nachgespräch beenden (Dank, evt Gegenlesung organisieren...)
  • Beim Aufschreiben des Interviews sollen sowohl die Fragen als auch die Antworten gekürzt werden
  • Die Antworten dürfen sprachlich umformuliert werden, inhaltlich nicht
  • Nonverbales Verhalten ergänzen (lacht, schmunzelt, schweigt)

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Inhaltsangabe: Der letzte war zu viel von Anja Wyser


Inhalt
Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Ruby hat Chloe mal wieder eine Nacht durchgefeiert. Am nächsten Morgen kann sie sich aber an nichts mehr erinnern und findet in ihrer Wohnung ein Paar gelbe Turnschuhe, von denen sie nicht weiss, wem sie gehören. Mit Ruby zusammen beginnt sie nach dem unbekannten Besitzer zu suchen. Bald kommen nur noch acht Männer in Frage, doch die Suche gerät für Chloe in den Hintergrund, als sie sich in Shane Farrell, einen Rocksänger, verliebt. An einem Konzert holt er sie auf die Bühne, singt für sie ein Lied und schreibt ihr Name und Telefonnummer auf eine Autogrammkarte. 
So ergibt sein eines aus dem anderen und die beide finden schnell einen gemeinsamen Nenner. Alles scheint perfekt und die beiden wollen sogar eine eigene Wohnung suchen. Doch dann kommt die Katastrophe: Chloes Bruder Stuart beobachtet Shane, wie er in einem Restaurant mit einer anderen Frau sitzt und alarmiert Chloe. Diese kommt sofort und muss mitansehen, wie Shane sie mit einer anderen betrügt. Sie beendet daraufhin die Beziehung mit Shane sofort und lässt sich im Geschäft für zwei Wochen krank schreiben. Sie bleibt zu Hause, hat keine Motivation und bläst Trübsal. Niemand kann sie aufheitert oder sie dazu bringen, etwas zu unternehmen. Schliesslich kann sie sich doch dazu durchringen, mit Shane zu sprechen. Dieser sagt ihr, er hätte sie nur betrogen, weil sie ihn ja auch mit Jayden hintergangen habe. Er hätte die gelben Turnschuhe gesehen.
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Rezension: Der letzte war zu viel von Anja Wyser




"Der letzte war zu viel" ist das Romandebut der jungen Schweizer Autorin Anja Wyser. Die Geschichte vermag nicht wirklich zu überzeugen, unbestritten ist jedoch Wysers Talent zu schreiben. 



Chloe Brown arbeitet in einem Münchner Kleidergeschäft als Verkäuferin. Nach einer gemeinsamen Partynacht mit ihrer besten Freundin Ruby wacht sie verkatert auf und findet in ihrem Haus ein paar herrenlose gelbe Turnschuhe. Da weder Chloe noch Ruby sich an irgendetwas erinnern können, was in besagter Nacht passiert ist, beginnt für die beiden eine mühsame Suche nach dem Besitzer der Turnschuhe. Doch als Chloe den Rocksänger Shane Farrell trifft, gerät ihre Suche nach dem Unbekannten in den Hintergrund, jedoch nicht für immer...

Platte Story
Die Ausgangslage für Wysers Roman dürften spätestens seit dem Film "Hangover" alle kennen: Eine verkaterte Nacht, in der sich so einiges abgespielt hat, an das man sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann. Ziemlich genau gleich beginnt die Geschichte von Chloe Brown - also keine wirklich bahnbrechende Idee der Autorin. Auch in der Folge wirkt die Story oft sehr konstruiert und die überraschenden Wendungen und die Spannung fehlen nahezu gänzlich. Zu oft werden absolut logische Handlungsabläufe in die Länge gezogen und als wahnsinnige Neuigkeiten oder völlig unerwartete Erkenntnisse verkauft, obwohl diese dem Leser bereits klar waren. Was mich aber am meisten verwirrte, war die Tatsache, dass, obwohl die Geschichte in München spielt, nahezu alle auftretenden Personen einen englischen Vor- und Nachnamen haben. Dieser Umstand wirkt sich negativ auf die Glaubwürdigkeit der Geschichte aus.
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Textsorte: Bewerbungsschreiben

Was ist ein Bewerbungsschreiben?
Bei einem Bewerbungsschreiben geht es darum, sich beim Arbeitgeber in ein gutes Licht zu rücken, also diskret Werbung für sich selber zu machen. Dabei formuliert man explizit, warum man für die Stelle geeignet ist, was einem daran reizt ect. Damit will man bezwecken, dass man vom eventuellen künftigen Arbeitgeber zu einem Gespräch eingeladen wird. 

Wie verfasse ich ein Bewerbungsschreiben?
Sollten Sie ein Bewerbungsschreiben verfassen wollen, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
  • Bei der Anrede den Personalverantwortlichen mit Namen ansprechen
  • Bezug nehmen auf das Inserat oder das Telefongespräch
  • Aufzeigen, dass Sie über die gewünschten Fähigkeiten verfügen (dazu das Stelleninserat genau analysieren)
  • Erklären, warum Sie genau diese Stelle wollen
  • kurz, prägnant und ohne Floskeln schreiben
  • Bewerbungsschreiben vom Layout her mit dem Lebenslauf abstimmen
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Textsorte: Geschäftsbrief

Was ist ein Geschäftsbrief?
Ich denke, es sollte allen klar sein, was ein Geschäftsbrief ist, dennoch wissen viele nicht, dass das Wort "Brief" ursprünglich vom lateinischen Wort für "kurz" abstammt und genau darum geht es auch beim Verfassen eines Briefs. Man muss sich so kurz wie möglich fassen und die vielen Floskeln, die sich beim Briefe schreiben eingebürgert haben, weglassen.

Wie schreibe ich einen Geschäftsbrief?
Wenn Sie einen Geschäftsbrief verfassen wollen, dann sollten Sie folgende Punkte beachten:
  • Sich zuerst auf den Grund des Schreibens beziehen
  • Dann sofort zur Sache kommen
  • Anliegen auf den Punkt bringen
  • Das weitere Vorgehen skizzieren
  • Ohne Floskeln schreiben
  • Folgenden formalen Aufbau berücksichtigen: 
  1. oben rechts die Absenderadresse
  2. fünf Leerzeilen und dann das Datum und der Ort auf der linken Seite
  3. vier Leerzeilen gefolgt von der Empfängeradresse
  4. drei Leerzeilen bevor der Betreff des Briefs kommt
  5. zwei Leerzeilen und dann folgt die Anrede
  6. eine Leerzeile und dann kommt das Anknüpfen
  7. weitere Leerzeile vor dem Anliegen
  8. erneute Leerzeile vor dem Abschluss
  9. wieder eine Leerzeile vor "freundliche Grüsse"
  10. Unterschrift
  11. Beilagen
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Textsorte: Rezension

Was ist eine Rezension?
Eine Rezension ist ein ebenso unterhaltender wie informativer Text, der ein begründetes Urteil über ein Werk (Film, Buch, Bild...) liefert. Eine Rezension kann man nicht verfassen, wenn man sich nicht intensiv mit dem entsprechenden Werk befasst hat.

Wie schreibe ich eine Rezension?
Beim Verfassen einer Rezension gilt es einige Punkte zu beachten:
  • Eine kurze Inhaltsangabe darf nicht fehlen 
  • Die Form des Werks muss analysiert werden
  • Selbst gewählte Aspekte der Deutung müssen vorhanden sein
  • Eine begründete Wertung muss am Ende des Texts folgen
  • Zitate sollen zur Veranschaulichung des Erklärten dienen
  • Ganz am Ende werden folgende bibliografischen Angaben gemacht: Autor, Titel, Verlag, Erscheinungsdatum, Preis, Seiten, ISBN-Nummer

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Textsorte: Hypertext

Was ist ein Hypertext?
Der Hypertext ist eine Textsorte, die es noch nicht allzu lange gibt, die jedoch stetig an Bedeutung gewinnt, denn es sind Texte, die extra für den Gebrauch im Internet aufbereitet werden. Alle online Nachrichtenportale verwenden also Hypertexte. Diese unterscheiden sich wesentlich von den herkömmlichen Publikationen in Zeitungen. Die Hypertexte werden mit Bildern, Videos und Links angereichert und bieten dem Leser so einen Mehrwert. Doch dies sind nicht die einzigen Unterschiede zu Berichten und Meldungen in den Tageszeitungen, denn die Hypertexte müssen für die Lektüre am Bildschirm optimiert und vereinfacht werden.

We schreibe ich einen Hypertext?
Beim Verfassen eines Hypertexts sollten folgende Ratschläge berücksichtigt werden:
  • Wie bei der Meldung oder dem Bericht sollten Sie auch hier vom Wichtigen zu Unwichtigen gehen
  • Kurze Texte verfassen, damit das Scrollen vermieden werden kann
  • Kurze Sätze schreiben (20 Wörter pro Satz)
  • Bei längeren Hypertexten mit Zwischentiteln arbeiten und Leerzeilen, sowie Absätze zur besseren Übersicht einbauen
  • Begriffe im Text mit Hyperlinks verknüpfen, die weitere themenrelevante Informationen zur Verfügung stellen
  • Bilder und Videos dürfen ebenfalls eingebaut werden

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Textsorte: Glosse

Was ist eine Glosse?
Die Entstehung der Glosse ist folgender: Früher haben Gelehrte zu einem wichtigen Text oder zu einer Passage eine erklärende oder interpretierende Randbemerkung gemacht, die glossa (lat) hiess. Die Glosse hat daher gewisse Ähnlichkeiten mit einem Kommentar, denn bei beiden Textsorten wählt der Autor eine aktuelle Nachricht als Ausgangslage aus. Im Gegensatz zum Kommentar sucht er sich aber nur ein kleines Detail aus und macht aus diesem Detail eine grosse Sache - aus einer Mücke einen Elefanten. Wichtig dabei ist, dass die Glosse ein satirischer Text ist und oftmals mit einer Pointe endet. 

Wie schreibe ich eine Glosse?
Wenn Sie eine Glosse verfassen wollen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
  • Wählen Sie eine Detail aus einem Themengebiet Ihrer Wahl, am besten etwas Aktuelles
  • Zu Beginn die Ausgangslage klar formulieren
  • Den Gedankengang fortlaufend zuspitzen
  • Übertreibungen, Ironisierungen und Andeutungen verwenden, um die Satire in den Text einfliessen zu lassen
  • Scharfsinnig argumentieren und die Geschichte auf den Punkt bringen
  • Pointe am Ende

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Textsorte: Zusammenfassung

Was ist eine Zusammenfassung?
Eine Zusammenfassung ist grundsätzlich identisch mit einer Inhaltsangabe, nur das man Zusammenfassungen ausschliesslich von Sachtexten anfertigt, während Inhaltsangaben bei erzählenden Texten angewendet werden. Wichtig ist dabei, dass man den Inhalt des Textes in eigenen Worten wiedergibt und dabei davon ausgeht, dass der Inhalt dem Leser oder der Leserin nicht bekannt ist. Eine Zusammenfassung muss kurz, knapp und übersichtlich sein. 

Wie schreibe ich eine Zusammenfassung?
Beim Verfassen einer Zusammenfassung müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Text wird im Präsens verfasst
  • Muss kurz, knapp, übersichtlich und klar sein
  • Keine persönlichen Kommentare und Wertungen einbauen
  • Überlegen, in welcher Reihenfolge die Informationen für den Leser bereitgestellt werden, damit der Inhalt trotzdem klar ersichtlich bleibt
  • Keine Satzteile und Sätze übernehmen, sondern in eigenen Worte verfassen
  • Immer angeben, welcher Text zusammengefasst wird (im ersten Satz angeben)


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Textsorte: Zitat (Harvard Zitierschema)

Was ist ein Zitat?
Ein Zitat ist die Aussage einer Person oder die Wiedergabe einer Textstelle, die in einem eigenen Text wörtlich übernommen - also zitiert wird. Gerade in wissenschaftlichen Arbeiten ist diese ein zentraler Bestandteil. Die Aussage muss korrekt wiedergegeben werden und als Zitat gekennzeichnet sein. Die Quelle des Zitats muss am Ende ebenfalls angegeben werden. Ist dies nicht er Fall und jemand übernimmt Texte oder Aussagen, ohne dies zu kennzeichnen, kann dieser des Plagiats bezichtigt werden.
Es kann sowohl direkt zitiert werden, wobei eine Aussage 1:1 übernommen wird, oder sinngemäss, wobei der Inhalt eines Texts in eigenen Wort wiedergegeben wird. Egal welche der beiden Methoden angewendet wird, es muss in der Folge ein Kurzverweis erfolgen. 

Wie schreibe ich ein Zitat?
Folgende Punkte sollten Sie beherzigen, wenn Sie ein Zitat nach der Harvard Zitierschema verfassen:
  • Beim direkten Zitat muss der Text muss wortgetreu übernommen werden
  • Der zitierte Satzteil muss am Anfang und am Ende mit Anführungs- und Schlusszeichen gekennzeichnet werden
  • Befindet sich innerhalb des Zitats eine direkte Rede werden die "..." durch '...' ersetzt 
  • Wird in einem Zitat eine Stelle ausgelassen wird diese so gekennzeichnet: [...]
  • Wird in einem Zitat etwas hervorgehoben, so muss dies beim Zitieren auch vermerkt werden und zwar nach der Hervorhebung durch den Zusatz: [Hervorh. d. Verf.]
  • Rechtschreibfehler werden in Zitaten übernommen, müssen aber durch das Anbringen des folgenden Zusatzes gekennzeichnet werden: [sic!]
  • Wird ein Buchstabe in einem Zitat geändert, beispielsweise wegen Gross- und Kleinschreibung, dann wird dieser in eckige Klammern gesetzt
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Inhaltsangabe: Darum von Daniel Glattauer


Inhalt

Jan Haigerer arbeitet als Lektor in einem erfolgreichen Verlag. Seine Freundin Delia, mit der er seit langem zusammen ist, arbeitet ebenfalls dort. Haigerer versucht sich selbst an einem Roman, in dem ein ganz normaler, unbescholtener Bürger plötzlich zum Mörder wird. Doch die Verlage lehnen sein Manuskript allesamt ab mit der Begründung, es sei zu weit hergeholt und er habe es nicht selbst erlebt. 
26.08.98, dieses Datum wird Haigerer zum Verhängnis, denn an diesem Tag kassiert er eine weitere Absage eines Verlags und Delia verlässt ihn für einen französischen Schriftsteller. Haigerer, der inzwischen bereits einige Jahre als Journalist für die "Kulturwelt" arbeitet, kommt mit diesen beiden Schicksalsschlägen nicht klar und beginnt daher einen Plan auszuhecken. Eines Abends setzt er sich in mit einer Faustfeuerwaffe in eine Bar. Die erstbeste Person, die das Lokal betritt, erschiesst er, ohne dass er erkannt hatte, wer es gewesen war. Der Mann ist sofort tot und Haigerer wird zum Mörder. 
Die Polizei ist schnell vor Ort und durchsucht alle Besucher der Bar. Haigerer lässt man jedoch gehen, denn man kennt den Journalisten und kann sich nicht vorstellen, dass er es war. Dieser ist frustriert, dass er nicht verhaftet wurde und verbringt den nächsten Tag allein. Am Abend kehrt er an den Tatort zurück und lässt sich in seinem Frust volllaufen. Beatrice, die Kellnerin des Lokals, kümmert sich in der Folge um ihn. Der sturzbetrunkene Haigerer verrät ihr in der Nacht die Zahlenfolge 2-6-0-8-9-8, sagt dass es ein Geheimcode sei und dass er der Mörder von Rolf Lentz ist. 
Am nächsten Tag stellt Haigerer sich der Polizei und bringt die Tatwaffe gleich mit. So bleibt den Behörden nichts anderes übrig, als ihn in Gewahrsam zu nehmen. Doch niemand behandelt ihn wie einen Mörder, denn alle sind sich sicher, dass er unmöglich der Täter sein kann. Die Beweislast ist jedoch erdrückend und Haigerer bleibt in U-Haft. Helena Selenic, die zuständige Untersuchungsrichterin, nimmt die Protokolle auf und lernt Haigerer dabei besser kennen. Sie verguckt sich in ihn und kann sich auch nicht vorstellen, dass er der Täter sein kann. An Weihnachten nimmt sie ihn gegen die Dienstvorschrift mit zu sich nach Hause und schläft mit ihn. In der Folge lässt sie sich jedoch nicht mehr bei ihm blicken.
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Rezension: Darum von Daniel Glattauer


Der Roman "Darum" des österreichischen Erfolgsautoren Daniel Glattauer wartet mit einem unkonventionellen, aber deswegen nicht minder spannenden und mit Überraschungen gespickten Plot auf, in dem ein Mörder für seine Tat verurteilt werden, die Justiz ihn aber unbedingt freisprechen will.

Der 43-jährige Journalist der "Kulturwelt" Jan Haigerer erschiesst in einer Bar einen ihm unbekannten Mann. Daraufhin stellt er sich der Polizei und möchte, dass er für seine Tat verurteilt wird. Da er jedoch ein angesehener Bürger ist und niemand seiner Freunde und Arbeitskollegen ihm diesen Mord zutraut, versucht die Justiz Gründe und Erklärungen zu finden, um ihn zu entlasten. Haigerer will jedoch unbedingt lebenslänglich hinter Gitter kommen, ein Motiv will er aber nicht verraten. Er beginnt zu Lügen und tischt dem Gericht eine wirre Geschichte auf, die beweisen soll, dass er schwul war und aus Eiversucht den Mann, der sein Liebhaber gewesen sein soll, umgebracht hatte. Seine Geschichte wird jedoch unglaubwürdig, als plötzlich neue Zeugen vor Gericht auftauchen und ihn entlasten. 

Völlig neuer Ausgangspunkt
Daniel Glattauer wählte für seinen Kriminalroman "Darum" eine völlig neue und unerwartete Ausgangslage. Für einmal jagen nicht die Ermittler den Täter und versuchen ihn für seine Tat zu bestrafen, sondern der Täter versucht für seine Tat bestraft zu werden, während die Ermittler mit allen Mitteln seine Unschuld beweisen wollen. Anfangs war ich skeptisch ob dieser doch eher spezielle Plot überzeugen und für Spannung sorgen kann, doch ich wurde schnell eines besseren belehrt. Glattauer schafft ist mit seiner enormen Wortgewandtheit, seinen mit viel Liebe zum Detail gestalteten Erzählungen und den überraschenden Wendungen den Leser zu fesseln.
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Textsorte: Mindmap

Was ist ein Mindmap?
Ein Mindmap ist eigentlich nichts anderes als ein numerisch oder hierarchisch geordnetes Clustering. Die mit dem Clustering gefundenen Begriffe werden im Mindmap als Rohmaterial weiter verwendet. Um das ganze System zu veranschaulichen, kann man sich das Ganze mit Hilfe von Kapiteln und Unterkapiteln vorstellen. Vom Kernwort aus zweigen beispielsweise drei Hauptbegriffe ab (1,2,3), diese haben wiederum mehrere Assoziationen (1.1, 1.2 / 2.1, 2.2 / 3.1, 3.2), die weitere mit sich ziehen (1.1.1, 1.2.1 / 2.2.1, 2.2.4...) usw. Dieses Spiel kann beliebt weiter geführt werden.

Wie schreibe ich ein Mindmap?
Wenn Sie ein Mindmap erstellen wollen, sollten Sie diese Grundsätze beachten:
  • Mindmap ist kein Brainstorming
  • Zuerst ein Clustering durchführen
  • Begriffe ordnen und hierarchisch auflisten
  • Es gibt auch online Tools für Mindmaps: Freemind oder wikimindmap

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Textsorte: Definition

Was ist eine Definition?
Eine Definition ist eine sehr wichtige Textsorte, denn sie bildet bei wissenschaftlichen Arbeiten oftmals den Ausgangspunkt. Es geht dabei darum, die Bedeutung eines Begriffes kurz und knapp zu bestimmen. Wichtig ist dabei, dass man ihn ganz klar von anderen Begriffen abgrenzt und auch mehrere Bedeutungen erläutert, falls diese vorhanden sind. Die Definition ist stets objektiv zu halten, auch wenn verschiedene Personengruppen oder verschiedene Altersgruppen denselben Begriff unterschiedlich verstehen und interpretieren. Eine Person kann auch selber festlegen, was sie unter einem Begriff versteht.

Wie schreibe ich eine Definition?
Beim Verfassen einer Definition sollten Sie folgende Punkte beherzigen:
  • Zuerst ein Clustering oder ein Mindmap durchführen
  • Abklären, welche Elemente wirklich zum Begriff gehören und welche nicht
  • Nur bekannte Wörter in die Definition nehmen (auf keinen Fall das zu definierende Wort)
  • Eindeutig schreiben
  • So kurz wie möglich halten


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Textsorte: Lexikonartikel

Was ist ein Lexikonartikel?
Ein Lexikonartikel ist meist in einem Nachschlagewerk zu finden, in dem Wissenswertes über alle Sachgebiete oder über ein bestimmtes Sachgebiet gesammelt wird. Der Sinn eines Artikels besteht darin, zu einem bestimmten Stichwort Informationen bereitzustellen. Dabei ist es jedoch nicht nur die Definition, die angegeben wird, sondern es wird auch die Bedeutung erklärt und die historische Entwicklung des Begriffs erläutert. Beim Verfassen das Lexikonartikels muss stets darauf geachtet werden, wer das Zielpublikum ist, damit die Sprache entsprechend angepasst werden kann. 

Wie schreibe ich einen Lexikonartikel?
Wenn Sie einen Lexikonartikel verfassen wollen, halten Sie sich an folgende Richtlinien:
  • Lexikonartikel beginnt mit der Definition des Begriffs in einem Satz
  • Verschiedene Bedeutungen werden in separaten Unterkapiteln behandelt
  • Historische Entwicklung des Begriffs erläutern
  • Klar und so einfach wie möglich formulieren
  • Fachbegriffe weglassen


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