Inhaltsangabe: Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta

Die Inhaltsangabe und die Charakteranalyse basieren auf dem spanischen Orginaltext "El cartero de Neruda (ardiente paciencia)" von Antonio Skármeta. 

Inhalt
Auf der chilenischen "Isla Negra" lebt der 17-jährige Fischersohn Mario Gimenez. Dieser möchte nicht wie sein Vater und viele seiner Verwandten Fischer werden und so bewirbt er sich für die freie Stelle als Briefträger. Da er ein eigenes Fahrrad besitzt, bekommt er die Stelle, auch wenn es in seinem Einzugsgebiet nur gerade einen Kunden gibt: Den Dichter Pablo Neruda. 
Voller Elan stürzt sich Mario in seine neue Arbeit und kommt so in Kontakt mit Pablo Neruda. Die beiden Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können, beginnen einander kennenzulernen und zu schätzen. Oftmals haben sie miteinander diskutiert und dabei versucht Neruda beispielsweise Mario zu erklären, was eine Metapher ist und wie man eine solche erfindet. Mario, der in Pablo sein Vorbild sieht, gibt sich grosse Mühe und versucht, vom Poeten zu lernen. 
Bereits kurze Zeit später fragt Mario erneut um Hilfe bei Pablo, denn er hat sich in die schöne Beatriz verliebt und weiss nicht, was er jetzt tun soll. Pablo willigt ein und besucht mit Mario die Bar, in der Beatriz arbeitet, damit er sie kennen lernen kann.
Da Pablo Neruda offizieller Kandidat für das Amt des Chilenischen Präsidenten wird, muss er den Ort und damit auch Mario verlassen, um den Wahlkampf zu bestreiten. Mario ist nun also auf sich alleine gestellt und weiss sich nicht anders zu helfen, als das Herz von Beatriz mit den Versen von Pablo zu erobern. Dies gelingt ihm dann auch, doch die Mutter von Beatriz hat etwas gegen die Beziehung und so können sich die beiden kaum sehen. 
Erst als Pablo, der seine Kandidatur zu Gunsten von Salvador Allende zurückgezogen hat, wieder zurück kommt und alle Einwohner gemeinsam den Sieg von Allende in der Bar von Beatrizs Mutter feiern, kommen Mario und Beatriz endgültig zusammen. Die Hochzeit der beiden ist gleichzeitig auch das Abschiedsfest von Pablo, der die Insel nach der Hochzeit, bei der er Trauzeuge war, verlässt, um in Paris als chilenischer Botschafter zu arbeiten. 

Bei Mario und Beatriz hält nach der Hochzeit der Alltag Einzug und so kommen auch die ersten Probleme. Vor allem die Tatsache, dass Mario nicht mehr arbeitet, da sein einziger Kunde in Paris ist, sorgt immer wieder für Streit. So muss Mario, obwohl er sich dagegen sträubt, in der Küche von Beatrizs Restaurant kochen. Mit dem Geld, das er damit verdient, will er eigentlich seinen Freund Pablo in Paris besuchen, doch das geht nicht. Er braucht sein gesamtes Geld, um seine Kind Pablo Neftalí zu versorgen, welches immer wieder krank war. 

Eines Tages erhält Mario dann seinen ersten Brief - von Pablo. Darin schreibt er ihm, dass er die Insel vermisst und sein Gesundheitszustand sich stark verschlechtert hat. Mario, sein einziger Freund, solle doch für ihn alle Geräusche der Insel auf Tonband aufnehmen und sie ihm nach Frankreich schicken, damit das Heimweh nicht so schlimm sei. Mario macht sich sogleich an die Arbeit und nimmt alles auf, was er hört. Kurz darauf erreicht die Meldung, dass Pablo Neruda den Nobelpreis der Literatur gewinnt, die Insel und versetzt diese in einen kollektiven Freudentaumel. 
Pablo kehrt mit seiner Frau Matilda auf die Insel zurück, da sich seine Gesundheitszustand weiter verschlechtert hat. Mario nimmt seine Arbeit als Briefträger wieder auf und kommt so wieder mit seinem besten Freund in Kontakt. Während dessen Abwesenheit hat Mario selber viel geschrieben und hat sich entschieden, mit einem seiner Gedichte an einem Wettbewerb teilzunehmen. 
Der Tag, an dem Mario erfährt, dass sein Gedicht den ersten Preis gewann, dürfte er nicht so schnell vergessen. Denn genau an diesem Tag wird die Insel von den Truppen von Diktator Pinochet, der nun an der Macht ist, besetzt und auch das Haus von Pablo wird kontrolliert. Dennoch schafft es Mario, zu Pablo vorzudringen und mit ihm zu sprechen. Dieser sagt ihm, dass er bald sterben werde und nicht ins Spital gebracht werden wolle, da er dort das Meer nicht zu sehen bekomme. Trotzdem wird er von der Ambulanz ins Spital gebracht, wo er kurze Zeit später stirbt. 
Am Ende des Werks wird Mario von zwei Soldaten von Pinochet abgeführt, da sie mit ihm sprechen wollen. Danach hört man nie wieder etwas von Mario und auch sein Gedicht, das den ersten Preis gewann, fällt der Zensur der chilenischen Diktatur zum Opfer - ein bitterer Nachgeschmack zum Schluss. 

Charakteranalyse
Mario Gimenez: Mario ist 17 Jahre alt und will nicht wie seine Eltern als Fischer enden, der weder lesen noch schreiben kann. So wird er Briefträger von Pablo Neruda und zwischen den beiden so unterschiedlichen Menschen entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Obwohl Mario nicht sonderlich intelligent ist, hat er es Pablo zu verdanken, dass er beispielsweise weiss, was Metaphern sind und wie man diese bildet. Dank den Metaphern von Pablo schafft er es dann auch, das Herz von Beatriz zu erobern, die ihn dann schliesslich auch heiratet. 
Als Zeichen für die tiefe Freundschaft, die ihn mit Pablo, seinem Trauzeugen verbindet, tauft er seinen Sohn ebenfalls Pablo. Auch in der Zeit als Pablo in Paris als Botschafter arbeitet, sind die beiden stets in Kontakt. 
Am Ende des Werks hat sich Mario dann so weit entwickelt, dass er selber einen Preis gewonnen hat für eines seiner Gedichte. Dies kann als Symbol dafür gedeutet werden, dass Pablo seine Aufgabe als Freund und Ausbilder von Mario erfolgreich abgeschlossen hat und nun in Ruhe sterben konnte. 

Pablo Neruda: Das gesamte Werk von Antonio Skármeta kann als Hommage an den Chilenischen Erfolgsautoren Pablo Neruda angesehen werden. Die Texte von Neruda werden im Buch in den Himmel gelobt und auch seine Art als Mensch wird durchwegs positiv dargestellt. Deswegen auch die Freundschaft mit Mario, einem Vertreter des einfachen Chilenischen Volks, die zeigt, wie bodenständig Neruda trotz seines Erfolgs geblieben ist. 
Dass die Freundschaft zu Mario nicht einseitig ist, zeigt sich daran, dass er ihn bat, die Geräusche der Insel aufzunehmen und sie ihm nach Paris zu schicken. Auch hilft er Mario, das Herz von Beatriz zu erobern. 
Für Pablo ist seine Heimat und vor allem das Meer sehr wichtig. Er vermisst es und will auch seine letzten Momente vor dem Tod dort verbringen, wo er das Meer sieht und nicht in einem Spital. Dies zeigt die Verbundenheit von Neruda mit Chile. 
(fba)

13 Kommentare :

Anonym hat gesagt…

sehr gut, hat mir sehr geholfen

Anonym hat gesagt…

vielen dank!!

Anonym hat gesagt…

supi, mega toll, ist jetzt klarer ^^

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für diese Zusammenfassung!

Allerdings sollte eines geändert werden: Isla Negra ist keinesfalls eine Insel sondern lediglich ein Dorf an der chilenischen Küste.

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank, Super !!

LG Mirco

Anonym hat gesagt…

ganz hilfreich,aber eine weitere Ungenauigkeit: Mario erfährt gar nicht, dass er den ersten Preis gewonnen hat, man kann es nur vermuten, wenn man den Epilog liest

Anonym hat gesagt…

Im epilog steht, dass mario den Preis eben NICHT gewonnen hat, sondern Jorge Teillier !

Anonym hat gesagt…

Nicht Mario, sondern Jorge Teillier hat den Preis der Quinta Rueda gewonnen.
Aber wie oben beschrieben stimmt es auch nicht.
Mario TRÄUMT nur davon, dass er den Preis gewinnt!
Was mit dem Gedicht passiert, erfährt man nie. Der Autor der Quinta Rueda, von dem im Epilog, die Rede ist, kann sich ja nicht mehr an Marios Gedicht erinnern. Vllt wurde es sogar abgefangen und war mit ein Grund, dass Mario letztendlich verschleppt wurde.

Anonym hat gesagt…

und: Mario gewinnt nie einen Preis! Er schafft es lediglich, endlich ein eigenes Gedicht zu schreiben. (Charakteranalyse Mario)

Anonym hat gesagt…

oh, das steht ja schon da, pardon

Anonym hat gesagt…

me encanto, danko

Anonym hat gesagt…

danke, sehr hilfreich.. aber auch wenn man den epilog liest kann man nicht sicher sein, ob mario den preis gewonnen hat oder nicht.. denn der erzähler fragt dort den mann aus mexiko, ob dieser etwas von einem chilenischen dichter mit preisgekröntem gedicht gehört hat.. der mann aus mexiko verneint.. also sicher kann mann nich sein.. aber trotzdem gut gemacht!

Anonym hat gesagt…

Isla Negra ist, obwohl der Name anderes vermuten lässt, keine Insel!

Kommentar veröffentlichen