Inhaltsangabe: Die Gerechten von Albert Camus

Die Inhaltsangabe und die Charakteranalyse basieren auf dem französischen Originaltext "Les Justes" von Albert Camus. 

Inhalt
1. Akt: Eine Gruppe Russischer Terroristen ist daran, das Attentat auf einen russischen Herzog zu planen. Dora und Annenkov, der Chef der Gruppe, warten auf Stepan, der nach drei Jahren Gefangenschaft in der Schweiz neu zur Gruppe stiess. Stepan will sofort die Bombe werfen und sich für seine Zeit in Gefangenschaft rächen. Annenkov hindert ihn jedoch daran, da die Rolle des Attentäters für Yanek vorgesehen ist. Stepan und Yanek haben in der Folge einen Streit, da sie unterschiedliche Auffassungen der Revolution besitzen. Für Stepan gibt es nur die Gewalt und die Bombe, während sich Yanek selbst "Poet" nennt und eine sanfte Revolution bevorzugt, auch wenn er bereit ist, die Bombe zu werfen. Aufgrund des Streits fühlt sich Yanek missverstanden und muss von Dora getröstet werden. Der erste Akt endet damit, dass Annenkov ankündigt, der Herzog werde morgen in der Stadt eintreffen. 

2. Akt: Dora und Annenkov warten im Versteck darauf, dass sie die Bombe von Yanek hören, doch alles blieb ruhig - etwas musste schief gegangen sein.
Voinov, der die zweite Bombe hätte werfen sollen, kommt zurück und erzählt, dass er Angst bekommen hätte und daher zurückgekehrt sei. Yanek folgt ihm und erklärt, dass der Neffe und die Nichte des Herzogs dabei gewesen wären, ebenso dessen Frau. Er hätte die Kinder nicht umbringen können.
Daraufhin entflammt eine heftige Diskussion innerhalb der Gruppe, ob man die Kinder töten soll oder nicht. Wieder ist es Stepan, der die radikalste Meinung vertritt. Er hätte die Kinder sofort umgebracht, denn damit könnte viele Tausend Kindern in Russland das Leben gerettet werden. Die restlichen Mitglieder sind jedoch anderer Meinung und so entscheidet man sich, das Attentat bei einer nächsten Gelegenheit zu wiederholen, allerdings nur wenn die Kinder nicht dabei sind. 

3. Akt: Eine Stunde vor dem zweiten Versuch kommt Voinov zu Annenkov und erklärt ihm, er werde die Organisation verlassen. Er hätte Angst, eine Bombe zu werfen, und könne niemanden töten. Dennoch wolle er weiter für die Organisation arbeiten, wenn auch nur in der Propagandaabteilung. So muss Annenkov kurzfristig die Rolle von Voinov übernehmen, während Stepan ihn als Chef ablöst. 
Dora und Yanek führen in der Folge ein Gespräch über die Liebe, denn die beiden führen eine Beziehung. Yanek versucht Dora zu erklären, dass er sie von ganzem Herzen liebt, die Organisation und die Idee für ihn aber dennoch wichtiger seien, denn das wäre seine absolute Liebe - dafür ist er bereit  alles zu opfern, ohne Gegenleistung. Dora versteht ihn nicht, akzeptiert jedoch seine Entscheidung und lässt ihn schweren Herzens ziehen. Danach hört man die Kutsche des Herzogs ankommen und kurz darauf ertönt der Krach der Explosion. 


4. Akt: Die Handlung des vierten Akts spielt im Gefängnis, in welchem sich Yanek nachdem erfolgreichen Attentat befand. Als erstes macht er dort Bekanntschaft mit Foka, einem anderen Insassen, der das Gefühl hat, die Gerechtigkeit sei nur etwas für die Reichen. Yanek versucht natürlich sofort diesen umzustimmen, doch Foka will keine Beziehung zu Yanek aufbauen, denn seine Aufgabe ist es, die Verurteilten zu erhängen. Mit jedem Verurteilten, den er erhängt, wird seine Strafe reduziert. 
Der nächste Besucher von Yanek ist Skouratov, der Polizeichef. Dieser macht Yanek ein verlockendes Angebot: Er dürfe das Gefängnis als freier Mann verlassen, wenn er gesteht, dass er den Herzog ermordet hat. Dies tut Skouratov deshalb, weil er mit der Idee der Terroristen einverstanden ist. Yanek will jedoch nicht und bleibt seiner Meinung,die Idee hätte den Herzog umgebracht, treu. Entnervt verlässt Skouratov die Zelle und fragt beim Hinausgehen: "Wenn die Idee nicht genügend stark ist, um Kinder zu töten, lohnt es sich dann, dafür den Herzog umzubringen?"
Nachdem er gegangen ist, besucht die Frau des ermordeten Herzog Yanek, den Mörder ihres Mannes.  Sie versucht ihn dazu zu überreden, dass er Gott um Vergebung bittet. Doch Yanek sagt, er wolle lieber sterben. Auch der Versuch, ihm ein schlechtes Gewissen einzureden, scheitert. Sie erzählt ihm, dass der Herzog eigentlich ein guter Mensch gewesen sei, aber die Nichte hätte ein schlechtes Herz gehabt und diese hätte er am Leben gelassen - er wäre also ungerecht. Doch Yanek widersteht auch dieser Versuchung. 

5. Akt: Stepan und Voinov, der wieder zurückgekehrt ist, weil er einen Ausschnitt aus Yaneks Rede in der Zeitung gelesen hat, kommen von der Yaneks Erhängung zurück. Sie erzählen den anderen beiden, dass alles gut von Statten ging und dass Yanek gesagt hätte, er sei bereit zu sterben. Dies bestärkt Dora in ihrem Vorhaben, die nächste Bombe zu werfen. Damit möchte sie erreichen, dass sie nach dem Tode wieder mit Yanek vereint sein wird und sie ihre Liebe dort weiter leben können. Der Rest der Gruppe akzeptiert ihre Entscheidung. 

Charakteranalyse
Yanek: Yanek, der Poet, ist die zentrale Figur im Stück von Albert Camus. Er hat einen Konflikt mit Stepan zu meistern, da dieser nicht einverstanden ist, dass er sich für die Organisation opfern, dass er für die Idee sterben will. Auch Dora hat ihre Probleme mit der Ansicht von Yanek, allerdings deshalb weil sie ihn liebt und ihn eigentlich nicht ziehen lassen will. 
Trotz aller Probleme wirft Yanek die Bombe und wird dafür verurteilt. Im Gefängnis widersteht er den Versuchen von Skouratov und der Herzogin, ihn zu einem Geständnis zu überreden und so die Gruppe und die Idee zu verraten. Am Ende erreicht er sein Ziel und opfert sich für die Idee, für die Revolution. 

Dora: Dora führt eine Beziehung mit Yanek. Sie liebt ihn und will auf der einen Seite nicht, dass er die Bombe wirft und auf der anderen Seite versteht sie ihn, da sie für dieselben Ideen kämpften. Beide wollen sie die Gerechtigkeit auf Erden und sind bereit, dafür zu sterben. Dies zeigt sich am Ende, als Dora sich entscheidet, die nächste Bombe zu werfen, damit sie nach dem Tode wieder mit Yanek zusammen sein kann. 

Stepan: Stepan war drei Jahre lang in der Schweiz gefangen gehalten worden und wurde während dieser Zeit auch gefoltert. Aufgrund dieser Erlebnisse ist er härter und brutaler als die restlichen Gruppenmitglieder und hat seine Probleme mit Yanek, der ihm zu weich ist. 
Am Ende erkennt er jedoch, dass Yanek trotz allem ein guter Mann ist. Dies zeigte sich daran, dass er derjenige ist, der die nächste Bombe werfen sollte, doch als Dora darum bittet, diese zu werfen, damit sie wieder mit Yanek zusammen sein kann, akzeptiert er ihre Entscheidung. 
(fba)

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