Inhaltsangabe: Der Koch von Martin Suter

Inhalt
Der äusserst talentierte Sri-lankische Koch Maravan Vilasam lebt als Asylant in der Schweiz. Sein Geld verdient er sich als Küchengehilfe im Nobelrestaurant Huwyler. Eines Tages will ein Koch des Hauses ein Curry zubereiten, welches aber nach Maravans Geschmack nach nichts riecht und daher bietet er sich an, ein richtiges Curry zu kochen. Für diese Aussage erntet er nichts als Spot seiner Mitarbeiter - ausser von der schönen Andrea. Diese erklärt sich bereit, bei Maravan zu Hause dessen Curry zu probieren. 
Maravan legt sich natürlich mächtig ins Zeug um seine einzige Unterstützung nicht zu enttäuschen. Für seine aufwändigen Menüs, die auf alten ayurvedischen Rezepten von Nangay, seiner Tante, basieren, braucht er einen Rotationsverdampfer, den er ungefragt aus dem Huwyler "auslieh". Der Abend ist ein voller Erfolg. Andrea schmeckt das Essen und im Anschluss daran, verbringen die beiden die Nacht zusammen. 
Doch der Abend hat schlimme Konsequenzen für Maravan: Er verliert seinen Job im Huwyler wegen des ausgeliehenen Rotationsverdampfers und muss fortan vom Arbeitslosengeld leben. Von diesem Geld will er so viel wie möglich an seine Verwandten in Sri Lanka schicken, um diese zu unterstützen. Auch von Andrea hört er lange nichts mehr, was ihn sehr trifft, da er sich in sie verliebt hat. Seine Jobsuche als Koch oder Küchenhilfe bleibt ergebnislos.
Eines Tages kommt jedoch Andrea zu ihm und will wissen, was er ihr ins Essen gemischt hat, damit sie mit ihm ins Bett gestiegen ist. Maravn streittet alles ab. Doch als sie ihm sagt, dass sie lesbisch sei und daher nicht mit Männern ins Bett gehe, erklärt er ihr, dass im Essen Aphrodisiaka enthalten waren. 

Einige Wochen später erhält Maravan erneut Besuch von Andrea, die ihn bittet, dasselbe Essen noch einmal zu kochen, für sie und ihre Freundin Franziska. Auch diesmal ist die Wirkung dieselbe: Andrea und ihre Kollegin landen im Bett - obwohl diese heterosexuell ist. Dieses Ereignis bringt Andrea auf die Idee, einen Cateringservice namens Love Food zu gründen, für den Maravan sein Liebesessen kochen soll. Dafür investiert sie beinahe ihr gesamtes Erbe. Um an Kundschaft heranzukommen, arbeitet sie mit der Paartherapeutin Esther Dubois zusammen, die ihr ihre Kunden überweist. So steht dem erfolgreichen Start von Love Food nichts mehr im Wege, ausser der Tatsache, dass Maravan illegal arbeitet und Andrea so ihr Unternehmen nicht anmelden kann. 
Bereits kurz nach dem erfolgreichen Start von Love Food kommen die Probleme. Maravan weigert sich auf Grund seiner Religion, für Paare zu kochen, die nicht verheiratet sind. So kommt es zum Streit mit Andrea und davon bekommt auch Esther Wind, was dazu führt, dass sie ihre Kunden nicht mehr zu Maravan und Andrea schickt. Alle Bemühungen der beiden, neue Kunden zu akquirieren, scheitern und Maravan hat auch nicht mehr genügend Geld für seine Familie in Sri Lanka. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich Ulagu, Maravans Neffe, den Tamil Tigers angeschlossen hat und Maravan nun noch mehr Geld auftreiben muss, um ihn aus deren Fängen zu befreien. Es bleibt ihm also nichts anders übrig, als auch für Ehebrecher und Escortfirmen zu kochen. 
So kommen Maravan und Andrea auch mit zwielichtigen Gestalten wie Kull und Dalmann in Kontakt. Kull stellt die beiden fest für seinen Escortservice ein und Dalmann beansprucht regelmässig den Service von Kull.
Dalmann ist Geschäftsmann und lebt vom Vermitteln von Kontakten. So kann er es auch nicht lassen, einen Waffendeal mit einem Amerikaner, einem Thailänder und einem Pakistani einzufädeln, um die Tamil Tigers und die Sri-lankische Armee mit Kriegsmaterial zu beliefern. Um diesen Deal abzuwickeln, nimmt er auch mehrmals den Dienst von Love Food und Kulls Escortservice in Anspruch. Besonders angetan hat es ihm dabei Makeda, die Prostituierte aus Äthiopien, die mit Andrea eine Beziehung führt. 

Da die Presse Wind bekommt vom Waffendeal, sieht sich Dalmann gezwungen, einige Informationen bezüglich des Waffendeals in die Presse zu liefern. So kommen auch Maravan, Andrea und Makeda an die Informationen. Vor allem Makeda ist es, die die drei Beteiligten erkennt und erzählt, dass diese jeweils bei ihr waren und das Essen von Love Food gekostet haben. Maravan hat also unwissentlich für die Menschen gekocht, die beide Seiten im Sri-lankischen Bürgerkrieg mit Waffen beliefern und damit auch den Tod seines Neffen Olagu und vieler anderer Landsleute auf dem Gewissen haben. Da Maravan nun erkennt, von wem er sein Geld erhielt, beschliesst er aus Love Food auszusteigen. Andrea und Makeda können ihn jedoch noch zu einem letzten Essen für Dalmann überreden. Makeda bittet ihn, ins Essen von Dalmann potenzsteigernde Mittel zu mischen, damit sie mit ihm schlafen kann. Da Dalmann gefährdet ist für Herzinfarkte, erhofft sie sich, dass er beim Sex sterben würde. Maravan willigt ein, entscheidet sich dann aber ohne jemanden davon in Kenntnis zu setzten, die potenzsteigernden Mittel durch Minirin zu ersetzen, ein Mittel, das bei falscher Verwendung Herzinfarkte auslösen kann. Genau dies trifft bei Dalmann ein und so verstirbt dieser beim gemeinsamen Essen mit Makeda - die persönliche Rache von Maravan ist geglückt. 

Charakteranalyse
Maravan: Maravan ist 33 Jahre alt und arbeitet als Küchenhilfe in der Schweiz. Seine Eltern verstarben bei einem Autounfall als er noch ein kleines Kind war und so wuchs er in Jaffna bei seiner Grossmutter und deren Schwester Nangay auf. Von ihr lernte er alles, was er übers Kochen wusste. Im Alter von 15 schickte ihn Nangay nach Kerala in Südindien, um in einem Hotel zu arbeiten. Dort lernte er zusätzlich die Kunst der ayurvedischen Küche, die auch mit den Aphrodisiaka arbeitete, die er dann für Love Food verwendete. 
Auch in der Schweiz will Maravan als Koch arbeiten und träumt davon, einen eigenen Cateringservice aufzuziehen, gemeinsam mit Andrea, in die er sich verliebt hat. Maravan schickt regelmässig Geld zu seiner Familie nach Sri Lanka und unterstützt die LTTE, welche die Tamil Tigers im Bügerkrieg unterstützen. Dies tut er nicht freiwillig, denn er ist auf die Hilfe der LTTE angewiesen, um Ulagu aus den Fängen der Tamil Tigers zu befreien. 
Als Maravan erkennt, dass er sein Geld von den Menschen erhielt, welche die Waffen nach Sri Lanka liefern, beschliesst er, seine ganz persönliche Rache zu nehmen und den Drahtzieher Eric Dalmann zu ermorden. 
Ansonsten ist Maravan jedoch ein Mensch, der nach sehr hohen moralischen und ethischen Prinzipien lebt und sich beispielsweise anfänglich auch weigert, für Ehebrecher zu kochen. Auch ist ihm die Körperpflege und die Sauberkeit sehr wichtig. 

Andrea: Andrea ist bildhübsch und lesbisch. Sie arbeitet im Service und hält es aufgrund ihrer offenen und sehr direkten Art nie lange im selben Betrieb aus. Mit Love Food will sie sich erstmals selbst verwirklichen und nimmt dafür auch einige Risiken in Kauf: Sie kann Love Food nicht anmelden, da Maravan illegal arbeitet, und sie investiert einen Grossteil ihres Erbes und das obwohl sie sich nicht sicher ist, ob sie Erfolg haben würden. 
Andrea weiss, dass Maravan sich in sie verliebte hat, doch sie kann und will seine Gefühle nicht erwidern. Sie versucht eine professionelle Distanz zu Maravan aufzubauen, besonders in dem Moment, als sie mit Makeda zusammen kommt. 

Dalmann: Eric Dalmann ist Geschäftsmann, vermittelt Kontakte und kann davon sehr gut leben. Er steht im Werk von Martin Suter stellvertretend für die Manager und sonstigen hohen Tiere der Wirtschaft, die in ihrer Geld- und Machtgier zu illegalen Mitteln greifen und so eine Teilschuld an der Ungerechtigkeit der Welt tragen. 
Dalmann lebt ungesund und erleidet daher einen Herzinfarkt. Dies scheint ihn jedoch nicht gross zu kümmern, denn auch nach der Therapie lebt er gleich ungesund wie zuvor. So stellt am Ende auch niemand die wahre Todesursache fest - den Mord von Maravan. Dadurch erhält Dalmann doch noch die gerechte Strafe für seine illegalen Machenschaften, die vielen tausend Menschen im Sri-lankischen Bürgerkrieg das Leben kosteten. 
(fba)

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