Epochen: Literatur nach 45, DDR (1945 - 1989)

Geschichtlicher Hintergrund: Nachdem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland ja bekanntlicherweise in die BRD und in die DDR aufgeteilt. Aufgrund dieser Teilung gab es auch zwei unterschiedliche literarische Entwicklungen, hier folgt diejenige von Ostdeutschland.
Die Zeit nach 45 in der DDR war natürlich vom kommunistischen Regierungssystem und der Bewältigung des Faschismus geprägt. Die Regierung gab ganz klare Vorgaben an die Schriftsteller und Autoren weiter und zensierten deren Werke äusserst streng. So wurde ab den 50er Jahren der sozialistische Realismus propagiert, der einerseits die Aufgabe hatte, die Realität zu widerspiegeln und andererseits ein positives Bild der Zukunft zu skizzieren. Innerhalb dieses sozialistischen Realismus gab es zwei weitere Strömungen. Zum Einen gab es in den 50er Jahren die Aufbauliteratur, die von der Regierung den Auftrag hatte, das positive Bild des Arbeitshelden aufrecht zu erhalten, damit die Bürger der DDR weiter fleissig beim Aufbau des sozialistischen Staates mithalfen. Zum Anderen gab es die Bewegung des Bitterfelder Weges zu Beginn der 60er Jahre. Dies war der Versuch der Regierung, die einfachen Arbeiter zum Schreiben zu bringen, der allerdings aufgrund des mangelnden Erfolgs schnell wieder begraben wurde. 
Nachdem der Bitterfelder Weg Mitte der 60er Jahre gescheitert war, prägte eine neue Strömung die Literatur in der DDR, die Ankunftsliteratur. Diese Literaturform war nun etwas kritischer, da sie auch die negativen Auswirkungen des Kommunismus aufzeigte, dennoch äusserte auch sie sich nie negativ über das System.

Die Tendenz kritischere Werke zu verfassen, wurde zu Beginn der 70er Jahre weiterverfolgt, als es aufgrund eines Machtwechsels etwas liberaler zu und her ging in der DDR. Doch schnell erkannte die neue Regierung, dass sie die Zensur wieder einführen musste. Dies führte dazu, dass einige bekannte Autoren, darunter auch Wolf Biermann, ausgebürgert wurden, was dann eine Massenauswanderung von mehr als 100 mehr oder weniger renommierten Schriftstellern der DDR zur Folge hatte. 

Themen der Epoche: Die Themen in der DDR-Literatur waren je nach Bewegung verschieden, dennoch folgten alle mehr oder weniger demselben Grundton. Es ging darum, ein positives Bild des Kommunismus und der Arbeiter des sozialistischen Systems zu skizzieren. Aus diesem Grund auch der Versuch, die Arbeiter selber zum Schreiben zu bringen. Je länger die Epoche dauerte, desto häufiger wurde die wahre Realität und damit auch das Elend der Menschen in der DDR thematisiert und die Literatur wurde nicht mehr nur zu Propagandazwecken und zum Aufbau des sozialistischen Systems gebraucht, wie dies noch zu Beginn der 50er Jahre der Fall war. 

Formale Besonderheiten: In der DDR-Literatur gab es einen wichtigen formalen Grundsatz: Die Literatur muss für jedermann verständlich sein. Aus diesem Grund wurde eine sehr einfach Sprache verwendet, so dass klar hervor ging, dass der Inhalt wichtiger war als die Form. Da die Form vernachlässigt wurde, gab es auch kaum weitere nennenswerte formale Auffälligkeiten.

Repräsentative Werke und Autoren: "Jakob der Lügner" von Jurek Becker, "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf, "Die Drahtharfe" von Wolf Biermann, "Der geteilte Himmel" von Christa Wolf, "Der fremde Freund" von Christoph Hein

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